Heute in den Feuilletons "Wie eine südkoreanische Mickey Mouse auf MDMA"

Die "Welt" ist hin und weg vom Debütalbum von Horrorfilmregisseur John Carpenter. Die "Berliner Zeitung" schwärmt von der Kollaboration von Madonna mit Produzent Sophie. Allgemeine Irritierung herrscht über die Querelen bei der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin.


Efeu - Die Kulturrundschau

Kunst, 06.03.2015

Dem italienischen Fotografen Giovanni Troilo wurde der World Press Photo Award aberkannt, weil seine düstere Bilderserie über die Stadt Charleroi doch um einiges stärker inszeniert war, als es den Kriterien des Fotojournalismus entspricht. Das großartige französische Fotoblog OAI 13 hat bei der Aufdeckung der Ungereimtheiten eine bedeutende Rolle gespielt (mehr hier und hier in Le Monde). Nun denkt Bruno Dubreuil bei OAI 13 über Fälschungen in der Fotografie ganz allgemein nach und präsentiert die erste Fälschung der Fotogeschichte: "Selbst wenn es auf der Hand liegt, dass Wahrheit im Fotojournalismus gefordert wird, liegt die Fälschung doch in den Genen der fotografischen Maschinerie. Schon im Oktober 1840 stellte sich Hippolyte Bayard als Ertrunkener dar, in der ersten inszenierten Fotografie. Dem Foto war eine Legende zur Seite gestellt, das die Académie beschuldigte, Daguerre und nicht ihm das Patent gegeben zu haben, so dass Bayard zum Selbstmord getrieben worden sei. Ein Jahr in der offiziellen Existenz der Fotografie hat ausgereicht, um sie von der Realität zu lösen!"

Mit seiner Skulptur "Geschenkter Gaul", einem Pferdeskelett, das Aktienkurse anzeigt, löst Hans Haacke Katharina Fritschs "Blauen Hahn" auf dem Londoner Trafalgar Square ab. Marcus Woeller zeigt sich in der Welt mäßig beeindruckt, von Bürgermeister Boris Johnson ganz zu schweigen: "'Was passiert, wenn die unsichtbare Hand des Marktes uns das Ja-Wort aufzwingt?', fragt er nun sinngemäß auf der Webseite der Londoner Stadtverwaltung und spielt damit nicht nur auf die Entgrenzungen des börsennotierten Finanzmarkts an, sondern auch auf den boomenden Kunstmarkt. Boris Johnson lässt sich von derlei Harmlosigkeiten aber nicht provozieren und kontert mit der professionellen Selbstgefälligkeit des Bürgermeisters: 'London ist die Kultur- und Kunsthauptstadt der Welt, und das ist der Beleg für unsere Freiheit und Ungezwungenheit.'" In der SZ berichtet Alexander Menden von der feierlichen Enthüllung.

Im Dresdner Albertinum werden Gerhard Richters vier nach Fotografien eines KZ-Häftlings entstandene Bilder erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ingeborg Ruthe beschreibt in der FR, wie sich der Künstler der Ungeheuerlichkeit des Massenmords an den Juden ästhetisch nähere, ohne diesen zu banalisieren: "Er holt in den Birkenau-Bildern mit dem Schabeisen und dem Rakel verborgene Schichten hervor, kaum erträgliche Tatsachen, Gedanken, Emotionen. Er wirft alles auf die Bühne unserer Gegenwart, auf die freigelegten Oberflächen, er nähert sich an und er spiegelt. ... Er könnte das Entsetzliche, das Ungeheuerliche nur abstrakt malen. Mit Abstand."

Weitere Artikel: Moderne Technik brachte ans Licht, dass an Rembrandts "Susanna" im 18. Jahrhundert herumgepinselt wurde, berichtet Ingeborg Ruthe in der FR. In der Welt macht Frank Maier-Solgk einen neuen Museumstrend aus: Regionale Museen für die Kulturschätze aus der Heimat.

Besprochen werden die von dem Schriftsteller Agustín Fernández Mallo kuratierte Ausstellung "Implosió" im Museum Es Baluard in Palma ( NZZ ) und die Ausstellung "Künstler und Propheten - Eine geheime Geschichte der Moderne 1872-1972" in der Schirn in Frankfurt (Julia Voss von der FAZ wähnt sich zuweilen wie im "Märchenzauberschrank").

