Was die schon wieder haben. Hab doch nur die Wahrheit gesagt. Und jetzt? Schon wieder so ein Schietsturm, oder wie das heißt, ich beschäftige mich mit sowas ja nicht, sollen andere machen. Nee! Ich habe nichts zurückzunehmen. Naja, erst mal was essen.
Was gibt's denn heute? Hackbraten, naja. Adlon wär schon besser gewesen, Kabeljau geräuchert, dann eine feine Taube, lecker Salzwiesenlamm und danach ein Stück vom guten Weinbauernkäse ... jetzt also Hack. Andererseits: Spar ich mir 'ne Menge Geld. Haben die hier wenigstens einen vernünftigen Roten? Mal sehen ... Chianti?!? Nein, bloß keinen Italiener. Jetzt erst recht nicht.
Wo bleibt denn dieser Ober? Überhaupt, mit dem Napolitano, das hätte ja sowieso nichts gebracht. Ob der überhaupt fähig gewesen wäre, meine fiskalische Analyse in ihrer ganzen Tiefe zu kapieren, wage ich ja dann doch mal stark zu bezweifeln. Perlen vor die Säue. Oder Trüffel vors Porco ... hehe. Aber wenn ich erst mal Kanzler bin, dann müssen die alle mit mir essen, dann können sie nicht mehr anders, und wenn dann jemand absagt, dann bin ich das.
Ja, wenn. Die Merkel macht es sich ja auch leicht. Schweigt einfach. Sogar, wenn der Berlusconi ihren Hintern kommentiert, tut sie so, als wäre nichts. Das sollte der sich mal bei mir trauen, das macht der nur einmal, der Clown.
Mir doch egal, dass der Napolitano abgesagt hat. Der weiß doch genau, dass ich seine Italiener gar nicht beleidigen wollte. Ich habe hier einen Wahlkampf zu führen, verdammt noch mal! So schwer ist das doch nicht zu begreifen!
Die scheinheiligen Unionesen regen sich mal wieder auf, war ja klar. Dass ich nicht lache. Die sollen mal nachlesen, was der Söder schon alles über Griechenland abgelassen hat. Da war ich ja geradezu zärtlich im Vergleich. Sollen sich mal alle nicht so haben.
Ach, eigentlich ganz nett, mal wieder allein zu futtern, hab ja kaum noch Ruhe. Mal memorieren, wie steht's denn in der Partie mit Helmut? Hab ich alles im Kopf. Das soll mir mal einer nachmachen. A-ha. Ja, kein Problem. Matt in acht Zügen, glatte Sache. Wenn alles gut geht. Den Helmut rufe ich gleich mal an und geb dem meinen Zug durch, wär doch gelacht, gewinnen lasse ich den nicht, bei allem Respekt.
Besetzt. Mit wem der nur wieder telefoniert? Ob mich auch noch so viele Leute anrufen, wenn ich mal in dem Alter bin? Als Altkanzler bestimmt. Aber erst mal Kanzler werden. Wird schon. Wird schon, Peer.
Wo bleibt denn jetzt der Ober!?! Unverschämtheit. Der kriegt gleich einen Spruch von mir: "Müssen Sie den Hackbraten erst aus Rumänien einreiten lassen?" Ja, einreiten, das ist gut, muss ich mir merken. Kann ich gleich am Wochenende einbauen, beim SPD-Bürgerkonvent. Was soll ich da überhaupt? Die wählen mich doch sowieso. Hm, oder vielleicht lieber die Königsberger Klopse?
Langsam bekomme ich aber echt Hunger. Sogar die schwarz-gelbe Regierung wird besser geführt als diese Frittenbude hier! Zumutung. Bloß keine schlechte Laune jetzt anmerken lassen. Wenn ich den Kellner jetzt anblaffe, landet das morgen wieder in der Zeitung, von wegen herrisch und arbeitnehmerunfreundlich. Wenn er wenigstens arbeiten würde, der Kellner. Dabei wollten sie mich doch so: Klar. Kantig. Klartext. Und dann regen sie sich auf. Verstehe ich nicht.
Jetzt hab ich's. Ich geh einfach doch rüber ins Adlon. Der Tisch ist ja bestellt, und wehe, da sitzt der Napolitano mit einem anderen. Das ist mein Tisch. Ich habe nichts zurückzunehmen. Auch da nicht.
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