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Heute in den Feuilletons: "Die Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus"

Die "NZZ" bestaunt in Paris Isabelle Huppert als Phädras. Die "Welt" singt dem Reggae-Pionier Lee "Scratch" Perry ein Ständchen zum Achtzigsten. Und in der "FR" fragt Rafik Schami, wo Sloterdijk und Safranski waren, als er an der israelisch-palästinensischen Versöhnung arbeitete.

Efeu - Die Kulturrundschau

Film, 19.03.2016

In der SZ schwärmt Christine Dössel von dem massigen Schauspieler Peter Kurth, den man vom Schauspiel Stuttgart her kennt, der aber gerade auch im Kino in Thomas Stubers Boxerdrama "Herbert" zu sehen ist. Unter vollem Körpereinsatz spielt er darin einen alternden Ex-Boxer, bei dem ALS diagnostiziert wird: Diese Herausforderung "bewältigt [Kurth] mit dreinschlagender Bravour - eine sensationelle Leistung. ... Wie der Körperschauspieler Kurth als ALS-Patient Hebert seine Körperfunktionen nach und nach verliert, ist beklemmend. Der Verfallsprozess wirkt so dokumentarisch authentisch, dass er einem quälend nahe geht. Der Muskelprotz wird zum lallenden Wackelpeter am Stock, schließlich zum Wrack im Rollstuhl, das gewaschen, gewindelt, gepflegt werden muss. Ein Zucken mit dem gelähmten Mund, ein Sehnsuchtsblick aus seinen wasserblauen Augen - mehr Regungen bleiben ihm am Ende nicht."

Besprochen werden der ZDF-Dreiteiler "Ku'damm 56" ("Man kann die Kostümbildnerin Maria Schicker für ihren strengen Unterwäscherealismus nicht hoch genug loben", schwärmt Eckhard Fuhr in der Welt), das Holocaustdrama "Son of Saul" von László Nemes ( Standard , Tages-Anzeiger , Presse ) und Lenny Abrahamsons "Room" ( Standard , Presse ).

Bühne, 19.03.2016

Am Pariser Odéon-Theater ist Isabelle Huppert derzeit als Phädra zu sehen, genauer gesagt als Phädras im Performance-Triptychon "Phèdre(s)" von Krzysztof Warlikowski, berichtet Barbara Villiger Heilig in der NZZ: "Ob als Vamp in kurzem Pelzmantel und High Heels oder im hautfarbenen Négligé, ob mit blonder Rasta-Perücke oder hochgesteckter Intellektuellenfrisur, ob vor sich hin delirierend oder ihr zügelloses 'J'aime!' ins Universum hinausschreiend: Sie fasziniert. Eine filigrane Erscheinung von unerhörter Kraft; eine kehlige Stimme, deren spöttischer Unterton das streckenweise dominierende Pathos konterkariert. Huppert ... rettet den Abend jedenfalls vor dem sauren Kitsch, der gefährlich droht."

Weiteres: In der NZZ unterhält sich Michael Stallknecht mit dem Opernregisseur Stefan Herheim. Besprochen werden der Audiowalk "Remote Frankfurt" von Rimini Protokoll ( FR ), Cesare Lievis Inszenierung von Vicki Baums Roman "Menschen im Hotel" an den Wiener Kammerspielen ( Presse ) und Christoph Winklers Choreografie "Urban Soul Cafe" mit Aloalii Tapu im Ballhaus Ost in Berlin ( taz ).

