Heute in den Feuilletons "Nicht auf deinen Befehl, Marina Abramovic"

Der "Guardian" bockt gegen die Performance-Großkünstlerin. In der "FAZ" versteht Martin Amis nicht, weshalb seine Holocaust-Komödie "The Zone of Interest" hierzulande nicht veröffentlicht werden soll. Die "Welt" feiert Facebook als Medium der Völkerverständigung.


Efeu - Die Kulturrundschau

Film, 28.08.2014

Die Netzpiloten präsentieren eine Reihe von Interviews mit Kulturschaffenden, die erzählen, was die Digitalisierung in ihrem Beruf verändert hat. Das erste Gespräch führte Gina Schad schon vor ein paar Tagen mit Film- und Fernsehregisseur Dani Levy, der unter anderem sehr froh ist, dass Netflix nach Deutschland kommt: "Das ist eine Riesenchance. Ich glaube, alles hilft uns, das uns aus den Fängen und Monopolen der Fernsehanstalten 'befreit' und uns Alternativen gibt zu den konventionellen Methoden und Auffassungen der Redaktionen und der Zuschauerschaft, die ja bei den Öffentlich-Rechtlichen zwischen 60 und 90 Jahre alt ist."

Die Filmfestspiele von Venedig haben gestern Abend mit Alejandro González Iñárritus Dramen-Komödie "Birdman" begonnen, in dem Michael Keaton, der selbst zweimal Batman gespielt hat, den einstigen Darsteller eines Superhelden spielt, der mit seiner Rolle nun ins Theater wechseln möchte. Ein trotz Schwächen gelungener Auftakt, meint Dietmar Dath in der FAZ: "Keatons Selbstanalyse qua Rollenspiel an der Grenze zur Psychose (...) ist nicht nur der Inhalt von 'Birdman', sondern auch die Form, in der Iñárritu sich als Künstler ebenfalls selbst analysiert - genauer: die Vorzüge und Mängel seiner Autorenästhetik, von der man schon früher hätte merken können, wie nah sie an den formelhaftesten, klischeestarrsten, manipulativsten Hollywoodkinosprachwerkzeugen entlang gebaut ist."

Glänzend gelaunt berichtet auch Anke Westphal in der Berliner Zeitung von dem Film, in dem "so ausgiebig wie lustvoll mit Doppel- und Meta-Ebenen gearbeitet wird" und "fulminante Schauspielduelle" zwischen Michael Keaton und Edward Norton locken. Diese findet im übrigen auch Susan Vahabzadeh von der SZ "einfach grandios", allerdings ist der forcierte magische Realismus für ihren Geschmack einfach zu beliebig. Christiane Peitz vom Tagesspiegel ist zwar ebenfalls schwer verknallt ins Spiel von Norton und Keaton, doch hält sie den Film auch deshalb für einen "Super-Eröffnungsfilm", da er sich um all das dreht, "was Kino ausmacht: "Um Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Obsession und Autosuggestion, darum, ob wir glauben, was wir sehen." Auch wenn Iñárritu von seiner Spezialität, der kunstvoll montierten Tragödie, nun ins komödiantische Fach gewechselt ist, bleibt er sich in "Birdman" in einer Hinsicht auch weiterhin treu, meint Cristina Nord in der taz, die dem Film als einzige eher distanziert gegenüber steht: "Die Verschachtelungen bleiben auf ähnliche Weise Behauptung wie die Puzzlestruktur in [seinen] anderen Filmen". Für die FAZ bloggt Dietmar Dath aus Venedig.

Weiteres: Den Berlinern legt Detlef Kuhlbrodt von der taz ein Dokumentarfilmfestival zum Thema "Aufeinandertreffen von Welten" ans Herz. Jürgen Vogt berichtet in der taz von den Restaurationsarbeiten am traditionsreichen Kino Sala Lugones in Buenos Aires.