Film, 06.03.2015

Auf Artechock erinnert sich Rüdiger Suchsland an die Berlinale-Premiere von Dominik Grafs "Was heißt hier Ende?", einer Hommage an den 2011 verstorbenen FAZ-Filmkritiker Michael Althen. In dem Film kommen auch viele, einstige Weggefährten und etablierte Filmkritiker zu Wort, die von gut bezahlten Posten aus sehr resignierend über den Stand der Filmkritik und insbesondere den Nachwuchs reden, berichtet Suchsland. Was ihn schon auch wurmt: "Ein bisschen spricht aus Vielem auch die Melan­cholie und das Älter­werden einer Gene­ra­tion. ... Beim Gejammer [sollte man] nicht verschweigen, dass die glorreiche FAZ, kaum war Michael Althen unter der Erde, auch seine DVD-Seite beerdigt hat, und die Filmseite gekürzt, und und... Das schöne Wort vom 'Qualitäts­jour­na­lismus' ist auch eine Chiffre für Denk­faul­heit. Und der primitive Service­jour­na­lismus, der star­ori­en­tierte Boulevard, das Abschaffen und Kürzen von Zeitungs­seiten, das ist doch keine Erfindung der Jungen, gegen die sich die Nicht-mehr-Jungen beherzt gesträubt hätten."

Weitere Artikel: Lena Bopp trifft sich für die FAZ mit der in Frankreich immens populären Schauspielerin Karin Viard, die bei uns gerade in der Komödie "Verstehen Sie die Béliers?" zu sehen ist.

Besprochen werden Neill Blomkamps Science-Fiction-Film "Chappie" ( Tagesspiegel , Perlentaucher , SZ), das Alzheimer-Drama "Still Alice" mit Julianne Moore ( FR , mehr) und der Dokumentarfilm "An der Seite der Braut" ( Jungle World ).

Bühne, 06.03.2015

Besprochen werden die Frankfurter Aufführung von Mieczyslaw Weinbergs Auschwitz-Oper "Die Passagierin" (SZ) und Andrea Bergs Inszenierung und, laut Irene Bazinger (FAZ), Neudeutung von Alban Bergs Zwölftonoper "Lulu" in Berlin.

Musik, 06.03.2015

John Carpenter hat mit "Lost Themes" sein erstes Popalbum herausgebracht. Welt-Rezensent Harald Peters ist fasziniert, erinnert sich aber auch daran, dass der heute 67-jährige Regisseur schon aus Kostengründen immer selbst die Musik zu seinen Horrorfilmen gemacht hatte: "Mit ein paar altertümlichen Röhrensynthesizern, die er kaum zu bedienen wusste, machte er sich ans Werk, und weil er dabei ebenso effizient wie kostengünstig vorging, sollte er fast seine gesamte Karriere als Filmemacher dabei bleiben. Für den Soundtrack 'Assault on Precinct 13' brauchte er nur einen Tag, doch das Hauptthema, eine fiese, im Schneckentempo dröhnende Basslinie, die sich geradewegs ins Bewusstsein fräst, während nebenbei das Metronom tickt, hinterließ Spuren in allen möglichen Bereichen der populären Musik: Techno, House, Dark Wave, Hip-Hop und Drone."

Musikkritiker, hört auf zu meckern, Madonnas Album "Rebel Heart" ist ihr bestes seit langer Zeit und zudem "ein sehr persönliches", versichert Jens Balzer in der Berliner Zeitung. Insbesondere die in Zusammenarbeit mit dem Produzenten (!) Sophie entstandenen Songs lassen ihn aufmerken: "Sophies dick überzuckerter Post-Internet-Pop überwindet die Ödnis der kapitalistischen Massenkultur mit den Mitteln der kapitalistischen Massenkultur so wie Madonna in ihren subversivsten Momenten in den Achtzigerjahren; nur dass Sophie diese ästhetische Strategie unter den Bedingungen der vollständig globalisierten und digitalisierten Popkultur des Jahres 2015 wiederholt und Madonna unter seiner Ägide wie eine südkoreanische Mickey Mouse auf MDMA klingt." (In der SZ bespricht Jens-Christian Rabe das Album, soviel sei verraten, deutlich weniger euphorisch.)

Weitere Artikel: Conchita Wurst (auf dem Foto eine Vision in Grau mit knallroten Pumps, elegant auf ein Sofa drapiert) gibt der Welt ein 20-minütiges Interview über Schlafpositionen, Butterkekse und die sexuelle Orientierung von Käsekrainern. Gerrit Bartels trifft sich für den Tagesspiegel mit Westbam, der sich zum 50. Geburtstag eine Autobiografie gönnt. Carla Baum porträtiert in der taz die marokkanische Sängerin Oum El Ghaith Benessahraoui, "die sich von nichts und niemandem diktieren lässt, wie sie sich geben soll."