Musik, 19.03.2016

Schwierig findet Eleonore Büning in der FAZ den von Kurator Berno Odo Polzer bei der MaerzMusik in Berlin verfolgten Ansatz, diverse Grenzen (etwa Hoch-/Popkultur, Publikum/Bühne, Kunst/Leben) einzuebnen und die Musikdarbietungen ins Performative zu veschieben. Insbesondere vom Auftritt des Wiener Pianisten Marino Formenti zum Auftakt berichtet sie entgeistert: "Bedenkt man, dass dies ein Festkonzert sein soll in einer Stadt, wo regelmäßig die weltbesten Pianisten auftreten, kann 'Performation' nichts anderes sein als ein neuer Ausdruck für Hochstapelei. Oder für Unverfrorenheit? Frechheit? So kommt es immer wieder vor bei 'MaerzMusik', dass eine gerade eben noch entzückend altmodische Retro-Revoluzzer-Attitüde erschreckend schleunigst die Seite wechselt und sich billigstem Musikkonsumterror an den Hals wirft. Dazwischen, wie aus einem Kessel Buntes, kann man aber auch überraschend gute Musik herausfischen, mit Lust und Ernst musiziert, ohne abgespreizte Finger oder gespreiztes Gerede." Büning nennt etwa das Berliner Ensemblekollektiv unter Enno Poppe und Wolfram Sanders auf Grundlage schmelzenden Eises dargebotenes Konzert.

1968 schuf Lee "Scratch" Perry mit "People Funny Boy" den ersten Reggaesong der Geschichte, schreibt Harald Peters (Welt) in seiner Geburtstagshymne auf den morgen achtzigjährigen Musiker und Produzenten: "Weil Perry zur rhythmischen Akzentuierung auch die Aufnahme eines schreiendes Babys unter den Song gemischt hat, darf Perry sich außerdem als Erfinder des Samplings in der Popmusik bezeichnen. Ob sich Perry, wie mitunter behauptet, gleich hinterher auch noch den Dub ausgedacht hat, ist umstritten... Sicher ist allerdings, dass damals keiner diese Kunst, einen Song am Mischpult aufs Gerüst zu reduzieren, um ihn anschließend mit allerhand Halleffekten und diversen anderen Geräuschen anzureichern, derart ins Extrem getrieben hat wie er. Perry legte damit die wichtigsten Grundsteine für die Popmusik, wie wir sie heute kennen. Vieles führt auf ihn zurück, kaum etwas an ihm vorbei." In der FAZ gratuliert Dietmar Dath.

Weiteres: In der Welt schreibt Josef Engels einen Nachruf auf den Jazz-Klarinettisten Hugo Strasser. Besprochen wird die als Abschiedsalbum konzipierte Platte "Post Pop Depression" von Iggy Pop ("stark im Abgang", meint Jens Uthoff in der taz).

Literatur, 19.03.2016

Mit großer Skepsis begegnet Friederike Reents in der FAZ der im aktuellen Spiegel anhand einer Briefabschrift abgewogenen These, Gottfried Benn könnte von seiner Ehefrau Sterbehilfe in Anspruch genommen haben: "Mit sehr guten Gründen haben die Herausgeber der Gesamtedition darauf verzichtet, die Abschrift in das Briefcorpus mit aufzunehmen. Sie taucht, unter starkem Vorbehalt, erst im Nachwort auf ... Editorische Vorsicht schützt jedoch vor Spekulationslust nicht. Auch wenn der Spiegel vergleichsweise zurückhaltend schreibt, 'der letzte Brief des Krebskranken liest sich, als ob seine Frau ihm Sterbehilfe leisten würde', so weist er an keiner Stelle auf die Unsicherheit des 'Sensationsfundes' hin."

Wie bereits in "Sandberg" und "Wolkenfern" kehrt die polnische Autorin Joanna Bator auch in ihrem dritten Roman "Dunkel, fast Nacht" in ihre Heimatstadt Wa¿brzych zurück, wo sich, wie sie Carmen Eller im Interview (Literarische Welt) erklärt, die Vergangenheit in unsichtbaren Schichten unter der Oberfläche verbirgt: "Einmal durch ihre deutsche Geschichte, aber dann auch als Bergwerksstadt. Tatsächlich gibt es jede Menge Stollen. Außerdem natürlich die Tunnel, die in der Hitlerzeit gegraben wurden, im Rahmen des Projekts 'Riese'. Wa¿brzych war von Anfang an die Stadt, in der nach Hitlers Schatz gesucht wurde. Die Nachrichten, wonach in Wa¿brzych der angebliche Goldzug der Nazis gefunden wurde und dann aber irgendwie doch nicht, wiederholt sich geradezu zyklisch. Diese Geschichte beeinflusst mich, und man kann sagen, dass ich meinen Goldzug aus Wa¿brzych ausgegraben habe."

