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Heute in den Feuilletons: "Gemessen an der Wacky-Werner-Herzog-Skala"

In der "Zeit" wundert sich Peter Sloterdijk über Herfried Münkler. Der "Tagesspiegel" beklagt die Missachtung der Sperrfrist bei Buchkritiken. Die Filmkritik nimmt sich Alexander Sokurows "Francofonia" an.

Efeu - Die Kulturrundschau

Musik, 03.03.2016

Wie den Kölner Eklat deuten, als Zuschauer den Abbruch eines Steve-Reich-Stücks mit dem Cembalisten Mahan Esfahani durch Klatschen erzwangen (mehr dazu im gestrigen Efeu)? Über diese Frage zerbrechen sich die Feuilletons den Kopf. In der FR hält Judith von Sternburg das Ereignis für "eine merkwürdige Kölner Entgleisung". Auf ZeitOnline seufzt Volker Hagedorn: "Köln war musikalisch mal ein Avantgarde-Mekka!" Wichtig ist ihm die Feststellung, dass auch der brüskierte Cembalist in einem Blog darauf hinweist, dass ihm Ablehnung nur von einer Minderheit entgegen schlug: "Es war nicht die nächste 'Sturmabteilung' sozial schwacher Ungebildeter, die am Sonntag in der Philharmonie wie in einem späten Weimar gegen die Avantgarde anbrüllte. Es waren, wie Esfahani in seinem klugen Posting beschreibt, wütende alte Männer, Abonnenten, sogenannte Bildungsbürger. Akademiker, die vor der Veränderung der Welt - und sie verändert sich jetzt! - so viel Angst haben, dass sie die eigene (Kultur-)Geschichte vergessen."


In der taz porträtiert Franziska Buhre den Komponisten David Behrman, der heute in Berlin einen Vortrag zum Thema "American Experimental Music and Its Role in Germany from the 1950s" hält: "Die Interaktion zwischen menschlichen und elektronischen Akteuren war David Behrman in den fünf Jahrzehnten seines Schaffens stets wichtig. Eine Anordnung für verstärkte oder verfremdete Instrumente, Computer, selbstgebaute Synthesizer, Mikrofone, Lautsprecher oder Lichtsensoren enthält bei ihm immer den subtilen Brückenschlag zwischen humanen und automatisierten Komponenten." Hier eine Komposition aus den späten 60ern:



Weiteres: In der SZ porträtiert Harald Eggebrecht den Bratschisten Antoine Tamestit. "Schafft mehr Konzertsäle!", ruft Björn Woll in der Zeit deutschen Politikern zu.

Besprochen werden das neue Album "This Unruly Mess I've Made" von Macklemore ( Tagesspiegel ), Konzerte von Konstantin Wecker ( FR ) und Wanda ( Tagesspiegel ), ein Bruckner-Zyklus der Berliner Staatskapelle unter Daniel Barenboim in Tokio (FAZ), sowie das vom Netzwerk Norient herausgebene Buch "Seismographic Sounds", das SZ-Kritiker Jörg Scheller nur wärmstens empfehlen kann: "Ein unverzichtbares Kompendium für kosmopolitische Liebhaber von Popmusik zwischen Lokalem und Globalem, Mainstream und Underground, Techno-Avantgarde und Folklore, Politik und Kommerz."

Kunst, 03.03.2016

In der NZZ stellt Melanie Keim die Vorarbeit von Marguerite Humeau mit dem Computerwissenschaftler Mathias Bürki für die Manifesta 11 vor. Es geht um Liebe! "Laut Humeaus Nachforschungen könnten Liebesgefühle das erste Mal bei Vorgängern der Säugetiere vor etwa 150 Millionen Jahren aufgetreten sein. Dieser Moment soll nun für die Manifesta an der ETH nachgestellt werden: durch zwei sich autonom bewegende, künstliche Wesen. Ob es zwischen den Computern, die auf Liebesfähigkeit programmiert sind, zum Balztanz oder gar zu einer Liebesgeschichte kommt, ob die ausgeschütteten Hormone Liebesgefühle wecken, wird bei Ausstellungsbeginn in vier Monaten noch ungewiss sein. Wie bei natürlichen Lebewesen hängt dies vom Spiel der Roboter ab, deren 'Gefühle' nicht programmiert sind."

