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Heute in den Feuilletons: "Abgestandener Märchenonkelhumor"

Eine neue Handke-Inszenierung fällt bei den Kritikern durch. Die "SZ" nimmt Abschied vom SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden. Und große Erleichterung in der Filmbranche: Leonardo DiCaprio hat endlich seinen Oscar.

Efeu - Die Kulturrundschau

Bühne, 29.02.2016

Ein Summen und Brummen ging vorab durch Wien: Claus Peymann ist wieder in der Stadt, 13 Jahre nach seiner von allerlei Kontroversen begleiteten Intendanz ist er für ein Gastspiel - eine Inszenierung von Peter Handkes im letzten Jahr erschienenem Schauspiel "Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße" - wieder ans Burgtheater zurückgekehrt. Die Kritiken fallen allerdings recht nüchtern aus. Christine Wahl vom Tagesspiegel etwa kommt auf die Inszenierung beinahe schon nur am Rande zu sprechen und auch dann nicht positiv: "Wo Handkes 'Ich' - wie größenwahnsinnig auch immer - durchaus mit einer gewissen Ernsthaftigkeitsverzweiflung um ein Gegenüber ringt, ist Peymanns Regie von Anfang an auf der sicheren Seite im übersichtlichen Freund-Feind-Schema."

SZ-Kritikerin Christine Dössel hat einen typischen Handke-Rundumschlag erlebt, "ein ziemlich aufgeblasenes, ziemlich obsoletes Theaterdonnerwetter Peymanns "abgestandenen Theaterzauber- und Märchenonkelhumor". Auch Hubert Spiegel von der FAZ hat offenbar einige Male an diesem Abend gähnen müssen: Peymann verfolge ein "Springteufel-Regiekonzept: Erst passiert lange Zeit gar nichts, und wenn dann was passiert, sollen alle fröhlich 'hoppla!' rufen. Rufen sie aber nicht." Ermüdet sieht das Barbara Villiger Heilig in der NZZ : "Dialoge des Ichs mit dem Ich." Im Standard konstatiert Ronald Pohl: "Das ist, zieht man das Vermögen aller Beteiligten in Betracht, schon ein mittleres Desaster.

Nur Joachim Lottmann kann in der Welt dem Spektakel etwas Faszinierendes abgewinnen: "Viel Krach, viel Sex, viel Action" erlebt er, vor allem aber den Schauspieler Christopher Nell. "Ein Wunder geradezu. Dieser zum Weinen zarte Mensch trägt allein auf seinen schmalen Schultern das ganze Unternehmen. Den ganzen Abend, 210 Minuten, die Landstraße, das Burgtheater, den ganzen monströsen Handke-Scheiß. Kein einziger Besucher verlässt den Raum."

Außerdem: Auch in Köln herrschen Berliner Verhältnisse wenn es um die Sanierung von Opernhäusern geht, berichtet Udo Badelt im Tagesspiegel.

Besprochen werden zwei Purcell-Inszenierung von Calixto Bieito in Stuttgart und Herbert Fritsch in Zürich ( NZZ ), Bernd Mottls Wiesbadener Inszenierung von Ayad Akthars "Geächtet" ( FR ), die Uraufführung von Wolfram Hölls "Drei sind wir" in Leipzig (SZ) und ein "Hamlet" in Mannheim (FAZ).

Film, 29.02.2016

Gestern Nacht sind die Oscars vergeben worden - hier alle Gewinner auf einen Blick. In die Geschichte eingehen wird die Verleihung schon deshalb, weil es Leonardo DiCaprio beim nunmehr sechsten Anlauf endlich geglückt ist, die begehrte Auszeichnung mit nach Hause zu nehmen (was der Umweltaktivist für eine Ansprache in Sachen Klimaschutz nutzte). Relevant war der Abend aber auch wegen Chris Rocks Standup-Monologs über die Diversitätsdebatten, die im Vorfeld der Oscars geführt wurden (beim Guardian gibt es eine Zusammenfassung von Rocks Performance). Die letzten vernehmlichen Worte des Abends waren im übrigen #BlackLivesMatter und über dem Abspann lief "Fight the Power" von Public Enemy. Dann ist ja alles wieder gut.

