Paula Modersohn-Becker Wegbereiterin der Moderne

Sie war die erste Künstlerin, der ein eigenes Museum gewidmet wurde. Dabei verkaufte Paula Modersohn-Becker zu Lebzeiten nur eine Handvoll Bilder.

Google Doodle für Paula Modersohn-Becker
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Google Doodle für Paula Modersohn-Becker


Mittlerweile gilt sie als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Expressionismus und Wegbereiterin der Moderne. Zu Lebzeiten aber wurde Paula Modersohn-Becker von der Öffentlichkeit verkannt. Heute wäre die früh gestorbene Künstlerin 142 Jahre alt geworden - deshalb ehrt sie Google mit einem Doodle auf seiner Startseite.

Als Paula Becker wurde die Künstlerin 1876 in Dresden geboren, 1888 zog sie mit ihrer Familie nach Bremen. Schon früh erhielt sie Kunstunterricht, besuchte als junge Frau eine Malschule in Berlin. Im Sommer 1897 kam sie erstmals in die Worpsweder Künstlerkolonie, ein Jahr später zog sie dort hin. In dem Ort bei Bremen hatte sich ab 1890 eine Handvoll zunächst noch unkonventioneller Maler ein ländliches Refugium geschaffen.

In Worpswede nahm Modersohn-Becker Unterricht bei Fitz Mackensen, und sie lernte ihren späteren Mann Otto Modersohn kennen. Sie war auch mit den Dichtern Gerhart Hauptmann und Rainer Maria Rilke befreundet. Immer wieder reiste die Malerin für längere Zeit nach Paris und begegnete dort der französischen Avantgarde. Sie wurde besonders von Paul Cézanne und Paul Gauguin beeinflusst. Modersohn-Becker malte Bilder, die völlig anders waren als in der damaligen Zeit üblich.

In ihrem kurzen Leben gab es auch viele Veränderungen, in ihrer 1901 geschlossenen Ehe fühlte sie sich zunehmend einsam, ihr Mann unterstützte sie jedoch in ihrer Malerei. 1906 ging sie zum vierten Mal nach Paris, dort ging es ihr jedoch kaum besser. In dieser Zeit entstanden auch einige ihrer heute richtungsweisenden Bilder. Ein Jahr später kehrte Modersohn-Becker nach Worpswede zurück, am 2. November brachte sie ihre Tochter Mathilde zur Welt. Kurz darauf, am 20. November 1907, starb die Malerin im Alter von nur 31 Jahren an einer Lungenembolie.

Erst nach ihrem Tod wurden ihr Mann und Freunde auf ihr umfangreiches Werk - etwa 750 Gemälde, rund 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen - aufmerksam. Nach einer erfolglosen Ausstellung in Bremen 1899 hatte sich Modersohn-Becker mit ihrer Arbeit weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. So soll sie in ihrem Leben insgesamt nur fünf Bilder verkauft haben. 1927 wurde das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen eröffnet, damit war sie die weltweit erste Künstlerin, der ein komplettes Museum gewidmet wurde.

max



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