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Heute in den Feuilletons: "Veralbert, verjuxt, verblödelt"

Auf blankes Entsetzen stößt die Berliner Aufführung von Heinrich Marschners Grusical "Der Vampyr". Die "SZ" blickt bewundernd in das Innere der Miriam Cahn. Der "Guardian" möchte die Muse in die viktorianische Mottenkiste verbannen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Bühne, 22.03.2016

"Intendanten, spielt dieses Werk nach!", ruft Robert Quitta in der Presse voller Begeisterung nach der Uraufführung von Michel Tabachniks Oper "Benjamin, dernière nuit" bei Serge Dornys "Festival pour l'humanité" in Lyon. Einer riesigen Regallandschaft entsteigen Walter Benjamins alte Bekanntschaften und Freunde als Erinnerungen und Wiedergänger: "Anja Lacis, Arthur Koestler, Bert Brecht, Gershom Sholem, André Gide, Max Horkheimer und Hannah Arendt. Die Ausgangssituation, obwohl nicht sehr originell, funktioniert dennoch hervorragend. Die Auseinandersetzung mit diesen Personen seiner Vergangenheit erhellt das Mysterium um Benjamins Suizid beträchtlich. Seine scheinbare Verzweiflungstat stellt sich als Folge des Scheiterns der sozialistischen Idee in all ihren Varianten dar."

In der FAZ ist auch Jörn Florian Fuchs beeindruckt: "Der differenzierte Chor, einstudiert von Philip White, singt phänomenal, wirkungsvoll zumal die Transzendenz der schwebenden, hohen Soprane."

Blankes Entsetzen dagegen in Berlin: Bei seiner als Wiederentdeckung von Heinrich Marschners "Der Vampyr" lancierten Inszenierung an der Komischen Oper in Berlin habe Antú Romero Nunes dem Stück aus dem Jahr 1828 gründlich den Pflock durchs Herz getrieben. Allenfalls Fetzen des Originalstoffs bietet die großzügig gekürzte Fassung, kritisiert Frederik Hanssen im Tagesspiegel. Der Gentleman-Blutsauger verkomme zur "Witzfigur, einer ekligen, ganzkörperlich weiß geschminkten Made mit überlangem Hitler-Scheitel. ... Als Opfer bleibt am Ende die Oper selber zurück, veralbert, verjuxt, verblödelt." Kaum anders erging es Niklas Hablützel in der taz: Er fand die "Splatterpunk"-Darbietung einfach nur "unendlich langweilig". "Absurd" findet Martin Wilkening von der Berliner Zeitung die Idee, "das Stück zu kürzen, dann aber wieder neue Musik hinzukomponieren zu lassen". "Vielleicht geht es nur so", gibt dagegen in der Welt Tilman Krause zu bedenken.

Weiteres: Manuel Brug verdreht in der Welt die Augen über Daniel Barenboims fixe Idee, noch einen "Ring" in Berlin auf die Bühne zu bringen. Für die SZ spricht Joseph Hanimann mit Regisseur Falk Richter, der nach seinem von der AfD angegangenen Stück "Fear" nun "Je Suis Fassbinder" in Straßburg inszeniert, über Rechtspopulismus.

Besprochen werden Manuel Legris' Ballett "Le Corsaire" an der Wiener Staatsoper ( das ganz dem Geist des 19. Jahrhunderts treu geblieben sei, wie Helmut Ploebst im Standard ächzt), "Tristan und Isolde" bei den Osterfestspielen Baden-Baden ( NZZ ), eine Stuttgarter Inszenierung von Jacques Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" ( NMZ ), Ene-Liis Sempers und Tiit Ojasoos Inszenierung von George Bernhard Shaws "Pygmalion" am Hamburger Thalia ( taz ) und die Uraufführung von Ania Michaelis' und Nuria Nunez Hierros "Stück vom Himmel" an der Deutschen Oper Berlin ( NMZ ).