Weiteres: Die FAZ dokumentiert die Laudatio der Filmwissenschaftlerin Christa Blümlinger auf die mit dem Max-Beckmann-Preis ausgezeichnete Autorenfilmerin Agnès Varda.

Besprochen werden Andreas Maus' Dokumentarfilm "Der Kuaför aus der Keupstraße" über das NSU-Attentat in Köln ( SZ ) und der nun auch auf DVD vorliegende Essayfilm "Von Caligari zu Hitler: Das deutsche Kino im Zeitalter der Massen" von Filmkritiker Rüdiger Suchsland ( SZ ).

Kunst, 29.02.2016

Birgit Rieger berichtet im Tagesspiegel vom Forecast-Festival im Berliner Haus der Kulturen der Welt. In der Jungle World schreibt Jonas Engelmann zu 100 Jahre Dada.

Literatur, 29.02.2016

Zum Tod des Übersetzers Karl Dedecius schreibt Marta Kijowska in der NZZ, die von Dedecius das "Handeln als Kunst" lernte. In der Welt verabschiedet Gerhard Gnauck den "Zauberer von Lodz". Nachrufe liefern außerdem Judith von Sternburg ( FR ), Stefanie Peter (FAZ) und Thomas Urban (SZ). Judith von Sternburg ( FR ), Ulrich Greiner ( ZeitOnline ) und Christian Schröder ( Tagesspiegel ) erinnern an Henry James, der vor 100 Jahre gestorben ist. Und ZeitOnline veröffentlicht eine Geschichte aus Laurie Pennys Erzählungsband "Babys machen".

Besprochen werden H.C. Artmanns "Gesammelte Prosa"( SZ ), Ta-Nehisi Coates' "Zwischen mir und der Welt" ( Zeit ) und neue Krimis, darunter Gioacchino Criacos "Schwarze Seelen" (FAZ).

Mehr Literatur im Netz in unserem Metablog Lit21.

Und in der online nachgereichten Frankfurter Anthologie schreibt Ruth Klüger über Stephen Cranes Gedicht "Der Krieg ist gütig":

"Weine nicht Mädchen, denn der Krieg ist gütig.
Nur weil dein Geliebter fuchtelnd die Hände gen Himmel warf
Und das erschrockene Pferd allein weiterlief,
..."

Musik, 29.02.2016

In München trat das SWR -Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg noch einmal bei der Musica Viva auf, bevor es mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart fusioniert wird. Dies besiegelt "das Ende einer Institution im Bereich der Neuen Musik", trauert Michael Stallknecht in der SZ. Auch Max Nyfeller bezeugt "das traurige Ende einer gloriosen Orchesterexistenz", doch beide Kritiker schauen auch zuversichtlich in die Zukunft: Das Abschiedskonzert bildete zugleich den Auftakt zur neuen Reihe "Räsonanz", mit der die Aufführung Neuer Musik gefördert und vorangetrieben werden soll. "Eine wichtige Strategie für den breiten Konzertbetrieb, der immer mehr zu einem reinen Museumsbetrieb geworden ist und so auf Dauer seine Existenzberechtigung verspielt", meint Nyfeller. Stallknecht sieht darin "ein feines kulturpolitisches Signal".

Weiteres: In der SZ berichtet Sonja Zekri von den Proben und dem gemeinsamen Auftritt des deutschen Pianisten Florian Heinisch und des irakischen Cellisten Karim Wasfi in Bagdad. Für die Berliner Zeitung spricht Dagmr Leischow mit dem heute in Berlin auftretenden Musiker Tricky. Gerrit Bartels vom Tagesspiegel besucht das Berliner LoFi-Pop-Urgestein Stereo Total, das gerade sein 12. Album veröffentlicht hat.

Besprochen werden ein Konzert von Helge Schneider ( FR ), der Tourauftakt von Friedrich Liechtenstein ( Tagesspiegel ), ein Konzert der Berliner Philharmoniker mit Simon Rattle und Daniel Stabrawa ( Tagesspiegel ), eine von Iván Fischer dirigierte Aufführung von Oliver Messiaens "Turangalila-Symphonie" ( Tagesspiegel ) und neue Popveröffentlichungen, darunter Steve Masons "Meet The Humans" ( ZeitOnline ).

