Bezahlmodelle im Internet: Diekmann will "Bild"-Zeitung digitaler aufstellen

"Bild"-Chefredakteur Diekmann in San Francisco: "Die Marke muss sich neu erfinden" Zur Großansicht
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"Bild"-Chefredakteur Diekmann in San Francisco: "Die Marke muss sich neu erfinden"

Boulevardblatt auf der Suche nach einem besseren Image: "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann durfte in einem Interview seine Konzepte für die Springergazette bewerben. Seine Bilanz nach fast einem Jahr im Silicon Valley: "Erfolgreicher Journalismus hängt nicht am Papier".

Düsseldorf/Hamburg - Kai Diekmann, dessen Vertrag als Chefredakteur bei der "Bild"-Zeitung bereits bis zum 30. Juni 2017 verlängert wurde, tritt mit seinen Ideen für den Umbau von Deutschlands auflagenstärkstem Blatt an die Öffentlichkeit.

"Bild" müsse sich stärker als bisher den Herausforderungen des Internets stellen, erklärte Diekmann dem "Handelsblatt". "Erfolgreicher Journalismus hängt zum Glück nicht am Papier. Die Zeitung heute ist ein sehr wichtiger Teil einer Marke, die sich neu erfinden muss", sagte der 48-Jährige gegenüber der Zeitung. "Wir müssen alle journalistischen Herangehensweisen, Konzepte, Überzeugungen und Vorstellungen überprüfen."

Diekmann erkundet zurzeit im Silicon Valley in Kalifornien neue Geschäftsmodelle für den Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") . Es wird erwartet, dass er in den kommenden Wochen nach Deutschland zurückkehrt. Ein neues digitales "Bild"-Angebot solle frei zugängliche und bezahlte Informationen verbinden. Es werde im wesentlichen ein flexibles Abo-Modell sein, sagte Diekmann.

Exklusivität bedeute künftig, eine Geschichte auf unverwechselbare Art zu erzählen. Dem sollen die Arbeitsabläufe bei "Bild" angepasst werden. Die klassische Ressortaufteilung werde sich ändern. Eigens zusammengestellte Reportergruppen sollen sich dann über mehrere Tage um eine Geschichte kümmern, sagte Diekmann.

Zu Berichten, wonach bei "Bild" 200 Stellen gestrichen werden sollen, sagte der Chefredakteur: "Die kolportierten Zahlen sind schlicht falsch." Und ergänzte: "Aber eines ist auch klar: Die Marke 'Bild' für die Zukunft wetterfest zu machen, heißt auch, sie umzubauen." Man müsse dort investieren, wo Wachstum zu erwarten sei. "Bild" werde nicht den Fehler amerikanischer Zeitungen begehen, die zunächst bei den Reportern gespart hätten. Hier wolle "Bild" sogar ausbauen.

bos/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Blöd
kritilligenz 22.05.2013
Ich bezahle nicht für BLÖD und ich lese BLÖD auch nicht kostenfrei. Wie toll wäre es, wenn BLÖD eingestellt werden müsste?
2. Viel Spaß bei den Autisten in Silicon Valley Diekmann...
danido 22.05.2013
...ausgerechnet die sollen dir sagen wie man eine moderne Internetzeitung macht :D
3. Wir können ja von der ...
sappelkopp 22.05.2013
Zitat von sysopAlles neu bei der "Bild"? Chefredakteur Kai Diekmann durfte jetzt in einem Interview seine neuen Konzepte für das Boulevard-Blatt bewerben. Seine Bilanz nach fast einem Jahr im Silicon Valley: "Erfolgreicher Journalismus hängt zum Glück nicht am Papier". Paid Content: Diekmann will die "Bild" digitaler aufstellen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/paid-content-diekmann-will-die-bild-digitaler-aufstellen-a-901338.html)
Blöd-Zeitung halten, was wir wollen. Sie ist erfolgreich, sie hat Auflage, sie wirft Geld ab: Folglich ist sie im Sinne der Verleger eine gute Zeitung. Und bei allen Fehlern, ist sie in weiten Bereichen auch journalistisch gut gemacht. Dass sich der Chefredakteur nun aufmacht, die Zeitung "neu zu erfinden" wird höchste Zeit. Denn bisher hat kein Verleger eine Möglichkeit gefunden im Zuge des Internets und damit sinkender Auflagen die Umsätze zu erhalten, geschweige denn auszubauen. Ich bin gespannt.
4. optional
spon-facebook-10000164650 11.06.2013
Warum zahlen für was das man auch woanders umsonst bekommen kann
5. Die neue Bild + App ist ein Rückschritt. Die digitale Zeitung BILD HD ist weg!
MozarTT 12.06.2013
Das was Diekmann zur Zukunft der BILD-Zeitung sagt, passt nicht zur neuen Bild "plus" App. Da hat man schon eine digitale Zeitung mit der BILD HD App auf dem iPad und enttäuscht ohne Vorwarnung alle Abonnenten mit einer neuen App. Ohne Vorwarnung gibt es nach dem Update auf die neue iPad App nur noch eine PDF-Zeitung. Ich war total begeistert von der BILD HD App: Ich fand die Umsetzung der Bildzeitung in der BILD HD App klasse! Während andere Zeitungen nur ein ePaper in Form einer PDF-Datei zur Verfügung stellen gab es hier eine Ausgabe, die für das iPad optimiert wurde. Die Qualität der Bilder war beeindruckend auf dem Retina Display. Dazu gab es noch Videos und Zusatzinhalte. Manchmal wurden Artikel per Doppelklick rausgezoomt. Außerdem gab es nur wenig Werbung. Das Abo war günstiger als die Printausgabe im Einzelkauf. Statt diese digitale BILD HD Ausgabe weiterzuentwickeln und die BamSzu integrieren, lässt man sie mit der neuen App sterben. Man hat auch keinen Zugriff mehr auf das Archiv mit seinen bereits bezahlten Ausgaben. Nach Rücksprache mit der BILD Hotline soll es auch keine iPAD-Ausgabe mehr geben. Nur noch PDFs. Der Vorteil der HD ist verschwunden. Mein bisheriges Abo (läuft noch 14 Tage) kann ich nicht mehr nutzen und wird einfach beendet. Das Geld ist futsch. Die neue App erkennt nicht, dass ich noch ein Abo habe. Das neue Abo ist kein Ersatz für die bisherige HD-Ausgabe. Wer will schon PDFs auf einem iPAD durchblättern.
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