Besprochen werden der neue Marvel-Film "Guardians of the Galaxy" ( Perlentaucher , Welt ), die DVD der Drag-Queen-Hommage "I Am Divine" ( Freitag , unsere Kritik hier), ein Bildband mit Fotografien aus dem Archiv von Jean Seberg ( FR ), Isabell Šubas "Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste" ( Freitag ), Volker Schlöndorffs "Diplomatie" ( taz , Berliner Zeitung , Freitag, Welt ), Rick Ostermanns "Wolfskinder" ( taz ), Welt), John Carneys "Can A Song Save Your Life" ( Tagesspiegel , Zeit ) und John Maloofs "Finding Vivan Maier" ( NZZ )

Musik, 28.08.2014

Kate Bushs erstes Konzert nach 35 Jahren hat auch Urs Arnold von SZ ganz und gar in seinen Bann gezogen: Gerührt bezeugt er "eine große Pop-Oper, bei der die ungewöhnlich opulente optische Inszenierung kein albernes Eigenleben führt, sondern einfach nur die Schönheit und Eigenwilligkeit dieser Popmusik noch etwas heller strahlen lässt." Sehr aus der Ferne berichtet Matthias Thibaut im Tagesspiegel über die Medienreaktionen auf das Großereignis. Bei Dangerous Minds stoßen wir unterdessen auf die brandneue BBC-Doku über die Sängerin.

Weitere Artikel: In der Berliner Zeitung stimmt Markus Schneider auf die Berlin Music Week ein. Ganz gerührt kommt FAZ-Kritiker Oliver Maria Schmitt von Rocko Schamonis großer Frankfurter Gala mit vergessenen Chansons nach Hause.

Besprochen werden ein Konzert von Niels Frevert ( Berliner Zeitung ), das neue Album der Hamburger Emo-Punks Grand Griffon ( ZeitOnline ), die neuen Konzerte von Wolfgang Rihm, denen Christian Wildhagen in der FAZ mit feinstem ästhetischen Sensorium auf den Grund geht und eine CD mit von Anna Prohaska aufgenommenen Soldatenliedern (SZ).

Literatur, 28.08.2014

Für die FAZ hat sich Thomas David mit Martin Amis über dessen neuen, heute in England erscheinenden, in Deutschland von Hanser abgelehnten Shoah-Roman "The Zone of Interest" unterhalten. In England wird der Roman bereits als "Holocaust-Komödie" besprochen, der Autor erklärt seine Absichten so: Er wollte "die Idiotie des ganzen NS-Unternehmens hervorheben, die vollkommene Unverständlichkeit des Ganzen. Das ist eine andere Art zu sagen, wie psychopathisch und pathologisch das alles war. ... Was macht man mit einem bizarren Detail wie der Tatsache, dass die Opfer für ihre eigene Bahnreise nach Auschwitz zahlen mussten? Ich glaube nicht, dass ich meinen Roman rechtfertigen muss."

Im Tagesspiegel führt Lars von Törne durch das Schaffen der Comicautorin Ileana Surducan. Erhard Schütz vom Freitag stellt Bücher über den Ersten Weltkrieg vor. Im Freitag schreibt Sabine Kebir den Nachruf auf die Schriftstellerin Elfriede Brüning.

Besprochen werden unter anderen Sofi Oksanens "Als die Tauben verschwanden" ( Freitag ), Mawils Comic "Kinderland" ( Zeit ), Benjamin Percys Fantasy-Roman "Roter Mond" ( FR ) und zwei Romane über Kambodscha unter den Roten Khmer ( NZZ ).