Design, 29.02.2016

Paul Andreas huldigt in der Welt dem Industriedesigern Tönis Käo, dem das Reddot Design Museum Essen eine Ausstellung widmet. Unter anderem entwickelte Käo für Siemens das Telefon ohne Wählscheibe, den berühmten Fernsprechtischapparat FeTAp 751. "Die fortschreitende Miniaturisierung in der elektronischen Kommunikationstechnik bis zum völligen Verschwinden der Dinge vorausahnend, entwickelt Käo bereits 1980 den Prototypen eines ausklappbaren Handys im Scheckkartenformat; 1987 ergänzt er diese Vorstellung um einen Laptop-Dummy im DIN-A4-Format. Beides befindet sich heute in der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne, weil es sinnvolle, standardisierte Normen formuliert, die von der Produktwelt nicht weiter unterboten werden sollten."

In der NZZ besucht Jürgen Tietz mit der 1919 gegründeten Frauensiedlung Loheland einen fast vergessenen Ort der Moderne: "Für Furore sorgten die Loheländerinnen nicht nur mit ihrer speziellen Form der Gymnastik, sondern auch mit dem daraus abgeleiteten Ausdruckstanz. Deutschlandweit traten die Schülerinnen Hedwig von Rohdens und Louise Langgaards auf, auch im Bauhaus in Weimar. Die ausdrucksstarken Tanzbewegungen von Eva Maria Deinhardt, Berta Müller und Edith Sutor wurden durch eigenwillige, teilweise bemerkenswert freizügige Kostüme unterstützt." Auch züchteten die Damen Deutsche Doggen.


9Punkt - Die Debattenrundschau

Europa, 29.02.2016

Man kann den Zürcher Stoßseufzer des Tages-Anzeiger-Reporters Constantin Seibt bis nach Berlin hören: "Es war der verrückteste, leidenschaftlichste, wichtigste Abstimmungskampf seit Jahren." Die Ausweisungsinititative der Rechtspopulisten ist gescheitert: "Sie kippte, weil für die SVP ein völlig unerwarteter Gegner auftauchte: die Bevölkerung. Der Kampf um die Initiative war nur am Rand die Sache der gewohnten Player: von Parteien und Verbänden. Es waren Tausende von Bürgern, die gegen die SVP in die Opposition gingen, Juristen, Professoren, Künstler, junge Liberale."

In Frankreich könnte das bald anders ausgehen, warnt in der NZZ Claudia Mäder. Marine Le Pens Front National hat sich von der marktfreundlichen Ideologie ihres Vaters verabschiedet und fordert - zur Empörung der Linkspopulisten - mehr soziale Wohltaten für den sogenannten kleinen Mann: "All diese 'petits gens' will der FN unter die Fittiche seines interventionistischen und umverteilenden Staates nehmen. Dass dieser das Füllhorn seiner Wohltaten nicht über irgendeinem abstrakten 'homo oeconomicus', sondern ausschliesslich über dem zur nationalen Gemeinschaft gehörigen 'homo gallicus' ausschütten würde, versteht sich von selbst."

In der FR warnt Gerhart Baum dringend davor, dem CSU-Gutachter Udo Di Fabio mit seinem Befund einer verfassungswidrigen Flüchtlingspolitik zu folgen: "Es gibt keinen Anhaltspunkt für massive Rechtsverstöße der Regierung Merkel. Wer daran zweifelt, lese das Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes von 2011. Es relativiert den Buchstaben der Dublin-Verordnung im Interesse der überforderten EU-Grenzstaaten, speziell Italiens und Griechenlands. Eine deutsche Pflicht, Flüchtlinge an der Grenze abzuweisen, ist rechtlich nicht zu begründen. Im Gegenteil: Die Zurückweisung eines Asylsuchenden kann ein Rechtsbruch sein. Eine Abschiebung nach Griechenland hat Karlsruhe 2009 sogar ausdrücklich verboten."