Literatur, 22.03.2016

Als "bitteren Klartext" empfiehlt Ilma Rakusa in der NZZ Elena Chizhovas Roman "Die Terrakottafrau", die den Verhältnissen im postsowjetischen Russland nachspürt: "In einem langen Bewusstseinsstrom lässt Chizhova ihre Heldin Vergangenes aufrollen und Gegenwärtiges reflektieren, lässt sie über den Homo sovieticus und den postsowjetischen Menschen, über 'winners' und 'losers' nachdenken, vor allem aber über die russische Literatur, für deren Reichtum sich kaum noch jemand interessiert. Die zentrale Frage ihrer Epoche, so Tatjana, laute weder 'Was tun?' noch 'Wer ist schuld?', sondern: 'Wurde er umgebracht oder hat er jemanden umgebracht?'"

Im Interview mit Thomas David spricht der amerikanische Autor Garth Risk Hallberg in der NZZ über seinen Roman "City on Fire" und das New York der Vergangenheit: "Vor allem die sechziger, aber auch noch die siebziger Jahre waren eine Zeit, in der sich die Menschen noch eine Zukunft vorstellen konnten, die vollkommen anders aussah als unsere Gegenwart."

Besprochen werden Heinrich Gerlachs "Durchbruch bei Stalingrad" ( SZ ) und Thomas Glavinics "Der Jonas-Komplex" (FAZ, mehr dazu hier). Weiteres im Netz über Literatur in unserem Metablog LIt21.

Film, 22.03.2016

Immer mehr US-Blockbuster sind für die dringend benötigten Gewinnmargen auf den chinesischen Markt angewiesen, erklärt Felix Simon in der FAZ. Da die Zahl der Kinostarts ausländischer Filme dort allerdings strikt begrenzt ist und die Zensur dann noch ein Wörtchen mitzureden hat, setzen die Majors zusehends auf Ko-Produktionen, um einen garantierten Kinostart zu ergattern - zur Not auch in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Zensur. Simon sorgt sich: "Was, wenn China nur den Präzedenzfall schafft und andere Märkte nachziehen? Werden dann nur noch Filme entstehen, die möglichst nirgendwo anecken?" Kaum vorstellbar!

Besprochen werden die laut Michael Pilz nicht lustige, aber kluge Komödie "Rock the Kasbah", in der Bill Murray als abgehalfteter Musiker nach Kandahar geht ( Welt ), Lenny Abrahamsons gleichnamige Verfilmung von Emma Donoghues Roman "Raum" ( Tagesspiegel ) und der Bibelfilm "Auferstanden" ( Tagesspiegel , unsere Kritik hier).

Musik, 22.03.2016

Michael Bartle resümiert in der taz das "South by Southwest"-Festival in Austin, Texas, bei dem neben zahlreichen politischen Veranstaltungen und Workshops auch die überschaubare Menge von 2000 Konzerten stattfanden: "Ein Oktoberfest der Musik. Overkill. Kein Durchkommen." Bei der Berliner MaerzMusik lauschte SZler Wolfgang Schreiber dem von Daniel Kötter und Hannes Seidl hervorgebrachten Klang von schmelzendem Eis.

Besprochen werden die Neuauflage von Jon Savages Punkgeschichte "England's Dreaming" ( SZ , hier unsere Rezensionsnotizen zur Erstauflage) und das neue Album von Guerilla Toss ( taz ).

Kunst, 22.03.2016

Sehr beeindruckt berichtet Till Briegleb von seinem Besuch der Miriam Cahn gewidmeten Retrospektive in der Kunsthalle Kiel: Dieses künstlerische Werk stehe in unmittelbarer Nähe zu Maria Lassnig oder Marlene Dumas, deren gegenständliche Malerei sie "mit einer dunklen Liebe zum Instinkthaften" ergänze, und muss nach Briegleb dringend wiederentdeckt werden: "Wenn Miriam Cahn sich selbst als Flüchtling nackt unter einer vorne offenen Burka porträtiert, und zwar mit grell rot akzentuierten primären Geschlechtsmerkmalen, dann ist das keine billige Provokation, sondern Ausdruck ihres aufwühlenden Hauptthemas: die Verletzlichkeit des Körpers und die Anziehungskraft von Lust und Gewalt. Sowohl inhaltlich wie stilistisch ziehen sich diese Themen durch ihre Bildmotive, so als hätte ihr Unbewusstes alle Tore offen."

