Heute in den Feuilletons "Aufbäumung mit äußerster Hingabe"

In der "FR" erklärt Gilles Kepel, warum der Dschihad gerade in Frankreich und auf Arabisch geführt wird. Der "Guardian" und die "Welt" fragen: Was ist schlimmer: Brexit oder Trump?


Efeu - Die Kulturrundschau

Kunst, 11.06.2016

In Zürich wird heute die Manifesta eröffnet. Für diese Ausgabe unter dem Motto "What Do You Do For Money - Some Joint Ventures" mussten sich die Künstler von den Berufen von ihnen ausgewählter Züricher zu neuen Arbeiten inspirieren lassen. Für die taz hat sich Gina Bucher die Kunstbiennale angesehen, wobei ihr aufgefallen ist, "dass sich das diesjährige Konzept der Manifesta trotz aller Offenheit auf ein erstaunlich traditionelles Künstlerverständnis beruft: dass nämlich erfolgreiche Künstler in Werkstätten gehen und dort Kunst produzieren lassen, die die Bevölkerung anschließend bewundern darf. ... Bei einigen Arbeiten wünscht man sich in Zeiten sich radikal verändernder Arbeitswelten mehr Auseinandersetzung mit dem Brotberuf der Gastgebenden - wie auch mit den Arbeitsbedingungen der Kunstschaffenden: Inwiefern bringt Berufung auch Geld?" Urs Bühler hofft in der NZZ noch auf den überspringenden Funken und mahnt: "wir wollen nicht beleidigt tun angesichts von Klischees, sondern offen sein für die Spiegel, die uns jenseits davon vorgehalten werden. Wer morgens in diese schaut, ist nicht immer erfreut."In der Welt schraubt Hans-Joachim Müller seine Ansprüche herunter: "Aber was will man von der Kunst auch mehr? Spaß? Erkenntnisgewinn? Wahrheit? Widerspruch? Manifesta-seits ist alles zu haben. Vielleicht muss es ja gar nicht so viel sein. Man wäre schon zufrieden mit einem winzigen Flash des Unwahrscheinlichen, mit einem womöglich armseligen Zeichen, das sich nicht gleich erschließt, das ohne viel Getue seine Zeichenhaftigkeit verwahrt, eine kleine Weile Geheimnis bleibt und so auf seine scheinbare oder unscheinbare Weise dem modischen Glaubenssatz der spekulativen Realisten widerspricht, nach dem es nichts gäbe, was nicht schlichte Kontingenz ist."In der FAZ führt Kolja Reichert durch das Manifesta-Programm.

Für die FAZ spricht Gina Thomas mit Frances Morris, der Leiterin der Tate Modern, die mit ihrer Arbeit auch tradierte kunsthistorische, ihrer Ansicht nach patriarchal konzipierte Qualitätshierarchien verschieben möchte: "Ich möchte die Randphänomene ins Zentrum bringen und darüber nachdenken, weshalb wir diese Hierarchien haben und ob wir sie noch beachten sollten. Zeitgenössische Künstler fühlen sich ohnehin nicht mehr an sie gebunden. Ich finde, wir brauchen es auch nicht zu sein. ... Wir leben in einer hierarchischen, durch Geschlecht und Vorurteil geprägten Gesellschaft. Warum denken wir immer, dass weiße Kunst besser ist als schwarze? Weil weiße Historiker über schwarze Kunst schreiben. Vorurteile sind allgegenwärtig. Man kann helfen, sie abzubauen, indem man die Praxis der Gegenwartskunst beleuchtet.

In der NZZ bewegt sich Maria Becker rasant und fasziniert durch die Francis Picabia-Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Zwischen Impressionismus, orphischem Kubismus und Motiven aus Erotik-Magazinen und NS-Körperkultur, staunt sie vor allem über die radikale Kompromisslosigkeit Picabias: "Dabei scheint durch sein Agieren eine verzweifelte Suche nach Sinn hindurch, die per se kein Ende findet. Alles muss auf den Kopf gestellt und neu gemacht werden, er muss wechseln, schillern, provozieren - oder untergehen."