Besprochen werden das Debüt von Future Brown ( taz ), das neue Album von Bilderbuch ( Zeit ) und das Berliner Nena-Konzert ( Berliner Zeitung , Tagesspiegel , SZ).

Außerdem: Annie Clarke von St. Vincent spricht mit Andy Gill von Gang of Four.

Architektur, 06.03.2015

In der NZZ kann sich Gabriele Detterer der einlullenden Schönheit des neuen Google Campus, den die Architekten Bjarke Ingels und Thomas Heatherwick entworfen haben, nicht entziehen.

Literatur, 06.03.2015

Mäßig amüsiert hat sich Ingo Schulzes Hund bei den von Günter Grass in Lübeck veranstalteten Autorenlesungen. Schon die Hinfahrt war eine Zumutung, erzählt er in der NZZ: "Freitag, 27. Februar . . . kalt und hungrig und der Zug am Freitagabend überfüllt, was m. H. (mein Herrchen - Anm. d. Red.) leicht hätte voraussehen können und deshalb zwei Platzkarten kaufen. Wie oft habe ich m. H. schon gesagt: Schriftsteller gehören an den Schreibtisch, nicht in den Zug! Und dann auch noch einen halben Tag zu spät. Ich dachte, wir würden uns wenigstens auf der Zugfahrt unterhalten. Kein Wort hat er mit mir geredet, sondern immer nur an seinem Text herumgebosselt, den er vorlesen will. Wenn ihn das so nervös macht, warum hat er sich dann keinen anderen Beruf gesucht?"

Weitere Artikel: In der NZZ skizziert Joachim Güntner die Lage des Buchhandels in Deutschland und der Schweiz. Tilman Krause erinnert sich in der Welt an seinen liebsten Raddatz. Stefan Michalzik berichtet in der FR von Jochen Distelmeyers Frankfurter Lesung aus dessen Roman "Otis".

Besprochen werden u.a. Kazuo Ishiguros neuer Roman "The Buried Giant" ( Welt ) und Gertraud Klemms "Aberland" ( ZeitOnline ).

Design, 06.03.2015

Design sollte die Dinge nicht einfacher machen, sondern schwieriger. Manchmal jedenfalls, schreibt Brian Millar im Guardian mit einem zärtlichen Blick auf seine Leica: "Ich liebe meine Kamera. Ich liebe sie, obwohl ich einen Monat lang nur schreckliche Bilder damit gemacht habe. Ich liebe sie, obwohl ich die Blende einstellen, mich um die Tiefenschärfe ängstigen muss und meine Familie nerve, während ich an den Metallknöpfen fummele. Ich liebe sie, weil sie mich zum Denken bringt: über Licht, Farbe und Komposition. Ich machen mit ihr weniger Bilder als mit meinem Handy, aber viel bessere."

In L'Express erzählt Alber Elbaz, der heutige Modeschöpfer von Lanvin, wie er die Ausstellung über Jeanne Lanvin im Palais Galliéra kuratiert hat, und warum er viele Kleider flach auf Glasplatten legte, statt sie auf Puppen zu präsentieren: "Sehen Sie sich den Abendmantel an, der auf der Einladungskarte fotografiert ist, diese Kimono-Ärmel, die ans 18. Jahrhundert erinnernde Silhouette: Das scheint sehr zeitgenössisch, fast wie das Werk eines jungen avantgardistischen Designers. Man sieht das, wenn es so flach hingelegt wird, man erkennt die außergewöhnliche Arbeit an der Form, der Komposition."


9Punkt - Die Debattenrundschau

Europa, 06.03.2015

Deutlich spricht sich Herta Müller in einem großartigen Gespräch mit Andrea Seibel von der Welt gegen Wladimir Putin aus und reflektiert das traurige Nachleben von Diktaturen: "Wenn eine Diktatur zusammenbricht, dann entsteht nicht qua Naturgesetz eine Demokratie, sondern zuerst ein Zwischenstadium, aus dem wieder eine Diktatur oder eine Demokratie entstehen kann. Diktaturen haben die Substanz der Bevölkerung geplündert, sie haben den Leuten das Leben gestohlen. Geblieben ist der Apparat, das alte Personal der Diktatur in neuen Funktionen in der Politik, in der Wirtschaft. Das zweite Leben der Nomenklatura."