Der britische Künstler Jonathan Yeo hat das britische Model Cara Delevingne als seine "perfekte Muse" bezeichnet. Im Guardian plädiert Jonathan Jones aus diesem Anlass vehement dafür, den Begriff der Muse aus dem Kunstdiskurs des 21. Jahrhunderts zu verbannen: "Musenschaft impliziert eine kreative Geschlechterhierarchie. Frauen inspirieren, Männer erschaffen. Die Viktorianer liebten diese Vorstellung. Es reichte ihnen nicht, ein Modell zu begehren, sie musste ihre Lust zu einer mystischen Idee poetischer Inspiration erheben... Wenn Yeo Delevingne toll findet, soll er das sagen. Ein Model eine Muse zu nennen ist so archaisch und lächerlich, wie ein Feigenblatt auf einem Akt."

Weiteres: Die nach der Castro-Revolution in Kuba verbliebene und seitdem nicht mehr zugängliche Sammlung Lengyel ist unter Umständen gar nicht so millionenschwer wie angenommen, mutmaßt Stefan Koldehoff in der Zeit.

Besprochen werden eine Biografie über Hildebrand Gurlitt ( FR ), neue Bücher über Hieronymus Bosch ( Tagesspiegel ), das neue Buch "Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust" des Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich ( taz ) und Christoffer Wilhelm Eckersbergs Retrospektive in der Kunsthalle Hamburg (FAZlerin Beate Söntgen entdeckt "einen souveränen Maler, der im Rahmen bürgerlicher Solidität und Nüchternheit ein Fünkchen verpönten Virtuosentums aufblitzen lässt").


9Punkt - Die Debattenrundschau

Politik, 22.03.2016

Können Demokratien sich selbst abschaffen, indem sie freiwillig den Autoritarismus wählen? Sie können, hat Arno Widmann (FR) aus der amerikanischen Studie "Authoritarianism goes global - The Challenge to Democracy" gelernt. Er zieht daraus sofort Schlüsse auf den Zustand der Demokratie in Amerika: Barack Obama wurde Präsident "als 57 Prozent der wahlberechtigten US-Bürger 2008 an die Urnen gingen. Als 2010 bei den sogenannten 'Midterms' nur 37 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, übernahmen die Republikaner die Macht im Repräsentantenhaus und in 18 Landesparlamenten. Diese Lektion hatten die Partei sofort verstanden. Im nächsten Jahr wurden 180 Gesetzesvorlagen in 41 Staaten eingebracht, die alle nur auf Eines zielten: den Zugang zur Wahlurne zu erschweren. In 19 Staaten wurden 25 solcher Gesetze erlassen. Auch in den USA ist die Demokratie nicht auf dem Vormarsch."

Europa, 22.03.2016

In der SZ bringt Thomas Steinfeld Hintergründe zur Verhaftung des dänischen Lyrikers Yahya Hassan (hier eine Auswahl seiner Gedichte beim Perlentaucher), der nach einer Konfrontation mit Islamisten einem in den Fuß geschossen haben soll. Hassan, der eine Zeitlang bedroht wurde, habe sich schon vor der Auseinandersetzung in eine Gewaltsituation förmlich hineingesteigert, schreibt Steinfeld: "Yahya Hassan hatte in den vergangenen Wochen immer wieder blutige Auseinandersetzungen angekündigt, auf seiner Facebook-Seite, auf der er gelegentlich mit verbundener Hand und mit Messern bewaffnet auftritt, aber auch in Zeitungs-Interviews und öffentlichen Stellungnahmen: 'Es wird blutig, es wird wie beim Walfang sein', erklärte er in der vergangenen Woche einer Lokalzeitung."

