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Palast der Republik: 10.000 Unterschriften gegen den Abriss

Mehr als 10.000 Unterschriften gegen den Abriss des Berliner Palasts der Republik wurden heute der Grünen-Chefin Claudia Roth überreicht. Die Politikerin soll sich stellvertretend für die Protestler für eine Verzögerung der Abwicklung des DDR-Prestigebaus einsetzen.

Berlin - Als "Botschafterin der Unterzeichner" will Claudia Roth die mehr als 10.000 vom "Bündnis für den Palast" gesammelten Unterschriften an Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) weiterleiten und sich für einen Abriss-Stopp einsetzen. Das neu gegründete Bündnis vereint nach eigenen Angaben alle Gruppierungen, die sich in irgendeiner Weise mit dem Palast der Republik beschäftigen. Nach der Linkspartei/PDS hatte kürzlich auch die Grünen-Bundestagsfraktion ein Abrissmoratorium für den einstigen DDR-Prestigebau gefordert.

Protest gegen den Palast-Abriss (am 19. November): Schlossplatzbebauung mit Hindernissen
REUTERS

Protest gegen den Palast-Abriss (am 19. November): Schlossplatzbebauung mit Hindernissen

Mit den in den vergangenen sechs Wochen gesammelten Unterschriften solle die Kritik am Festhalten der Abrisspläne "demonstrativ in das Blickfeld der Politik gerückt werden", betonte der Bündnis-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. "Wir fordern von der Politik eine zukunftsorientierte, finanziell machbare und dem modernen Verständnis Berlins entsprechende Lösung der Schlossplatzbebauung." Dagegen hält der Bundestag an seinem Beschluss zum Palast-Abriss fest.

Der 1976 eröffnete DDR-Palast der Republik wurde 1990 geschlossen und später vom Asbest befreit. Nach einem Bundestagsbeschluss vom Juli 2002 soll die Ruine nun beseitigt und auf dem Areal ein Gebäude in der Kubatur des 1950 gesprengten Stadtschlosses entstehen. Nach bisherigen Vorstellungen sind für den im Januar beginnenden Abriss eineinhalb Jahre eingeplant. Der erste Spatenstich für den Neubau des Schlosses soll Ende 2008 erfolgen.

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