Sarah Alberti vom Freitag hat mitunter gut lachen in Via Lewandowskys Ausstellung "Hokuspokus" im Museum der bildenden Künste in Leipzig: Zu sehen gibt es dort "narrative Absurditäten und technisch ausgeklügelte Objekte. ... Es [sind] Störfaktoren, die den Blick fürs Alltägliche schärfen: Ein Feuer hat den gedeckten Tisch in Brand gesetzt, doch die Sitzgruppe blieb unversehrt. Stehend auf Kunstrasen steckt ein Fernsehbildschirm den Zuschauern die Zunge heraus.."

Besprochen werden die Sigmar-Polke-Ausstellung im Frankfurter Städel ( FR ), eine Ausstellung von William Tucker im Kunstmuseum Winterthur (NZZ) und die Delacroix-Ausstellung in der National Gallery in London ( SZ ).

Architektur, 03.03.2016

Zwei kurze Architekturvorstellungen in der NZZ: Roman Hollenstein begeistert sich für Francesco Buzzis mit neuester Robotertechnologie ausgestattete Wohnhäuser in Solduno. Und Jürgen Tietz weist auf eine Ausstellung zum Architekten Harry Seidler im Architekturmuseum der TU Berlin hin.

Bühne, 03.03.2016

Viele Opernpremieren, aber trotz eingebauter Aktualität keine tiefschürfenden Analysen erlebte NZZ-Kritiker Christian Wildhagen in diesem Frühjahr. Er macht eher eine Tendenz zum modischen Video und Regiekitsch aus: "Gut möglich, dass man demnächst, analog zu jüngsten Regieansätzen im Sprechtheater, auch die Ereignisse an Europas Grenzen oder die skandalösen Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht beispielsweise in einer 'Aida'-Produktion wiederfindet. Ob damit etwas für das Werk gewonnen wäre? Es gibt mittlerweile einen Kitsch des Regietheaters, wenn Aktualität durch wohlfeiles Herbeizitieren bloß noch behauptet wird."

Außerdem: Rüdiger Schaper unterhält sich für den Tagesspiegel mit Annemie Vanackere, der Intendantin des Berliner Hebbel am Ufer.

Film, 03.03.2016

Tazlerin Barbara Wurm schätzt Alexander Sokurow als großen Freigeist des Weltkinos, als einen, "der im heutigen Kino nur noch an der Wacky-Werner-Herzog-Skala gemessen werden kann". Sein Filmessay "Francofonia" über das Ringen um den Louvre unter dem Vichy-Regime bestätigt ihr Urteil: Es ist "Sokurows persönlicher Gipfelsturm", lobt sie. "Die großen Nationen, ihr Geist (und ihre Geister), Europa und die Kunst, die Welt und ihr Verbleib - das ist hier Thema. Der Film: Ein Kommentar zum ewigwährenden Verhältnis von Kunst und Krieg, Humanismus und Macht sowie (Kultur-)Erbe und Ideologie." Auch Patrick Holzapfel ist im Perlentaucher voll des Lobs: "Die Rhetorik des Films [bewegt sich] auf höchstem Niveau, denn immer wenn man das, was einem in philosophischen, polemischen und todernst-verspielten Assoziationen vermittelt wird, hinterfragen möchte, übernimmt der Film die Frage selbst. Was bleibt ist ein Gedankenstrom, der einen so schnell nicht loslassen wird." In der Welt ging Swantje Karich dagegen die "schauderhafte Kritiklosigkeit" des Films gewaltig auf die Nerven. Walter Grasskamp findet ihn in der Zeit zu "überfrachtet"

Weiteres: Das Filmmuseum Potsdam zeigt Klassiker des Spionagefilms, berichtet Andreas Hartmann in der taz. Der Film Comment veröffentlicht Auszüge aus einem Gespräch zwischen Martin Scorsese und Jerry Lewis, das beide im Oktober 2015 in New York geführt haben. Für den Freitag schaut Juliane Leopold neue Serien.