Weiteres: Waltraud Schwab porträtiert in der taz die Netzkünstlerin Stephanie Sarley, die in ihren Videos Obst auf eindeutig zweideutige Weise liebkost. SZlerin Verena Mayer spachtelt am Tisch in der Werkstatt von Olafur Eliasson mit der Belegschaft zu Mittag. Besprochen wird eine Ausstellung über Mussolini-Verherrlichung in Salò (SZ).

Bühne, 11.06.2016

Dem aufgeregten Gefuchtel der sich mokierenden lokalen AfD im Vorfeld zum Trotz ist in Potsdam Yvonne Gronebergs Inszenierung von Maxi Obexers im Zuge jahrelanger Recherchen entstandenes Stück "Illegale Helfer" auf die Bühne gebracht worden. Darin geht es um die Lagen und Beweggründe von Fluchthelfern. Als zentrales Moment des Abends und der dabei erzählten Geschichten hat Irene Bazinger von der FAZ jene "subjektive Urszene [identifiziert], in der sich jemand ohne viel Überlegung und Ideologie entschließt, jemand anderem zu helfen - selbst um den Preis, Gesetze zu brechen, vielleicht seinen Arbeitsplatz zu verlieren oder sich eine Haftstrafe einzuhandeln." Das ist interessant, aber zunächst nüchtern, weshalb Bazinger die Regisseurin dafür lobt, der es gelungen sei, "die sperrigen, brüchigen, unverbundenen Texte zu einem formal ausgestalteten, sinnlich-spannenden Bilderbogen zusammenzufügen." In der taz erstattet Ronny Müller Bericht. Beim WDR kann man das auf Obexers zusammengetragenen Materialien basierende Hörspiel nachhören.

Vom Heiligen Geist gibt es sicher ein paar Fleißpunkte für Herbert Fritschs Inszenierung der Apokalypse bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, meint Lucas Wiegelmann in der Welt. In dem Ein-Mann-Schauspiel, das sich streng an die Lutherübersetzung von 1545 hält, fehlt es Wiegelmann an Weltuntergangsstimmung: "So viel einfallsarme Ehrfurcht vor dem heiligen Bibeltext mag Fritsch am Tag des Jüngsten Gerichts zugutekommen. Als Zuschauer hätte man sich schon etwas mehr 666 gewünscht." Ganz anders hat Martin Krumbholz das Stück und vor allem Wolfram Kochs Darstellung auf nachtkritik.de wahrgenommen: "Er kratzt sich die Arme, verzieht den Mund, rauft sich die Haare, schwitzt, streckt die Zunge heraus und schiebt sie mit der Hand wieder in den Mund, und wenn im Text von einer 'Donnerstimme' die Rede ist, donnert Kochs Stimme, was das Zeug hält. Das ist zunächst einmal hochvirtuos, aber der Text ist stark genug, Widerstand zu bieten gegen die Gefahr billiger Clownerie. Läppisch wird es nie."

Weiteres: Enttäuscht bespricht Marco Frei für die NZZ die Musik-Biennale in München. Sein Fazit: "viel Form und wenig Gehalt."

Besprochen werden Antú Romero Nunes Inszenierung von Kafkas "Das Schloss" in Hamburg ("ein beeindruckendes existenzialistisches Körpertheater" sah Robert Matthies von der taz) und András Dömötörs "Mephistoland" am Maxim Gorki in Berlin ( taz ).

Film, 11.06.2016

Kein gutes Haar lässt der für seine streitbaren Besprechungen berüchtigte National-Review-Kritiker Armond White an Noah Baumbachs Dokumentarfilm über den von Hollywood ausgestoßenen Maverick-Auteur Brian De Palma: "Dieser Film reduziert Brian De Palmas Reputation auf den Anti-Intellektualismus und den faden 'Professionalismus', wie er unter heutigen ungebildeten Filmemachern üblich ist." Für Rogerebert.com hat sich Matt Zoller Seitz ausführlich mit De Palma unterhalten.