Weiteres: Cornelia Zetzsche gibt in der NZZ einen Überblick über aktuelle indonesische Literatur, wo es auch nach dem Ehrengast-Auftritt auf der letzten Frankfurter Buchmesse noch einiges zu entdecken gibt. Für DeutschlandradioKultur hat sich Susanne Führer ausführlich mit Abbas Khider über dessen Roman "Ohrfeige" unterhalten. Fridtjof Küchemann fürchtet in der FAZ, dass eine totale Auswertung des Leseverhaltens auf Ebook-Readern zu einer "Umgebung [führt], die uns den eigenen Erwartungen gemäß mit nichts weiter als mit Erwartbarem beliefert." Für die Welt schaut sich Marc Reichwein auf der Leipziger Buchmesse um. Mit einigem Interesse folgt Tim Casper Boehme von der taz der Leipziger Präsentation des Projekts "The Reader", das Menschen das Lesen nahebringen will. In der SZ lobt Christopher Schmidt, in der Literarischen Welt lobt Richard Kämmerlings die Leipziger Buchpreisjury dafür, Guntram Vespers Roman "Frohburg" ausgezeichnet zu haben.

Besprochen werden Ronja von Rönnes "Wir kommen" ( FR ), Shida Bazyars "Nachts ist es leise in Teheran" ( taz ), Andreas Mands "Der zweite Garten" ( taz ), Antonia Baums "Tony Soprano stirbt nicht" ( taz , Zeit ), Thomas Glavinics "Der Jonas-Komplex" ( SZ , FAS ) und Joachim Sartorius' Lyrikband "Für nichts und wieder alles" ( Tagesspiegel , FAZ). Mehr Literatur im Netz in unserem fortlaufend aktualisierten Metablog Lit21.

Design, 19.03.2016

SZlerin Laura Weißmüller begrüßt es sehr, dass das Vitra Design Museum in Weil am Rhein mit einer große Ausstellung zur Wiederentdeckung des bis in die 70er Jahre gefeierten Designers Alexander Girard einlädt: "Eine Moderne, die steril, standardisiert und allzu kühl daherkam, kurz: ziemlich genau so war wie das Industriedesign seiner Zeit, lehnte er ab. Er wollte Räume schaffen, in denen sich Menschen wohlfühlen. Farbe war ihm dabei das wichtigste Kommunikationsmittel." (oben: Der von Rudi Gernreich und Girard designte Poncho für das Restaurant La Fonda del Sol in New York, 1961. Foto: Charles Eamesl)

Kunst, 19.03.2016

Bei der sechsten Biennale von Marrakesch wird Samuel Herzog mehr von den Gerüchen und Eindrücken der Stadt überwältigt als von der ausgestellten Kunst, bekennt er in der NZZ: "Die große Veranstaltung, neben der Biennale von Dakar wohl der wichtigste Kunstanlass auf dem Kontinent, bespielt zwar einige der schönsten Paläste der Stadt, gibt sich aber widerborstig und macht kaum Konzessionen an die Erwartungen der Touristen, die in den Suiten der Prinzessinnen und Prinzen wohl lieber Märchenhaftes sähen als Videos über die Rhetorik afrikanischer Staatschefs (Manthia Diawara), Skulpturen aus schimmelndem Brot (Khlalil El Ghrib), Recherchen über westliche und nichtwestliche Psychiatrie (Kader Attia) oder das Filmchen eine Mannes, der seine Schuhe zu fressen versucht (Khalil Rabah)."

"Kunst ist ihrem Wesen nach anarchistisch": Die FAZ bringt einen Auszug aus dem wütenden (demnächst bei Merve erscheinendem) Manifest "Der bürokratische Krampf und die neue Ökonomie politischer Kunst" des russischen Künstlers und Aktivisten Pjotr Pawlenski, der von der russischen Obrigkeit gerade in die Psychiatrie eingeliefert wurde.