Kunst, 28.08.2014

Hanno Rauterberg besucht für die Zeit eine Performance von Marina Abramovic in London und lernt dabei, dass es eine "Radikalität der Sanftmut" gibt. Im Guardian stellte sich Laura Cumming dagegen bockig, als sie die Performance im Juni besuchte: "Abramovic, or one of the assistants, singles you out of the crowd and moves you around the gallery. She does this by taking your hand and drawing you slowly but firmly along like a naughty child until an appropriate spot is found. There you are stationed - facing the wall, in my case, in punishment position - and left to remain. That this is meant to be Zen seemed implicit in the instructions Abramovic mouthed in my ear. 'Relax,' she says, taking my shoulders in her strenuous grip. I don't feel like relaxing. A minute passes. 'Breathe!' she insists. Not on your orders, lady…"

Caroline Vinquist stellt im Art-Magazin "Dinge Drucken", ein Buch über die Möglichkeiten von 3D-Druckern vor und stellt fest: "Wenn Sie einen Computer mit Internetanschluss und einen 3D-Drucker besitzen, liegt Ihnen die Welt zu Füßen."

Bühne, 28.08.2014

In der NZZ verabschiedet Peter Hagmann nach nur drei Sommern in Salzburg den Intendanten Alexander Pereira. Künstlerischen Substanzverlust, beliebige Ästhetik, Namedropping und Alleinherrschaft wirft Hagmann dem Intendanten vor und schließt: "Im großen Ganzen war in den drei Sommern eine Art Familie rund um Pereira versammelt. Zu ihrem innersten Kreis gehörten Sven-Eric Bechtolf, der dieses Jahr mit einem besonders mittelmäßigen 'Don Giovanni' aufgefallen ist, Alvis Hermanis, der offensiv für die reine Bebilderung eintritt, und Damiano Michieletto, dessen Inszenierungen auf Slapstick und Unterhaltung nach der Art einer bunten TV-Show zielen. In allen Fällen blieb das Musiktheater als Theater unterbelichtet, weil die Figuren nicht ausgearbeitet waren und somit kein Profil gewannen; stattdessen lebten Rampensingen und Händeringen von ehedem wieder auf."

Mit dem weltgrößten Kunstfestival, dem Edinburgh Festival Fringe, müsste das Vereinigte Königreich mit der Unabhängigkeit Schottlands etwas sehr besonderes abgeben, berichtet nachtkritik und veröffentlicht einen Theaterbrief des britischen Journalisten Andrew Haydon mit den besten Eindrücken: "Indeed, at this year's Fringe Summerhall seemed to completely dominate the best-of theatre coverage. It does seem that every year a single venue seems to coalesce in the collective imagination as The Place To Be."


9Punkt - Die Debattenrundschau

Europa, 28.08.2014

Europa nimmt nicht zur Kenntnis, dass Ungarn unter seinem Ministerpräsidenten Viktor Orban eine immer dezidierter antiwestliche Linie fährt, schreibt Jacqeus Schuster in der Welt und zitiert aus einer Rede Obans im Juli, in der Orban verspricht, sich an Gesellschaften zu orientieren, die "nicht westlich, nicht liberal, und keine liberalen Demokratien, vielleicht nicht einmal Demokratien sind". Schuster konstatiert eine Putinisierung Ungarns: "Überhaupt sind Staaten wie Russland, China und die Türkei Orbáns 'Stars', wie er sie nennt. Sie scherten sich nicht um die 'in Westeuropa akzeptierten Dogmen und Ideologien'." Aber dass Ungarn in den neunziger Jahren 25 Milliarden Euro von der EU erhalten hat, verschweigt Orban, so Schuster.

(Propagandadampfer: Das Budapester Nationaltheater. Foto unter CC-Lzenz bei Flickr von jaime.silva.)

Nicht wenige Kulturschaffende sind begeistert dabei, erzählt unterdessen Gregor Mayer im Standard mit Blick auf den willfährigen und mächtigen Regisseur Attila Vidnyánszky, einen Büttel Orbans, der das Nationaltheater in Budapest leitet und großen Einfluss auf Besetzung von Posten hat: "Am Nationaltheater inszeniert der Regisseur nun Regierungspropaganda. So etwa in seiner 'Johanna auf dem Scheiterhaufen' von Paul Claudel und Arthur Honegger. Die Johanna von Orléans ist da ein Opfer der bösartigen, hinterhältigen europäischen Politik. Aber sie opfert sich auf 'für die Nation, für die Heimat, im Namen Gottes', wie Vidnyánszky in den Medien erklärte."