Besprochen werden Andrew Bujalskis "Fitness" ( Perlentaucher ), Pablo Traperos "El Clan" ( taz ), Hans Steinbichlers Neuverfilmung von "Das Tagebuch der Anne Frank" ( ZeitOnline , SZ ), Michael Bays Kriegsfilm "13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi" ( taz , FAZ), Jay Roachs Biopic "Trumbo" ( NZZ ) und der neue Disneyfilm "Zoomania" ( NZZ , "Die Bildsprache schwingt elegant vom Drolligen zum Pathos und zurück", freut sich in der FAZ Dietmar Dath).

Literatur, 03.03.2016

Der Schriftsteller Gregor Hens erzählt in der NZZ, was er beim Deutschunterricht in einer Berliner Notunterkunft für Flüchtlinge lernte. Etwa, "dass Integration weniger eine Frage der Verpflichtung ist als des Angebots: Wer eine Gesellschaft zu schätzen lernt, wer Berufsaussichten oder andere Gründe hat, Deutsch zu lernen und die Landessitten zu verstehen, der tut es im Normalfall auch - und zwar mit einer Freude, die man in normalen Klassenzimmern und Seminarräumen nicht jeden Tag erlebt."

Im Tagesspiegel ärgert sich Gerrit Bartels darüber, dass aktuelle Romane wie Heinz Strunks "Der goldene Handschuh" und Siegfried Lenz' aus dem Nachlass veröffentlichter "Überläufer" von einigen Zeitungen unter Missachtung der von den Verlagen verhängten Embargo-Sperren deutlich vor dem Erscheinungsdatum besprochen werden: "Warum will immer jemand der Erste sein, Hype-Taktgeber? Zeugt das jetzt von mehr Kompetenz? Wem nützt das bloß?" Passend dazu bespricht Klaus Bittermann heute in der taz mit "Panikherz" den neuen Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre (Auslieferungsdatum: 10. März).

Weiteres: Der Freitag bringt einen Vorab-Auszug aus Jörg Magenaus neuem Buch "Princeton 66: Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47". Maxim Biller darf im Interview mit der Zeit auf einer ganzen Seite seinen neuen Roman loben. Und auf arte kann man sich einen einstündigen Porträtfilm über den ziemlich durchgeknallten SF-Autor Philip K. Dick ansehen.

Besprochen werden Ronja von Rönnes Debütroman "Wir kommen" ( taz ), Wilfrid Lupanos und Grégory Panacciones Comic "Ein Ozean der Liebe" ( Tagesspiegel ), Matthias Nawrats Roman "Die vielen Tode unseres Opas Jurek" ( NZZ ), Garry Dishers Krimi "Bitter Wash Road" ( Welt ) und Siegfried Lenz' "Der Überläufer" ( Welt, FAZ, mehr dazu hier). Mehr zur Literatur im Netz in unserem Metablog Lit21.

9Punkt - Die Debattenrundschau

Gesellschaft, 03.03.2016

Politiker können uns immer wieder überraschen. Erst Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik, nun ein flammendes Plädoyer des französischen Premierministers Manuel Valls pro Kamel Daoud und gegen eine Petition von Akademikern (unsere Resümees), die Daoud Islamophobie vorwarfen und an deren Adresse Valls auf Facebook sagt: "Diese Art, die Debatte zu führen, ist Zeichen eines tiefen Problems der Intellektuellen, einer großen Schwierigkeit, in unserem Land, die Probleme und die Gefahren mit Gelassenheit zu reflektieren. Statt dessen werden jene abgewiesen, die es versuchen. Aber in einer Zeit wie der unseren, die immer schwieriger zu deuten und entziffern ist und die von Extremismen und Fanatismen überwältigt wird, können Analysen wie die von Kamel Daoud - und anderer mit ihm - für uns sehr hilfreich sein. Jenseits der Karikaturen, die über ihn gemacht wurden, liefert uns der algerische Autor einen erhellenden und konstruktiven Standpunkt, den eines Intellektuellen und eines Romanciers."