Besprochen werden die Ausstellung "Zeit der Unruhe" im Haus der Kulturen der Welt in Berlin ( Tagesspiegel ), die Ludwig-Meidner-Ausstellung im Museum Giersch ( FR ) und die Ausstellung "27 Künstler, 209 Werke" mit Stücken aus der Sammlung Zander in Bönnigheim (FAZ).


9Punkt - Die Debattenrundschau

Europa, 19.03.2016

Die Flucht von Salah Abdeslam ist beendet, der letzte Attentäter vom 13. November in Paris ist in Brüssel gefasst worden, ganz in der Nähe seines Elternhausen. Aktuelle Berichte gibt es zuhauf in Liberation und Le Monde .

Für das Merkur-Blog hat Ekkehard Knörer Eindrücke von einem Streifzug durch Sarcelles geschickt, einer jener Orte der Pariser Banlieue, in denen nur Trostlosigkeit und Dschihadismus gedeihen: "Es dominiert, durch die partielle Begrünung eher noch akzentuiert, der Beton. Ich denke an Marzahn, dort fühlte ich mich bei Erkundungen ähnlich von der baulichen Umgebung nicht gemeint, ohne mir den (da sozialistischen) Menschen vorstellen zu können, der von dieser Art Raumordnung adressiert gewesen sein könnte. Rechts auf der Seite ist ein bunkerartiges Ding, Beton, grob verputzt, die noch vorhandenen Buchstaben 'O' und 'UM' verweisen darauf, dass da einst etwas war, das 'FORUM' hieß. Jetzt aber: verfallen, verlassen, unzugänglich gemacht durch einen Zaun, der das Ding und das begrünte Gelände darum abschließt. Vieles ist kaum lesbar für mich, Räume mit fremd bleibenden Zügen; fremd für mich, der ich als Tourist hier so fehl am Platz bin, wie man im inneren Paris überall mit mir rechnet. Sarcelles: Niemand wartet auf mich. Nichts lädt mich ein."

Ideen, 19.03.2016

Von den letzten verbliebenen Vertretern der Kritischen Theorie hat Joachim Güntner in der Flüchtlingsdebatte gar nichts gehört. In der NZZ wertet er das als Zeichen, dass ihr dialektisches Denken und ihre radikale Negativität passé seien: "Die zeitweilige kulturelle Dominanz der Linken ist gebrochen. Sie haben sich im Überbau totgesiegt; der Kapitalismus funktioniert munter weiter. Eine ganze Reihe von Stichworten, welche die - in sich sehr heterogene - Frankfurter Schule dem Zeitgeist gab, sind verblasst. Wer prangert heute noch den universalen 'Verblendungszusammenhang' an, für wen sind 'Entfremdung' und 'Verdinglichung' noch Kategorien sozialphilosophischer Kritik, wer hegt noch messianische Hoffnungen auf die Versöhnung aller Widersprüche? Die Arbeit am großen Nein ist out, und die Zurückhaltung kritischer Theoretiker in der Flüchtlingsdebatte zeigt an, wie vorsichtig sie gegenüber komplexen Problemen geworden sind."

Der Westen hat sich nicht um Syrien gekümmert, Europa lässt die Flüchtlinge im Stich, klagt der Schriftsteller Rafik Schami im Interview mit Martin Oehlen in der FR und empört sich auch über die deutsche Debatte: "Hervorgetan haben sich in dieser Misere Männer mit echten deutschen Namen wie die Fernsehphilosophen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski, der Schriftsteller Reinhard Jirgl, der professionelle 'letzte deutsche' Salonprovokateur Botho Strauß und Last but not least der Salon-Anarchist a.D. und heutige Anhänger der Pegida, Frank Böckelmann. Die Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus. Es klingt lächerlich, wenn diese Hasser die Sorge um die 'jüdischen Mitbürger' als Grund ihrer Verachtung der Muslime in diesem Land angeben. 40 Jahre meines Lebens im Exil bemühte ich mich, mit jüdischen, arabischen, israelischen und palästinensischen Freunden, die Palästinenser und Israelis zu versöhnen. Nie war einer dieser Herren auch nur in Sichtweite anzutreffen."