In Beirut geht es der alten Bausubstanz an den Kragen: Abriss und Neubau sind die gängige Methode. Der libanesische Filmemacher Samer Ghorayeb möchte dieses im Verschwinden begriffene Beirut wenigstens in einem Dokumentarfilm bewahren, erklärt er im Artechock-Gespräch mit Axel Timo Purr: Bedroht sind vor allem "Gebäude aus der Jahr­hun­dert­wende des letzten Jahr­hun­derts." : "Es ist ein sehr intimes Verhältnis, das ich zu diesen Häusern habe und so ist auch das Film­ma­te­rial, intim. Denn es gibt ja nicht nur die Inter­views mit den Vorbe­sit­zern, sondern fast noch inter­es­santer war, als ich dann alleine in den alten Häusern gefilmt habe. Es war so eine Art von Begräbnis für die Häuser ... Du gehst in die Häuser rein und findest all diese Objekte, die zurück­ge­lassen worden sind. Briefe, Fotos, Kassetten. Und du filmst diese Objekte als ob sie lebendig wären, denn sie erzählen faszi­nie­rende, aufre­gende und traurige Geschichten. Weshalb dieses Projekt auch als Instal­la­tion vorstellbar ist, mit der Inklu­die­rung all dieser Mate­ria­lien, dieser Objekte… Denn damit sind regel­rechte Lebens­li­nien dieser Häuser entstanden, die stumm ihre und die Geschichten ihrer Mitbe­wohner erzählen."

Musik, 11.06.2016

Das HR -Sinfonieorchester verabschiedet sich unter Andrés Orozco-Estrada mit einer fulminanten, von Tschechien bis Spanien umfassenden Darbietung von Werken von Werken von Bohuslav Martinu, Leos Janácek und Manuel de Falla in den Sommer, erfahren wir von Hans-Klaus Jungheinrich in der FR: "In [Martinus] in Amerika geschriebenen 1. Sinfonie (1942) wird der robust neoklassizistische Duktus quasi weichgespült mit chromatisierend-koloristischen Elementen, die dem Ganzen ein virtuoses oder gespenstisches Flirren mitteilen. Unüberhörbar die melodischen Spuren der tschechischen Volksmusik - Sehnsuchts-Zeichen einer unerreichbar gewordenen Heimat. Orozco-Estrada und das Sinfonieorchester realisierten Feinzeichnung und dynamische Aufbäumung mit äußerster Hingabe."

Weiteres: In der taz spricht Benjamin Moldenhauer mit Dolf Hermannstädter, dem Gründer und Herausgeber des Punkfanzine-Urgesteins Trust, das dieser Tage 30jähriges Bestehen feiert. Für die SZ plaudert Marcel Anders mit Flea von den Red Hot Chili Peppers.

Besprochen werden das Album "Liquid Cool" von Nite Jewel ( taz ), Jens Rostecks Biografie über den Chansonnier Jacques Brel ( taz ) und Chris Jarretts Frankfurter Konzert (FAZ).

Architektur, 11.06.2016

In der Berliner Zeitung gratuliert Nikolaus Bernau Georg Heinrichs zum 90. Geburtstag und würdigt den Jubilar als "Architekt der Plastizität".

Literatur, 11.06.2016

Ulrich Sonnenberg hat für die Welt einen schönen Essay von Karl Ove Knausgard übersetzt, in dem der norwegische Schriftsteller von seinen Lektüreerfahrungen mit James Joyce erzählt. Bei Joyce lernt Knausgard, was Individualität bedeutet: "Um dieses Eigene und Individuelle zu erfassen, ist derjenige, der es beschreiben will, gezwungen, sich von all dem zu lösen, was uns gemeinsam ist, und genau das tut Joyce in 'Ein Porträt des Künstlers als junger Mann'. Er begibt sich in den Teil der Identität, für den es noch keine Sprache gibt, in den Zwischenraum zwischen dem, was allein dem Individuum gehört, und dem, was uns allen gemeinsam ist, in sämtliche Stimmungswechsel des Gemüts und die blind fließenden Ströme der Seele, in das, was wir als Stimmungen und Gefühle kennen, das Unartikulierte, die mehr oder weniger auffällige Präsenz der Seele, in das in uns, was uns erhebt, wenn wir uns begeistern, und uns herunterzieht, wenn wir uns fürchten oder verzweifelt sind."

