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Papstsatire: MTV und Erzbistum gehen aufeinander zu

Rückt MTV doch von "Popetown" ab? Eine Anwältin des Senders hat gebeten, die Frist für einen schriftlichen Verzicht auf die Ausstrahlung der Papstsatire zu verlängern. Die Gegner der geplanten Serie werten das als Zeichen der Gesprächsbereitschaft.

München -  Im Streit um die MTV-Serie "Popetown" gehen beide Parteien aufeinander zu: Das Erzbischöfliche Ordinariat München hat seine Frist für eine Unterlassungsverpflichtungserklärung verlängert und räumt MTV nun eine zusätzliche Woche ein, um den Verzicht der Ausstrahlung der Papstsatire schriftlich zu erklären. Bis zum 26. April hätte der Sender nun Zeit, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat in München mit. Eine MTV-Anwältin habe zuvor um eine längere Frist gebeten.

Szene aus "Popetown": "Störung des öffentlichen Friedens"
DPA/ MTV/ BBC

Szene aus "Popetown": "Störung des öffentlichen Friedens"

Der Anwalt des Erzbistums München und Freising, Günter Knobel, sieht in der Verlängerung ein Zeichen der Gesprächsbereitschaft. Bevor das Gericht eingeschaltet wird, sollten "alle Einigungsmöglichkeiten ausgelotet werden", sagte er.

Das Erzbistum hält die für Anfang Mai geplante Serie "Popetown" für geeignet, "das christliche Glaubensbekenntnis verächtlich und lächerlich zu machen" und so den öffentlichen Frieden zu stören. Laut MTV geht es in dem Cartoon um einen "durchgeknallten Papst" und einen "kriminellen Kardinal".  

Bayern will bis zum Sommer einen neuen Gesetzentwurf vorlegen, um einen besseren Schutz von religiösen Symbolen zu gewährleisten. CSU-Chef Edmund Stoiber kritisierte in diesem Zusammenhang die Serie im Gespräch mit dem "Münchner Merkur" scharf: "Wenn man den Papst in dieser Weise darstellt, müssen wir uns das als Gesellschaft nicht gefallen lassen", sagte er.

anr/ddp

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