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Pleite für Sat.1: Harald will nicht mehr Schmidt spielen

Der Rauswurf Martin Hoffmanns als Geschäftsführer von Sat.1 und die Sparpläne Haim Sabans scheinen Konsequenzen für den Berliner Sender zu haben: Die "Harald Schmidt Show" wird nächstes Jahr nicht fortgesetzt. Entertainer Schmidt, in den letzten Jahren zum Aushängeschild von Sat.1 geworden, will eine "Bildschirmpause" machen.

Entertainer Schmidt: "Sat.1 viel zu verdanken"
DPA

Entertainer Schmidt: "Sat.1 viel zu verdanken"

Berlin - Harald Schmidt lege nach acht Jahren bei Sat.1 eine Kreativpause ein, teilte der Sender am Montag mit. Es sei aber vereinbart worden, Gespräche über eine zukünftige Zusammenarbeit zu führen.

Es sei Zeit für eine "Bildschirmpause", wird der Entertainer zitiert. "Ich habe Sat.1 viel zu verdanken und bleibe dem Sender auch weiterhin sehr verbunden." Man bedanke sich "herzlich bei Harald Schmidt für acht Jahre großartiger Fernsehunterhaltung", sagte Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat.1. Man habe Verständnis für die Entscheidung, "auch wenn wir dies natürlich sehr bedauern."

Über die Fortsetzung des Vertrages zwischen Schmidts Produktionsfirma Bonito und Sat.1 wurde in den vergangenen Wochen lange verhandelt. Der überraschende Rausschmiss des Sat.1-Geschäftsführers Martin Hoffmann am vergangenen Donnerstag könnte etwas mit der vorläufigen Absage Schmidts zu tun haben, denn immerhin gelten Schmidt und Hoffmann als freundschaftlich verbunden. Dessen Vorgänger Fred Kogel hatte Schmidt einst zu Sat.1 geholt.

In Branchenkreisen wird vermutet, dass Schmidts Abgang auch etwas mit den Sparplänen des neuen Hauptgesellschafters der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban, zu tun haben könnte. Saban hatte in den vergangenen Wochen jeden einzelnen Sendeplatz der vier Sender durchrechnen lassen, um Sparpotenziale aufzudecken. Spekuliert wird, dass die "Harald Schmidt Show" als sehr teuer zu Buche schlug, allein Schmidt bekomme 40.000 Euro Honorar pro Sendung, während die Werbeeinnahmen kaum die Produktionskosten deckten. Eine Sprecherin des Senderverbunds wies diese Darstellung am Montag jedoch zurück. Schmidts Show sei eine der am besten zu verkaufenden Sendungen bei Sat.1 gewesen.

Ex-Geschäftsführer Hoffmann: Schmidt zum Markenzeichen gemacht
OBS/SAT.1

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Noch am Freitag hatte Hoffmann-Nachfolger Roger Schawinski gegenüber dem SPIEGEL bekräftigt, dass er die Abwanderung Schmidts nicht fürchte. Schmidt sei "der Erste" gewesen, den er am Freitagvormittag nach seiner Berufung zum Sat.1-Geschäftsführer angerufen habe. Viel genützt zu haben scheint es nicht. Bereits am Donnerstag hatte Schmidt den neuen Geschäftsführer in seiner Show explizit aufs Korn genommen. Schawinski will sich nun aber dennoch umgehend mit dem Entertainer zu Beratungen treffen, wie er am Montag in einer ersten Reaktion sagte.

Die "Harald Schmidt Show" war am 5. Dezember 1995 erstmals auf Sendung gegangen. Schmidt wird auf Sat.1 noch in zwei Specials am 29. Dezember mit einem Jahresrückblick und am 8. Januar moderieren.

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