Dem türkischen Bildhauer Mehmet Aksoy wurde von einem Gericht eine Kompensation von 10.000 Lira (rund 3.500 Euro) zugesprochen, meldet Jürgen Gottschlich in der taz. Das Überraschende: bei dem Beklagten handelt es sich um den gegen Justiz ansonsten immunen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Er wurde schuldig gesprochen, den Künstler wegen eines Denkmals, das zur Aussöhnung mit den armenischen Nachbarn anregen sollte, beleidigt zu haben: "Als Erdogan, damals Ministerpräsident, bei einem Besuch in Kars das Denkmal sah, bezeichnete er das Kunstwerk öffentlich als widerlich und monströs. Der Kunstkritiker im Amt des Ministerpräsidenten sorgte dafür, dass das Versöhnungsdenkmal in Kars innerhalb weniger Monate zerlegt und abgerissen wurde, obwohl Mehmet Aksoy von der gesamten türkischen und vereinzelt auch internationalen Kunstszene unterstützt wurde."

Ebenfalls in der taz porträtiert Daniel Zylberstajn Marina Litwinenko, die Witwe des ehemaligen KGB-Agenten Alexander Litwinenko, der 2006 in London ermordet wurde. Viele Jahre hat sie für eine gerichtliche Untersuchung des Mords gekämpft, im Januar nahm nun der Untersuchungsausschuss seine Arbeit auf: "Es gilt als sicher, mit wem sich Litwinenko am Tag seiner Vergiftung traf. Bei dem Täter soll es sich nach Berichten britischer Zeitungen um Andrei Lugowoi handeln, einen ehemaligen KGB-Agenten und heutigen Geschäftsmann und Politiker, den Litwinenko offenbar kannte. Die Spur der radioaktiven Substanz, die ihn tötete, zieht sich durch ganz London und bis nach Hamburg. Seine Frau aber will keine Vermutungen. 'Ich will mit Gewissheit sagen können, wie es zum Tod Saschas kam, und nicht irgendwas glauben müssen', sagt sie."

Das französische Karikaturenfestival "Osmose de la caricature" in Saint-Jean-de-Sixt in Savoyen ist abgesagt worden, meldet Libération: "Die Organisatoren und das Office du Tourisme berichten, sie seien von Behörden auf Sicherheitsrisiken hingewiesen worden und hätten sich zur Absage entschieden, um das Festival nicht mit zu aufwändigen und teuren Sicherheitsmaßnahmen zu belasten."

Weiteres: In der FAZ erklärt Paul Ingendaay, was Deutschland von der neuen linkspopulistischen Podemos-Partei in Spanien zu erwarten hat.

Gesellschaft, 06.03.2015

Angeblich wird ja dringend akademischer Nachwuchs gesucht. Aber "gilt das auch für die Geisteswissenschaftler", fragt Denis Mirlas in der Welt: "Jährlich verlassen etwa 17.000 Absolventen die Hochschulen mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss, rund ein Fünftel aller Studierenden. Der Scham der Offenbarung bei der Bundesagentur, dem Bewusstwerden des eigenen Versagens, gehen viele aus dem Weg. Auch meine Erfahrung mit der Arbeitsagentur ist alles andere als positiv. Lieber würde ich bei McDonald's arbeiten, als mich erneut wie einen Störenfried behandeln zu lassen."

Die Arbeitsmarktsituation der Geisteswissenschaftler dürfte sich noch weiter verschärfen, denn die Werkzeuge der Geisteswissenschaften werden in absehbarer Zeit durch jene der Naturwissenschaften abgelöst, schreibt der Londoner Evolutionsbiologe Armand Marie Leroi in der SZ. Immer bessere Algorithmen werden die herkömmlichen subjektive Interpretation durch objektive Quanfifizierung ersetzen, ist Leroi überzeugt, auch wenn es einen Bereich gibt, der sich der technischen Auswertung stets entzieht: "Es gibt einen großen Unterschied zwischen Dingen, die Menschen erschaffen haben, und Dingen, die die Natur geschaffen hat: Erstere bedeuten etwas, letztere nicht. Deswegen sind die Geisteswissenschaften voller Kritiker, die Naturwissenschaften nicht: Kritiker erklären uns, was ein Werk bedeutet. Wenn uns Edmund Wilson erzählt, dass Sophokles 'Philoktet' eine Parabel auf die Beziehung zwischen Abartigkeit und Genius ist, wenn Arthur Danto sagt, dass es bei Mark Rothkos 'Untitled' um Schönheit geht, dann befinden wir uns offenbar in einem Bereich des Verstehens, den Zahlen und Algorithmen nicht erfassen."