Schwere Vorwürfen erhebt Anetta Kahane in der Berliner Zeitung gegen die Regierung in Sachsen, die rechtsextremistische Umtriebe allzu lange verharmlost habe: "Es scheint, als verfügte die Regierung des Freistaates über eine Art 10-Punkte-Plan, wie man dem rassistischen Mob Geltung verschafft. Das Muster des Feldversuches wäre dann wie folgt ausgerichtet: Man muss den Rechtsextremismus über lange Zeit systematisch verleugnen, verdrängen, verharmlosen und jeden, der etwas anderes sagt, des Heimatverrats oder Linksextremismus bezichtigen. Gleichzeitig muss man den tollen Initiativen in Sachsen das Leben möglichst schwermachen. Als Ausgleich sollte aber von der Politik jede Gelegenheit genutzt werden, sich von Pegida oder AfD nicht zu distanzieren, egal was sie sagen oder tun."

Außerdem: In der NZZ denkt György Dalos über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Polen und Ungarn nach. In der FAZ erklärt Joseph Croitoru, warum es in Rumänien zu einer Flut wissenschaflticher Publikationen von Gefängnisinsassen kommt - weil das als Grund für vorzeitige Haftentlassungen gilt.

Ideen, 29.02.2016

Angesichts der Zerstörung antiker Kulturstätten kann ein Archäologe eigentlich nur verzweifeln. In Syrien und im Irak leisten die heimischen Museumsleute dennoch exzellente Arbeit beim Verstecken und Retten von Kulturschätzen, lobt im Interview mit der FR Markus Hilgert, Chef des Vorderasiatischen Museums in Berlin. Der Wert dieser Kulturschätze liegt aber nicht nur in ihrer Bedeutung als historische Artefakte, meint er. Man sollte sie nach dem Krieg für Demokratie und Pluralismus nutzbar machen: "Gerade das vor-islamische Kulturgut ist doch in Ländern wie Irak und Syrien perfekt dafür geeignet, jenseits dieser Konflikte einen Nenner zu finden, auf den man sich einigen kann. Eben das kann man später in den Schulbüchern als gemeinsame Vergangenheit darstellen, um eine nationale Identität zu stiften, ohne dass sich eine Gemeinschaft ausgegrenzt fühlt. Die kulturelle Diversität, die sich ja auch im Kulturgut manifestiert, ist genau die richtige Antwort auf den gewalttätigen Extremismus, der versucht, diese Diversität zu leugnen."

Wissenschaft, 29.02.2016

Die SZ druckt einen Vortrag des Historikers Valentin Groebner, der auf Parallelen zwischen dem Uni-Betrieb zu Leibniz' Zeiten und in der Gegenwart aufmerksam macht: "Die allermeisten Wissenschaftler bezahlen dafür, dass ihre Texte veröffentlicht werden. Open-Access-Zeitschriften verlangen Gebühren für die Publikation von Aufsätzen; wer sein Buch in einem Wissenschaftsverlag publiziert, muss einen nicht geringen Druckkostenzuschuss aufbringen. Der weitaus größte Teil dieser Druckkostenzuschüsse und Gebühren wird durch Stiftungen und die Budgets wissenschaftlicher Institutionen bestritten. Zugang zu diesen Zuschüssen und Sponsorengeldern bekommt man nur durch etwas, das Leibniz sehr bekannt vorgekommen wäre: durch die Fürsprache älterer einflussreicher Kolleginnen und Kollegen, durch Patronage."

Urheberrecht, 29.02.2016

Zwei Filmemacher, Martin Baer und Claus Wischmann, wollen einen Dokumentarfilm über Urheberechte per Crowdfunding finanzieren. Leonhard Dobusch zitiert bei Netzpolitik ihre Themenstellung: "Wir wollen herausfinden, wem die Bilder und der Anblick der Welt gehören. Das besondere an unserem Film ist, dass wir das Thema auf eine neue Ebene bringen wollen, indem wir den Film selbst zum Mittelpunkt der Auseinandersetzung machen und somit einen Gedankenanstoß starten wollen: Ist es rechtlich überhaupt möglich einen Film über 'geistiges Eigentum' zu machen, ohne selbst in die Illegalität zu gelangen? Und ist dieser Umstand akzeptabel oder beraubt er uns der kreativen Freiheit?"