In einem Interview mit der Zeit macht Kamel Daoud noch einmal ganz klar, dass er keinen Millimeter von seiner Islamkritik abweicht: "In der arabischen Welt haben wir eine kranke Beziehung zur Frau. Trotz aller Unzulänglichkeiten beneide ich den Westen um die Rolle der Frau in seiner Gesellschaft. Wer aber eine kranke Beziehung zur Frau hat, hat auch eine kranke Beziehung zur Welt, was seine Kreativität, seine Freiheit, seinen Körper und seine Begierden betrifft. Wie können wir das Leben lieben, ohne die Frau zu lieben? Wie können wir Familien aufbauen, wenn wir die Frau nicht respektieren? Ich habe früher einmal geschrieben: Wer die Frauen einschließt, macht die Männer zu Gefangenen."

Europa, 03.03.2016

Eine "neue Islamisierung des Balkans" gibt es trotz neuer salafistischer Gruppen nicht, erklärt der Politologe Xavier Bougarel im Interview mit der NZZ. "Die größte Rolle spielen die Geldüberweisungen, die für den Bau von Moscheen und humanitäre Zwecke verwendet werden. Bisher haben dogmatische Einflüsse aus der Diaspora keine große Rolle gespielt. Aber das ändert sich. Es gibt im Westen eine Reihe prominenter Muslime, die aufgeklärt und ohne Komplex ihren Glauben praktizieren und enge Beziehungen zur alten Heimat aufrechterhalten. Sie könnten eine Rolle bei der Modernisierung des Islam auf dem Balkan spielen. Auf der andern Seite gibt es die marginalisierten, radikalen Diaspora-Muslime, die der Kontrolle der offiziellen Gemeinschaften entglitten sind. Beide Gruppen versuchen, ihren Einfluss auf dem Balkan zu vergrößern. In welche Richtung sich der Islam auf dem Balkan schließlich entwickelt - das ist eine Auseinandersetzung mit offenem Ausgang."

Politik, 03.03.2016

In einem von der Welt übernommenen Artikel für Project Syndicate erklärt Mohammed Bin Rashid al-Maktum, Vizepräsident und Premier der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher des Emirats Dubai, dass man künftig gern mehr für die Jugend tun möchte und Toleranz unterstützt: "Wir müssen Toleranz lernen, weitergeben und praktizieren - und diesen Gedanken sowohl durch Bildung als auch durch unser Vorbild unseren Kindern einpflanzen. Aus diesem Grund haben wir auch eine Staatsministerin für Toleranz ernannt." (Mit oder ohne Schleier?)

Internet, 03.03.2016

Unter der reichlich melodramatischen Überschrift "Wie wir Sklaven von Google wurden" wendet sich die Ökonomin Shoshana Zuboff in der FAZ gegen einen Kapitalismus, der auf den Überwachungspotenzialen des Internets beruht und als dessen treibende Kraft sie Google ansieht: "Es ist nahezu unmöglich, sich soziale Teilhabe ohne Internetzugang und Knowhow vorzustellen, obwohl diese einstmals blühenden Netzräume inzwischen einem neuen und sogar noch ausbeuterischeren kapitalistischen Regime unterworfen sind. Alles geschah sehr schnell und ohne unser Verständnis, unsere Zustimmung."

Sehr viel gelassener klingt der Philosoph Markus Gabriel, der im Interview mit Johan Schloemann in der SZ sagt: "Der Gesetzgeber muss sicherstellen, dass neue Technologien, die ja zum Teil sehr zu begrüßen sind, nicht mehr Schaden anrichten, als sie Nutzen bringen. Das selbstfahrende Auto sollte also dann zugelassen werden, wenn klar ist, dass es keinen mehr gefährdet als ein herkömmliches."