Internet, 28.08.2014

In der Welt feiert Gideon Böss Facebook als Medium der Völkerverständigung. Und ebendort fragt sich Mara Delius, was Amazon mit der Spielefirma Twitch will. Ingo Arzt murrt in der taz zum Twitch-Erwerb: "Als ordentlicher Kulturpessimist kommt man überhaupt nicht mehr hinterher, all diese Volten des Netzzeitalters in adäquate Verfallsszenarien zu integrieren."

Ideen, 28.08.2014

In der SZ plädiert der Soziologe Heinz Bude für eine gelassene Kapitalismuskritik: "Es ist nicht nötig, in den Ich-Streik zu treten, um sich vom Kapitalismus zu retten. Das Politische beginnt mit dem Impuls, zu einer als Macht empfundenen Zumutung Nein sagen zu können, und mit dem Bedürfnis, diese Empfindung mit anderen teilen zu wollen."

Außerdem: In der taz freut sich Robert Misik, dass sogar ein Moderater wie Wolfgang Streeck, Direktor des Max-Plank-Instituts für Gesellschaftsforschung, inzwischen fragt: "How Will Capitalism End?".

Kulturpolitik, 28.08.2014

Die Reaktionen auf die Installierung der neuen Kulturministerin Fleur Pellerin in Frankreich sind gespalten. Während Libération einen AFP-Ticker mit den überglücklichen Reaktionen von Film- und Musikfunktionären präsentiert, die sich einen Kampf Pellerins gegen "Piraten" und für die "Kulturelle Ausnahme" versprechen, sind die Vertreter der Kulturschaffenden eher zerknirscht. Die "Intermittents du spectacle" fürchten über ihren Status beim Arbeitsamt, das sie zwischen Engagements finanzierte, berichtet Aureliano Tonet in Le Monde: "Die ersten Reaktionen... zeigen das Misstrauen über die Neue: 'Wir machen uns Sorgen über eine Regierung, die ihre Sparpolitik noch verschärft', betont Denis Gavrouil von der Gewerkschaft CGT-Spectacle und beklagt den unter Präsident Hollande gekürzten Kulturetat."

Etwas gar zu freundlich findet in der SZ Jens Bisky die Nachrufe auf Klaus Wowereit, der vorgestern als Regierender Bürgermeister von Berlin zurückgetreten ist: Sehr viele Projekte sind nichts geworden, von Kunsthalle bis Stadtbibliothek, zählt er auf, und das Amt des Kultursenators hat Wowereit auch noch abgeschafft. "Die Wirtschaftsdaten sind es, die für Wowereit sprechen, jedenfalls relativ gesehen. In der Kultur ist er an der wichtigsten Aufgabe gescheitert: Er hat es nicht verstanden, die städtischen Einrichtungen, die urbane Infrastruktur zu stärken und zu modernisieren."

In der NZZ stellt Bernd Brunner die Stadt Mardin vor, ein "Kleinod weit hinten in der Türkei", wie es in der Überschrift heißt, die auf Anerkennung als Unesco-Welterbe hofft: "Betont wird die ethnische und religiöse Vielfalt der Stadt, in der arabisch, kurdisch, türkisch und aramäisch gesprochen wird. 'Die Weltstadt Mardin soll wie ein Stern strahlen', sagt Ahmet Cengiz, der Gouverneur von Mardin. Aber es gibt ein Problem: Neue Betonbauten beeinträchtigen das historische Stadtbild. 150 Neubauten aus Beton sind schon abgerissen worden, weitere 400 sollen folgen. Doch in manchen dieser Gebäude wohnen geflohene Syrer, die hier bei türkischen Verwandten untergekommen sind, wie ein Professor erklärt ... Die AKP, Erdogans Partei, die in der Stadt das Sagen hat, muss behutsam vorgehen, weil sie keine Wähler verlieren möchte."