Kulturpolitik, 06.03.2015

Die Besetzung des Direktorenpostens der Berliner Filmhochschule dffb entwickelt sich mehr und mehr zu einer Farce. Nachdem sich das Auswahlgremium mit dem erstplazierten Kandidaten, dem österreichischen Filmemacher Julian Pölsler, nicht über die Modalitäten einigen konnte, fiel die Wahl nicht auf die zweitplatzierte, die Kamerafrau Sophie Maintigneux. Stattdessen zauberte das Kuratorium unter Vorsitz des Senatskanzleichefs Björn Böhning mit dem Produzenten Ralph Schwingel einen neuen Kandidaten mit rückdatierter Bewerbung aus dem Hut. "Wieso eigentlich kommt Sophie Maintigneux in den Augen des Kuratoriums schon wieder nicht in Frage?", fragt sich Christiane Peitz im Tagesspiegel, zumal laut Ausschreibung bei gleicher Eignung eine Frau bevorzugt wird: "Von ihren Berliner Studenten wurde sie überaus geschätzt, sie kann jahrzehntelange Lehrtätigkeit und Erfahrung im Aufbau von Studiengängen vorweisen."

Auf Artechock kritisiert Rüdiger Suchsland das Verfahren und die Zusammensetzung der Auswahlkommission: "Das wirklich Bemer­kens­werte, Üble und Unak­zep­table daran ist die Tatsache, dass die komplette (!) Studen­ten­schaft und die (zumindest offiziell) komplette Dozen­ten­schaft und die Studi­en­lei­tung der dffb alle an einem Strang ziehen, und dieses Verfahren nicht wollen, das ihnen von Außen aufge­zwungen wird - von einem Kura­to­rium, dem nicht ein einziger Regisseur angehört, aber zwei Fern­seh­re­dak­teu­rinnen (gegen die gar nichts zu sagen ist) und ein US-Main­stream­stu­dio­ver­leiher, Sony-Deutsch­land-Chef Martin Bachmann, der meines Wissen in seinem Leben noch keinen deutschen Studen­ten­film verliehen hat."

Internet, 06.03.2015

Ein französischer Internetnutzer hat Facebook verklagt, weil ihm das Konto abgeschaltet wurde, berichtet Alexandre Hervaud in Libération. Grund dafür war, dass er als Profilbild Courbets berühmtes Gemälde "Der Ursprung der Welt" gewählt hatte. Die Klage ist in Frankreich zugelassen worden. "Im Moment der Abschaltung seines Kontos hatte der Surfer laut seinem Anwalt, Maitre Stéphane Cottineau, etwa 800 Freunde. Ihm sei also ein Schaden entstanden, zumal Facebook auf seine Beschwerde-Mails nicht reagiert habe. Der Internetnutzer habe sich darum entschlossen, Facebook zu verklagen. außer der Reaktivierung seines Kontos fordert er ein Schmerzensgeld von 22.000 Euro."

Überwachung, 06.03.2015

Die Neubauten des BND sind unter Wasser gesetzt worden. Die Schäden gehen in die Millionenhöhe. Diebe haben in oberen Stockwerken Wasserhähne abmontiert, so dass das Wasser durch Kabelschächte und über andere Wege nach unten lief. Das ist selbst Libération einen Bericht wert: "Die deutsche Presse überbot sich mit Wortspielen... 'Watergate im künftigen Gebäude des BND', titelte der Tagesspiegel, während die Berliner Zeitung fragte: 'Wieviele Wasserhähne sind verschwunden? Das bleibt ein Geheimnis!'"

Politik, 06.03.2015

Die IS-Miliz mordet und brandschatzt weiter. Nach Zerstörungen von Kunstwerken, die in der letzten Woche von sich reden machten, hat der Islamische Staat laut Le Monde "'die historischen Stätten von Nimrud eingenommen und sie mit Bulldozern zerstört', so irakische Behörden. Auch sind Lastwagen gesehen worden, die möglicherweise benutzt worden seien, um Kunstwerke abzutransportieren, erklärt ein Mitarbeiter der irakischen Denkmalschutzbehörde, der anonym bleiben will. 'Das Ausmaß der Schäden können wir bisher nicht abschätzen', sagt er weiter."

Medien, 06.03.2015


Michael Hanfeld freut sich in der FAZ auf die gestern vom SPD-Politiker Torsten Albig angekündigte weitere Regulierung des Internets (unser Resümee), möchte aber, dass größer gedacht wird: "Mit einem Medienstaatsvertrag der Bundesländer allein käme man der Übernahme Europas durch amerikanische Online-Konzerne nicht bei. Da ist der Bundesgesetzgeber und ist die EU-Kommission gefragt, vor allem auch, was das Steuerrecht angeht. Aber es wäre ein wertvoller Beitrag, Konzerne, deren Deutungshoheit und Meinungsmacht man kaum hoch genug einschätzen kann, auf gesellschaftspolitische Maßstäbe zu verpflichten, an die sich alle anderen halten müssen."

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