Auktion in Las Vegas Das ist das teuerste Foto der Welt

Finsteres Gestein, ein Sonnenstrahl: In Amerika ist ein Foto des australischen Starfotografen Peter Lik für mehr als fünf Millionen Euro versteigert worden - Weltrekord.

Teuerstes Foto der Welt: Peter Liks "Phantom"
Peter Lik

Teuerstes Foto der Welt: Peter Liks "Phantom"


Hamburg/Las Vegas - Umgerechnet 5,2 Millionen Euro auf einer Auktion: Das macht Peter Liks "Phantom" betitelte Aufnahme zum teuersten Foto der Welt, wie unter anderem der englische "Guardian" nun berichtet. Auf einer Versteigerung in Las Vegas ging das Foto für 6,5 Millionen US-Dollar an einen privaten Sammler.

Der Sammler sicherte sich auch zwei weitere Bilder ("Illusion", 2,4 Millionen US-Dollar, "Eternal Moods", 1,1 Millionen US-Dollar) des australischen Starfotografen. Damit sind nun vier Bilder Liks unter den 20 teuersten Fotos.

Das Schwarz-Weiß-Foto "Phantom" wurde in einem Canyon in Arizona aufgenommen. Der Effekt des einfallenden Lichtes macht den Zauber des Bildes aus, das dunkle Bergmassiv kontrastiert mit der hellen Säule. Durch die monochrome Farbgebung bekommt die Aufnahme etwas schlechthin Klassisches und Zeitloses. Vielleicht macht genau diese billig zu habende Anmutung das Motiv auch etwas plump - über jeden Kitschverdacht ist "Phantom" jedenfalls nicht erhaben.

Findet auch der "Guardian", der sich das Bild sehr gut als "abgedroschenes Poster in einem schicken Hotel" vorstellen kann. Vom Landschaftsfotografen Lik, Jahrgang 1959, der für seinen künstlerischen Umgang mit der Natur und ihrem Farbenspiel bekannt ist, ist folgendes Zitat überliefert: "Mein Ziel ist es, mit allen Fotos die Naturgewalt einzufangen und sie so abzubilden, dass der Betrachter sich leidenschaftlich mit dem Bild verbunden fühlt."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 57 Beiträge
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Gmorker 11.12.2014
1. Verhältnismäßigkeit?
Auch wenn ich das Motiv durchaus schön finde und die technische Ausführung der Fotographie inklusive der vermutlich eingesetzten Zeit um auf genau diesen Moment zu warten, sicher nicht von Jedermann mit dem Tablet oder Smartphone zu machen ist, frage ich mich doch, wo hier die Verhältnismäßigkeit bleibt. Bei einem Gemälde gibt es ein Original. Das wird üblicherweise bei den großen Meistern für Millionen verkauft. Drucke (also Kopien) des Originals sind dagegen für "kleines" Geld zu haben. Bei einem Photo handelt es sich ja zwangsweise immer um einen Druck.. und der ist technisch immer wieder exakt gleich gut. Es gibt also kein Original, das sich qualitativ irgendwie von den Kopien abhebt und damit sehe ich nicht, wo diese riesige Summe für das Photo herkommt.
syracusa 11.12.2014
2. keine Fotografie
Das Bild ist keine Fotografie, sondern ist künstlerisch frei bearbeitet. Die menschliche Konturen zeigenden Nebelschwaden im Sonnenlichtkegel sind physikalisch unmöglich. In der durch den Lichtstrahl erwärmten Luft würde sich weniger Nebel bilden als in der kälteren umgebenden Luft. Aber weil der dunkle Rest des Bildes scharf abgebildet ist, gibt's im kalten Bereich keinerlei Nebel, also kann's im wärmeren Bereich erst recht keinen geben.
gelegenheitsposter2 11.12.2014
3. abgedroschenes Photo
Guten Tag, geben Sie mal *antelope canyon* in die Suchmaschinen ein, dann finden Sie diesen Bildausschnitt tausendfach in Photos und Videos. Es ist ein gutes Photo, aber keine Mionen wert, geradezu grandios übertrieben, es hat keine Ansel-Adams-Qualität. Hoffentlich bedenkt er die Indianer dieses Gebietes mit einem hohen Betrag.
schilichote 11.12.2014
4.
Zitat von GmorkerAuch wenn ich das Motiv durchaus schön finde und die technische Ausführung der Fotographie inklusive der vermutlich eingesetzten Zeit um auf genau diesen Moment zu warten, sicher nicht von Jedermann mit dem Tablet oder Smartphone zu machen ist, frage ich mich doch, wo hier die Verhältnismäßigkeit bleibt. Bei einem Gemälde gibt es ein Original. Das wird üblicherweise bei den großen Meistern für Millionen verkauft. Drucke (also Kopien) des Originals sind dagegen für "kleines" Geld zu haben. Bei einem Photo handelt es sich ja zwangsweise immer um einen Druck.. und der ist technisch immer wieder exakt gleich gut. Es gibt also kein Original, das sich qualitativ irgendwie von den Kopien abhebt und damit sehe ich nicht, wo diese riesige Summe für das Photo herkommt.
Doch, es ist von jedermann zu machen. Und wurde auch schon gemacht. Tausendfach. Das Bild ist im Antelope Canyon aufgenommen. Sommers zwischen eta 12 und 2 Uhr (wenn die Sonne am Zenit steht) kommen die Strahlen in den Canyon hinein. Im Canyon selbst geht es unter den Fotografen dann zu wie zu besten Sommerschlussverkauf-Zeiten: Kampf um den besten Platz für die Stativbeine, jeder will nach vorne, bitte nicht ins Bild laufen,... Zum Staub: einfach etwas Sand vom Boden aufheben und in den Lichtstrahl werfen, dann hinter den Felsvorsprung springen. Fertig ist das "Phantom". Lik ist ein einigermaßen ordentlicher Fotograf, mit sehr gutem Marketing. Aber bei Editionen von 950 Abzügen pro Motiv tendiert es ziemlich Richtung "Postershop". Exklusivität hat das jedenfalls keine mehr. Wirkliche "Editionen" sollen eher im 100 oder 150-Bereich angesiedelt sein. Bei großen Abzügen sogar noch weniger.
schilichote 11.12.2014
5.
Zitat von syracusaDas Bild ist keine Fotografie, sondern ist künstlerisch frei bearbeitet. Die menschliche Konturen zeigenden Nebelschwaden im Sonnenlichtkegel sind physikalisch unmöglich. In der durch den Lichtstrahl erwärmten Luft würde sich weniger Nebel bilden als in der kälteren umgebenden Luft. Aber weil der dunkle Rest des Bildes scharf abgebildet ist, gibt's im kalten Bereich keinerlei Nebel, also kann's im wärmeren Bereich erst recht keinen geben.
Es ist kein Nebel, sondern Staub vom Sand. Entweder vom Fotografen/Assistenten hochgeworfen (sehr wahrscheinlich), oder von oben in den Slot-Canyon hineingefallen. (Das passiert schon mal wenn's oben windig ist oder jemand entlangläuft).
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