Medien, 28.08.2014

Muss man Angst haben vor dem neuen Roboter-Journalismus? Ach was, meint Stefan Betschon in der NZZ: "Die Computerlinguistik hat seit SHRDLU Fortschritte gemacht, die Leitern sind länger geworden, doch der Weg zum Mond ist weit."

Religion, 28.08.2014

Der irakisch-deutsche Autor Sherko Fatah spricht im Interview mit der Zeit über die Gründe für den militärischen Erfolg der Terrorgruppe Islamischer Staat und über ihre erfolgreiche Maskierung als religiöse Überzeugungstäter: "Die Brutalität legitimiert sich auch aus der Geschichte des Islams, aus Mohammeds imperialer Phase. Die Kriegführung des Propheten war durch Abscheulichkeiten gekennzeichnet. Er hat zum Beispiel erstmalig die Dattelpalmen gefällt, um die Leute auszuhungern. Das war nicht üblich bis dahin, das war eine besondere Perfidie gegen die Zivilbevölkerung. Er hat das in Kauf genommen. Das wissen die IS-Leute natürlich. Das ist Teil ihrer Mythologie, und sie können die Grausamkeiten bis zu einem gewissen Grad als Kriegshandlungen rechtfertigen."

Politik, 28.08.2014

In der taz versucht Inga Rogg dankenswerterweise einmal zu erklären, warum sich in Katar immer wieder Unterstützung für muslimische Fundamentalisten wie die Muslimbrüder oder wohl auch den IS findet. Das habe weniger mit dem Kampf gegen den Westen zu tun (mit dem Katar ganz gute Beziehungen unterhält) als mit Konflikten innerhalb der arabischen Welt: "In Katar sitzt die Angst tief, von Saudi-Arabien geschluckt zu werden oder im Konflikt zwischen dem sunnitischen Schwergewicht und seinem schiitischen Rivalen Iran unter die Räder zu kommen."

Der jüngste Gaza-Konflikt war nur eine Episode in einem Krieg gegen israelische Zivilisten, der seit dem Scheitern der Verträge von Oslo 2000 andauert, schreibt Yossi Klein Halevi in der New Republic. Die Raketen der Hamas sind eine der Waffen in diesem Krieg: "Ihr Erfolg misst sich nicht nach Toten, sondern im psychologischen Effekt. Tote Israelis sind ein Bonus; der Zweck ist die Terrorisierung. Wie Yasser Arafat, der Meister des psycholgischen Kreigs, sagte: Terrorismus soll Verzweiflung in Israel auslösen, die am Ende im Weggang der Mittelklasse und dem Kollaps des jüdischen Staats kulminiert."

Im Iran will Präsident Rohani die Meinungsfreiheit stärken, das passt vielen seiner Kritikern nicht, berichtet in der NZZ Joseph Croitoru: "Bei Kampfrhetorik allein bleibt es in diesem Meinungsstreit nicht. Rohanis Rivalen aus dem konservativen Lager blockieren seine Initiativen durch harte Strafen, mit denen sie einheimische Journalisten und Internetaktivisten in zunehmendem Maße belegen. So hat unlängst ein Revolutionsgericht in Teheran gegen acht Personen, die verschiedene Facebook-Seiten erstellt hatten, insgesamt 127 Jahre Freiheitsstrafe verhängt."

In der taz setzt Mely Kiyak wenig Hoffnung in einen neu gegründeten Kurdenstaat: "Die Autonome Region Kurdistan im Nordirak funktioniert zu großen Teilen deshalb, weil die Amerikaner dieses Vorhaben unterstützten. Es sind die Shoppingmalls und der Wohlstand, das Erdöl, der Übergang von der Landwirtschaft in den modernen Kapitalismus, der für Ruhe sorgt, nicht die Bruderliebe. Das Einzige, was die Kurden eint, ist ihre Utopie Kurdistan. Doch wenn sie die erreicht haben, werden sie übereinander herfallen, so wie sie es taten, als noch nicht Staaten oder Islamisten über sie herfielen, sondern sie sich selbst zu Feinden erklärten. "

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