In der Welt stellt Herfried Münkler seinen "Masterplan Integration" vor, dessen Grundvoraussetzung darin liegt, den Zuzug weiterer Flüchtlinge möglichst zu drosseln und unter allen Umständen den Rechtsstatus des abgelehnten, aber geduldeten Asylbewerbers zu vermeiden: "Daraus folgt dann sogleich der dritte Imperativ eines Masterplans für Integration: dass die juristische Sortiermaschine der Statuszuweisung gegenüber den Migranten auf den Imperativ der Integration umgestellt wird. Das wird der juristisch geschulten Beamtenschaft des Staatsapparats gegen den Strich gehen, weil dann unvermeidlich ist, mit Ausnahme- und Sonderregelungen zu arbeiten, wie sie in einem sauberen Entscheidungsprozess nicht vorgesehen sind."

In der taz darf Christoph Bartmann sich wieder fürchten: vor dem "kleinbürgerlichen Pöbel von Pegida" und vor dem "gutbürgerlichen", angeführt von Peter Sloterdijk, sowieso: "Die verwendeten Sprachbilder zeugen von einer wachsenden Radikalisierung und Menschenverachtung der sich selbst für gebildet haltenden Schichten. Sie sind auch ein weiteres Anzeichen dafür, dass die soziale Barriere bald brechen könnte, die bislang das deutschsprachige Bildungsbürgertum von den 'besorgten Bürgern' von Pegida und AfD getrennt hat."

Die georgische Gewürzmischung Khmeli Suneli schmeckt nicht wie Curry, aber auch nicht wie eine italienische Mischung, sondern wie etwas dazwischen. Tagetesblüten halten in der Schweiz die Schnecken vom Gemüsebeet, in Georgien verwendet man sie als "eine Art Safran also, aber nur eine Art". Eva Dietrich ist in der georgischen Hauptstadt Tiflis immer wieder irritiert von Dingen, die bekannt, aber leicht verfremdet sind, erzählt sie in der NZZ. "Das selbstverständliche Nebeneinander und die Betonung von Ähnlichkeiten stehen im Vordergrund. Wenn Georgien ein Grenzland ist, dann eines, dessen Selbstverständnis nicht in Grenzziehungen liegt, sondern in den fließenden Übergängen. Statt Grenzen nehmen wir eher unsichtbare Schwellen wahr." Daneben stellt Roman Hollenstein kurz eine Wiener Ausstellung über georgische Architektur vor.

Wenn irgendwer in Russland noch Widerstand gegen Putins bräsiges Chauvi-Regime leistet, dann ein paar junge mutige Frauen, scheibt Kerstin Holm in der FAZ, zum Beispiel die Wissenschaftsjournalistin Asja Kasanzewa: "Sie erklärt in lustig illustrierten Büchern anschaulich und unterhaltsam, warum Homöopathie schwere Krankheiten nicht heilen könne, warum Kinder gegen Diphterie, Polio, Keuchhusten geimpft werden sollen, während der Verzehr von Genmais unbedenklich sei. So bekämpft sie den Scharlatanerieglauben, der wegen des Niedergangs des Schul- und Medizinwesens, aber auch infolge des Einflusses der Kirche um sich greift."

Überwachung, 22.03.2016

Tja, wer hätte das gedacht. Apple wird im Streit gegen das FBI, das an die Iphone-Daten ranwill, zum Menschenrechts-Champion. Präsident Obama ruft unterdessen auf, die Daten auf dem Iphone nicht zum "Fetisch" zu machen, schreibt Jörg Häntzschel in der SZ: "Kurz vor den Wahlen vereist das sonst herzliche Verhältnis des Silicon Valley zu den Demokraten. Und die Republikaner, sonst strikt gegen staatliche Einmischung in Firmen-Angelegenheiten, stehen geschlossen hinter dem FBI. Donald Trump rief - vom Iphone aus - sogar zum Apple-Boykott auf."