Medien, 29.02.2016

(Va turi2 ) Gene Hoffman erzählt auf Techcrunch, das Netflix inzwischen in den USA die traditionellen Senderketten in Bedrängnis bringt (nicht in Deutschland, wo Netflix nur eine kümmerliche Auswahl bietet). Unter anderem schafft Netflix das, weil es die Nutzervorlieben viel besser auswerten kann als die traditionellen Sender: "Es ist erstaunlich, dass Netflix eine solche Kompetenz erreicht hat, wenn man bedenkt, dass es anfangs das Spiel um Inhalte gar nicht mitspielen wolle. Aber Netflix hatte kaum eine Wahl, als klar wurde, dass die großen Produktionsstudios Netflix Qualitätsinhalte vorenthalten. Nun haben sie ein Ungeheuer geschaffen."

Politik, 29.02.2016

Obaid Chinoy hat für ihren Dokumentarfilm "A Girl in the River - The Price of Forgiveness" über "Ehrenmorde" in Pakistan einen Oscar erhalten. Rozina Ali hatte im New Yorker vor kurzem den Hintergrund zu diesem Film geschildert: "Offizielle Regierungszahlen gehen von etwa tausend Ehrenmorden jährlich in Pakistan aus, aber inoffizielle Schätzungen sind höher und liegen zwischen drei- und viertausend. Frauen ud Mädchen werden don ihren Ehemännern, Vätern, Brüdern und anderen Verwandten umgebracht, wenn sie 'Schande' über die Familie gebracht haben, etwa weil sie weggelaufen sind oder eine Beziehung zu einem Mann hatten. In einem berühmten Fall im Februar 2014 wurde die junge Frau Farzana Parveen bvon ihrer Familie vor einem Gericht unter den Augen der Polizei, die nicht eingriff, gesteinigt."

Außerdem: In der taz geht Kai Schlieter in einer Reportage am Beispiel des EDV-Experten Manfred Karg, der drastische Mängel im Hochsicherheitsbereich von Rammstein öffentlich gemacht hat, der Frage nach, was ein Staatsgeheimnis ist und wie man es konstruiert. Im Aufmacher des FAZ-Feuilletons erklärt der Online-Journalist Stephan Richter, warum er der Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton skeptisch gegenüber steht - etwa wegen des dynastischen Hintergrunds oder problematischen Erbes aus Bill Clintons Präsidentschaft.

Geschichte, 29.02.2016

Im Interview mit der Berliner Zeitung erklärt die Historikerin Gundula Bavendamm, neue Leiterin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, wie sie die Spannungen in der Stiftung - etwa im Beirat, den die polnischen wie die tschechischen Mitglieder inzwischen verlassen haben - beheben will: Es wäre "sehr wünschenswert, wenn wir wieder Experten aus Polen und auch aus Tschechien gewinnen könnten. Das zeigt diesen Ländern, dass wir ihre Positionen ernst nehmen und im Dialog bleiben wollen. Ich kann mir vorstellen, gegebenenfalls auch auf ausgeschiedene Mitglieder zuzugehen. Und ich werde mich im westlichen Ausland umschauen. Experten aus nicht betroffenen Ländern haben wieder eine andere Perspektive."

In der NZZ erinnert Michael Schefczyk an einen Streit um die deutsche Schuldfrage 1945 zwischen Karl Japsers und Ernst Robert Curtius.

Kulturpolitik, 29.02.2016

Ausgerechnet den rassistischen Künstler Johannes Itten erklärt Neil MacGregor in seinem Deutschland-Buch zum Hauptrepäsentanten des Bauhauses. Philipp Oswalt, ehemals Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau widerspricht in der FAS vehement: "Auch wenn das frühe Bauhaus Itten viel verdankt und er selber später unter den Nationalsozialisten als entarteter Künstler galt, so ist MacGregors Darstellung Ittens als Essenz des Bauhauses doch falsch. Erst durch das Zurückdrängen der Esoterik am frühen Bauhaus und die Hinwendung zur Industrieproduktion unter dem Slogan der neuen Einheit von Kunst und Technik von 1923 wurde das Bauhaus zu dem, wofür es später bekannt wurde."

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