Im literarischen taz-Essay zum Wochenende befasst sich der Schriftsteller Stephan Wackwitz mit der auffallenden Häufung von historischen Familienromanen seit etwa 2003 (eine Keimzelle sieht er in diesem Spiegel-Bericht Volker Hages, der auch explizit auf Wackwitz zu sprechen kommt), in denen er so etwas wie das "Leitgenre der frühen Berliner Republik" ausmacht. Warum erkunden heutige Literaten die deutsche Geschichte über den Modus der Familienerkundung, fragt er sich und sucht die Antwort "im totalitären Charakter beider deutscher Diktaturen": "Indem das 'Dritte Reich' und die DDR ihre Untertanen ganz, mitsamt ihren Lebensmenschen, ihren Gefühlen, ihren innersten Gedanken und privaten Lektüren in sich hineinzuziehen versuchten, drangen sie ununterscheidbar in ihr Innenleben. Sie wurden sozusagen Teil der Familie. Die Bilder Hitlers und Stalins hingen nicht nur in den Büros der Obrigkeit, sondern oft auch in den Wohnzimmern der Beherrschten. Die nachholende literarische Kritik der beiden deutschen Diktaturen führte zwangsläufig auf die Familie, weil faschistische wie kommunistische Machthaber sie zur Agentur ihres totalen politischen Anspruchs gemacht hatten."

Weiteres: Für den Tagesspiegel berichtet Ulrike Baureithel von den beim Berliner Poesiefestival geführten Debatten über den Kulturraum Balkan.Tell bringt den dritten Teil von Raffael Kellers Reihe über Gedichte des chinesischen Dichters Li Shangyin. Dirk Knipphals von der taz liest die 400. Ausgabe des Bargfelder Boten , der sich mit Arno Schmidts Ehefrau Alice Schmidt befasst. Die FAZ dokumentiert Michael Kleebergs Dankesrede zur Verleihung des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Besprochen werden Christian Adams "Der Traum vom Jahre Null: Autoren, Bestseller, Leser" ( taz ), Birgit Weyhes Comic "Madgermanes" ( Berliner Zeitung ), David Garnetts "Dame zu Fuchs" ( ZeitOnline ),Tom McCarthys "Satin Island" (SZ) und eine Box mit dem Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und Friedrich Wilhelm Oelze (FAZ). Mehr in Lit21, unserem literarischen Metablog.


9Punkt - Die Debattenrundschau

Europa, 11.06.2016

Im FR-Interview mit Stefan Brändle erklärt der französische Islamforscher Gilles Kepel, warum der aktuelle Dschihadismus besonders in Frankreichs Banlieue gedeiht: "Der Dschihad wird auf Arabisch geführt, mit einer starken arabischen Solidarität, weshalb die türkische Immigration in Deutschland oder die indopakistanische in England weniger betroffen sind. In Frankreich ist die dritte Einwanderergeneration zwar weitgehend 'entarabisiert' Psychologisch fragile Jugendliche verspüren aber gerade deshalb ein Gefühl der Schande und des Hasses, weil sie ihre Herkunft verraten hätten. Um dieses Schuldgefühl abzubauen, lassen sie sich indoktrinieren und teilweise gar zum Märtyrertod verleiten... Frankreich wird von den Salafisten auch wegen seiner Kultur, der Aufklärung und Voltaire verabscheut. Der algerische Islamist Ali Ben Hadj meinte vor Jahren schon, man müsse diejenigen eliminieren, welche die 'giftige Milch Frankreichs' getrunken hätten."

Auf Slate.fr berichtet Bethany Allen-Ebrahimian unterdessen, dass jetzt auch China in den rasant wachsenden Markt mit Halal-Lebensmittel einsteigen will.

Politik, 11.06.2016

Im taz-Interview mit Eva-Christina spricht der Schriftsteller Hector Abad über die Jahrzehnte der Gewalt in Kolumbien, die Ermordung seines Vaters durch Paramilitärs und die Hoffnung auf ein Ende des Bürgerkriegs: "Ich habe die Verpflichtung, optimistisch zu sein und Optimus in meinem Land zu verbreiten - vor allem, weil eine Bewegung innerhalb der extremen Rechten in Kolumbien den Verhandlungen und einem Friedensvertrag absolut feindlich gegenübersteht. Im Jahr 1985 wäre es schon einmal fast zu einer Einigung mit der Guerilla gekommen. Doch die extreme Rechte hat die Partei der Linken, die der Farc nahestehende UP, vernichtet. Das Land verfiel wieder in die alte Kriegslogik. Es folgten weitere dreißig Jahre mit Entführungen, Massakern, Verschwundenen und Toten. Nun sind wir erneut an einem Scheideweg."