Ideen, 03.03.2016

In der Zeit staunt Peter Sloterdijk, wie sich Herfried Münkler kürzlich in der Zeit "als Mitwisser einer an der Spitze des deutschen Staatswesens waltenden strategischen Vernunft" gerierte und die Flüchtlingspolitik Angela Merkels verteidigte: "Ich frage mit Blick auf die jüngeren Beispiel von Strategen-Scheitern: Waren nicht auf der weltpolitischen Bühne seit Jahrzehnten die stolzen Konfliktberater und Strategien-Schmiede regelmäßig die Blamierten, vom Vietnamkrieg bis zu den irakischen und syrischen Debakeln? War nicht die 'strategische Rationalität', vor allem in der münklerisch gedeuteten imperialen Außenpolitik der USA, das Einfallstor der fatalsten Fehlleistungen? Diente 'Strategie' nicht stets als Ausrede für zukunftsblinden Interventionismus, beginnend mit der Destabilisierung unwillkommener Regime, endend mit der Überlassung ruinierter Staaten an Chaos, Terror und nie beendbaren Bürgerkrieg? Diese Art von Strategie-Versteherei auf der Basis von forscher Imperiophilie möge uns weiterhin erspart bleiben."

David Rieff legt im Guardian einen Essay zur Frage vor, ob historische Erinnerung Konflikte nicht eher verschärft, statt sie zu versöhnen. Das beste Beispiel ist natürlich der Nahostkonflikt, in dem Rieff Israel eine Politisierung der Geschichte vorwirft - der muslimischen Seite aber ebenso. "Nach dem britischen Sozialhistoriker Paul Connerton 'hat ein immer größerer Teil der arabischen Geschichtsschreibung ab dem 19. Jahrhundert die Kreuzzüge zum Thema gemacht'. Der Begriff wurde zum 'Codewort für die bösen Absichten des Westens, die in der Gründung des Staats Israel gipfelte'. Nach Connerton war eine der Effekte des arabisch-israelischen Konflikte, dass er immer neue Studien zu den Kreuzzügen beflügelte."

Medien, 03.03.2016

Die Zeit hat auszugsweise einen Text übersetzt von Martin Baron, der ab 2001 als Chefredakeur des Boston Globe maßgeblich für die mit einem Pulitzerpreis ausgestattete Berichterstattung über die Missbrauchsfälle und systematischen Vertuschungen in der Katholischen Kirche war. Baron hofft, dass der oscarprämierte Film "Spotlight" über den Boston Globe künftige Zeitungsbesitzer, Herausgebeber und Chefredakteure bestärkt, wieder mehr investigative Recherche zu betreiben.

Lena Dunham badet mit ihrem Newsletter Lenny, der durchaus kontroverse Fragen wie Abtreibung anspricht, in Erfolg, schreibt Laura Hazard Owen im Niemanlab: "Überdies gibt es ein richtiges Gschäftsmodell jenseits des Starfaktors von Lena Dunham. Lenny wird von einer Anzeigenpartnerschaft mit Hearst getragen, und Hearst promotet das Produkt in Magazinen wir Cosmopolitan und Hearst. Dieser Mix war es, der half, Lenny auf 400.000 Abonnenten zu bringen." Dem Newsletter folgte erst später die Website.

In der SZ schildert Paul-Anton Krüger die Härte, mit der die ägyptische Justiz gegen Autoren, Intellektuelle und Journalisten vorgeht: So wurde jetzt der Schriftsteller Ahmed Naji wegen einer Sexszene in einem Roman zu zwei Jahren Haft verurteilt. "'Mit Sorge sehen wir die Zunahme unterdrückerischer Praktiken, die Attacken auf öffentliche, persönliche, akademische und künstlerische Freiheiten', heißt es in einer Solidaritätserklärung, die mehr als 500 Künstler und Schriftsteller unterzeichnet haben. Es herrscht ein Klima der Angst, auch unter Journalisten und Aktivisten der Zivilgesellschaft, das es so selbst unter Diktator Hosni Mubarak nicht gab. Seit Monaten läuft gegen sie alle eine vielschichtige, systematische Einschüchterungskampagne, in der Justiz, Sicherheitsapparat und andere Teile des vom Militär kontrollierten Regimes Hand in Hand spielen. Die Dimension erschließt sich erst, wenn man einen Schritt zurücktritt. Dann fügen sich scheinbar unterschiedliche Fälle zu einem erkennbaren Muster. Es gibt in Ägypten keinen Rechtsstaat. Es herrscht Willkür."

Weiteres: Für die Medienseite der SZ besucht Claudia Tieschky die Redaktion der inzwischen nach Insolvenz und Verkauf vor zwei Jahren wieder profitablen Münchner Abendzeitung .

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