Politik, 19.03.2016

Im Blog der NYRB sieht Masha Gessen Putins Russland zu einem Mafia-Staat verkommen: "Mafia states murder people, just like the Mafia does - but they murder only the people who are immune to coercion and blackmail: journalists, for example, or defiantly independent actors like the opposition politician Boris Nemtsov, shot dead a year ago in Moscow. 'But these murders, and even imprisonments, are on a much smaller scale than in traditional dictatorship because they are not necessary,' says Magyar. Most of the time, coercion will do the job-and mafia states, unlike some others, are pragmatic and do not murder for the sake of it."

Im Guardian bemerkt Jonathan Freedland, dass Labour unter Jeremy Corbyn allmählich ein Problem mit dem Antisemitismus bekommt: "No one accuses him of being an antisemite. But many Jews do worry that his past instinct, when faced with potential allies whom he deemed sound on Palestine, was to overlook whatever nastiness they might have uttered about Jews... To be specific: Corbyn was a long-time backer of a pro-Palestinian group founded by Paul Eisen, attending its 2013 event even after Eisen had outed himself as a Holocaust denier years earlier. Similarly, Corbyn praised Islamist leader Sheikh Raed Salah even though, as a British court confirmed, Salah had deployed the blood libel."

In Print und Online finden sich natürlich unzählige Nachrufe auf Guido Westerwelle, auf Zeit Online schreibt überraschender Weise Nora Bossong, die bei ihm zwar jegliche Empathie vermisste, nie aber Verbundenheit zu Europa: "Europa hat nicht nur seinen Preis, es hat auch seinen Wert", zitiert sie ihn.

Kulturmarkt, 19.03.2016

In der SZ berichtet Bernd Graff, wie die Leiziger Buchmesse im Café Europa über die Flüchtlingsfrage diskutiert. In der Welt erkennt Marc Reichwein in der "Heimat" zugleich Gastland und Schwerpunktthema der Messe. Als schrecklich wohlfeil erlebte Joachim Güntner (NZZ) den Appell, bei der Buchpreis-Verleihung Pappschilder mit Freiheitsbekundungen hochzuhalten: "Alle gehorchten, denn wer möchte schon als Freiheitsfeind dasitzen."

Medien, 19.03.2016

Der Wrestler Hulk Hogan hat eine spektakuläre Klage gegen Gawker gewonnen, berichtet Jeremy Stahl auf Slate. Für die Veröffentlichung eines Sexvideos, das den Wrstler mit der Frau eines Freundes zeigt, muss Gawker ihm 115 Millionen Dollar Entschädigung zahlen: "55 Millionen für wirtschaftliche Einbußen, 60 Millionen für die seelische Belastung."

In der Welt überlegt Chrstian Meier in Erwartung des lösungsorientierten Portals Perspective Daily , wie konstruktiver Journalismus funktionieren kann.

Gesellschaft, 19.03.2016

Das deutsche Schweinesystem ist in der Krise, freut sich Jörn Kabisch in der taz, zumindest wenn es um die industrielle Fleischproduktion geht. In einem großen Report zum Schwein in Politik, Literatur und Maststall schreibt er: "Über 50 Millionen Tiere schlachten Betriebe wie die in der Gegend um Versmold pro Jahr, gemästet werden sie meist in abgeschirmten Stallanlagen, in denen über 1.000 Tiere stehen. Weltweit liegt Deutschland an dritter Stelle, nur China und die USA produzieren noch mehr Schwein. Wenn die Deutschen Fleisch essen, wenn sie grillen, ist es meistens Schwein, 38 Kilogramm im Jahr, fast doppelt so viel wie Rind, Lamm und Geflügel zusammen. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist EU-weit nur in Spanien noch höher."

Weiteres: In der FAZ ärgert sich Edo Reents über die Pseudo-Debatte zur bereuten Mutterschaft: Reine "Dünnbrettbohrerei". In der SZ empört sich Peter Richter über die schwindende Luxuriösität seiner Apple-Produkte.

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