In der Welt porträtiert Andrea Seibel den konservativen Historiker Niall Ferguson, der zwar für den Brexit ist, aber einen ganz anderen Abschied fürchtet: "Am Ende würde Großbritannien den Status von Norwegen haben. Mächtig machtlos. Das sei nicht schlecht, aber auch nicht gut. Jedenfalls nicht das Ende der Welt. Viel mehr beunruhigt ihn Donald Trump. Würde dieser Präsident der Amerikaner werden, dann läge die größte Macht der Welt in den Händen eines Mannes, der keinen Charakter und keine Integrität habe. 'Man kann ihm und Amerika nicht mehr trauen. Das ist viel beunruhigender als der Brexit.'"

Im Guardian sieht das Jonathan Freedland genau andersrum: "Trump als Präsident wäre eine nationale und internationale Peinlichkeit, aber es gäbe die Chance, sie nach vier Jahren zu beenden. Und die amerikanische Republik hat starke, lange etablierte Stützen - den Senat, den Obersten Gerichtshof -, die den Reality-TV-Star in die Schranken weisen. Es wäre ein Albtraum, kein Zweifel, doch ein Ende wäre absehbar."

Weiteres: Der Tagesspiegel meldet, dass sich Berlin in seiner Schlurfigkeit noch selbst übertreffen kann: Angesichts der überlasteten Bürgerämter und nicht funktionierender Software fürchtet die Landeswahlleiterin um die Durchführbarkeit der Wahlen im Herbst. Thomas Steinfeld berichtet in der SZ von einer Ausstellung im Museo di Salò, die den Kult um den Duce eher fortführt, als ihn kritisch zu beleuchten.

Medien, 11.06.2016

Mit seinen Doping-Recherchen hat sich WDR-Sportreporter Hajo Seppelt den Zorn des Kreml auf sich gezogen, der ihm prompt das russische Staatsfernsehen mit einer besonders impertinenten Interviewerin auf den Hals hetzte. In der FAZ beschreiben Friedrich Schmidt und Michael Hanfeld, wie es während des Interviews zum absehbaren Eklat kam. Selbst Schuld, meint dagegen in der FR Christian Esch: "Wer sich mit dem russischen Staatsfernsehen trifft, der weiß ja, was ihn erwartet. Olga Skabejewa, die junge Interviewerin, ist nicht für ihre Sportkompetenz bekannt, sondern vor allem für ihre schneidend metallische Stimme, mit der sie schon 2013 giftig über Oppositionsdemos berichtete."

Auf Slate.com erklärt Jordan Weissman, warum Gawker in seiner titanischen Auseinandersetzung mit Hulk Hogan und dem noch gruseligen Milliardär Peter Thiel Gläubigerschutz beantragte: "Entering bankruptcy automatically halts the collection of any legal judgments against a company. That means Gawker Media can now appeal the privacy case without worrying about Hogan swooping in to try and seize its assets."

Gesellschaft, 11.06.2016

Reinhard Seiß ahnt in der FAZ zwar, dass sich Wien bei der Entwicklung der Seestadt Aspern aus einer gewissen Not heraus etwas Mühe geben musste, weiß das Ergebnis aber trotzdem zu schätzen: "Hier wurde nach langer Zeit wieder einmal Städtebau statt bloß Siedlungsbau betrieben. So sind die Hauptstraßen keine unwirtlichen Verkehrsschneisen, sondern das stadträumliche und kommerzielle Rückgrat der Seestadt - allen voran die Maria-Tusch-Straße: Der vorstädtische Boulevard bietet auch Autos Platz, ist vor allem aber ein urbaner Freiraum mit Aufenthaltsqualität. Zu beiden Seiten werden die großzügigen Erdgeschosse von Händlern, Dienstleistern und Gastronomen genutzt, und das in einer für Wiens Neubaugebiete unüblichen Vielfalt."

Weiteres: In der NZZ besucht Andrea Köhler den Serenity Park in Los Angeles, wo Kriegsveteranen und verwaiste Papageien einander helfen sollen.



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