Religion, 22.03.2016

Ein Großteil des Hasses auf den Westen in islamischen Ländern speist sich laut dem Politologen André Grjebine in huffpo.fr aus dem Widerspruch zwischen Festhalten an Religiosität und dem Gebrauch technischer Errungenschaften des Westens. "In den muslimischen Gesellschaften, die von der Religion strukturiert sind, wird die Verbreitung des westlichen Modells, das die Religion auf die Privatsphäre beschränkt, immer mehr als kulturelle Aggression, ja Provokation empfunden. Dieses Gefühl wird um so schmerzlicher, da es schwierig ist, auf die Verführung der materiellen Errungenschaften aber auch der Freiheiten zu verzichten, die das westliche Modell ermöglicht."

Kulturpolitik, 22.03.2016

Christian Eger fragt sich in der Berliner Zeitung, warum auf der Leipziger Buchmesse außer Flüchtlingen so wenige aktuelle Thema zur Sprache kamen: "Vom E-Book ist kaum die Rede. Vom Preisverfall im Antiquariatsgeschäft auch nicht, obwohl das ein Thema wäre. Bücher des 18. Jahrhunderts gibt es in Folge der Digitalisierung zu Tiefstpreisen. Die Verleger schauen mit Bangen auf den 21. April, auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, ob die Verlage weiterhin an den Ausschüttungen der VG Wort beteiligt werden oder nicht. Der Verleger Christoph Links spricht von einem 'brennenden' Problem. Sollte das Urteil gegen die Verlage fallen, müssten diese auch die Ausschüttungen der vergangenen drei Jahre zurückzahlen. Bei Links wären das 51.000 Euro auf einen Schlag. Für manche Kleinverlage das Ende."

Medien, 22.03.2016

Die schwierige Lage der BBC vor dem Brexit-Referendum schildert Alex Spence in politico.eu. Die Anstalt achtet strengstens auf Neutralität, erzählt er, aber sie ist selbst in einer schwierigen Position, weil ihr Status gerade neu ausgehandelt wird und die Entscheidung darüber nun auf die Zeit nach der Abstimmung verschoben wurde: "Das bringt weitere Monate der Ungewissheit für die Zukunft der BBC, fürchten Medien-Experten. Es ist unklar, ob dann noch die gleichen Minister an der Regierung sind und was es für die BBC heißt, falls neue Politiker auf der anderen Seite des Tisches sitzen. Das nächste Statut wird vielleicht eilig durchgepaukt. Die BBC wird in einer Atmosphäre der Verbitterung für ihre Sache eintreten müssen, in der viele Politiker und Wähler sie für das Ergebnis verantwortlich machen werden."

Cumhuriyet-Chefredakteur Can Dündar spricht im Interview mit Mike Szymanski von Sueddeutsche.de über die Lage der türkischen Medien kurz vor seinem Prozess wegen Landesverrats, der am 25. März beginnt. Er beklagt, dass Tayyip Erdogan immer mehr Medien in die Hände befreundeter Oligarchen gibt: "Wir haben neue Medienmogule. Aus Mainstream-Presse sind Präsidenten-Sprachrohre geworden. Presse, die ihm applaudiert. Die Cumhuriyet ist eines der letzten Beispiele für unabhängige Medien in der Türkei. Deshalb sind wir ins Visier geraten. Wir haben schon viele Angriffe erlebt. Diese Zeitung hat einen sehr hohen Preis für die Demokratie bezahlt."

"Die Informationsgrundlagen des demokratischen Gemeinwesens verschieben sich, ohne dass der Gesellschaft Zeit bleibt, sie zu reflektieren", fürchtet FAZ-Online-Chef Mathias Müller von Blumencron, der sich gerade auf der "SXSW" in Austin befindet und sich die neuesten Apps anguckt, die den jungen Konsumenten am Smartphone nur mehr einen "granularen Medienstrom" bescheren.

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