Pop-Art-Wegbereiter Künstler Ronald Kitaj gestorben

Die Folgen der Massenkultur bannte er in kräftigen Farben auf die Leinwand - Ronald Kitaj gilt als einflussreicher Vertreter der Pop Art, seine Werke beeinflussten eine ganze Künstlergeneration. Jetzt starb der Maler mit 74 Jahren in L.A.


New York - Nur wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag starb der amerikanische Pop-Art-Künstler Ronald Kitaj in Los Angeles. Das bestätigte die Vizepräsidentin der Marlborough Fine Art Galerie in New York, Tara Reddi. Die Todesursache nannte sie laut "New York Times" nicht.

Kitaj wurde vor allem mit seinen prismatischen, kräftig-farbigen Bildern bekannt, in denen er die politisch-sozialen Folgen der Massenkultur reflektierte. Häufig thematisierte er darin auch die Manipulation historischer Ereignisse durch die Medien. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren übte er damit großen Einfluss auf die Pop-Art-Kunst in Großbritannien aus.

Gemeinsam mit Künstlern wie David Hockney, mit dem er gut befreundet war, sowie Allen Jones und Eduardo Paolozzi setzte er sich dafür ein, den abstrakten Expressionismus in Gegenständlichkeit zu überführen. In seinen plakativen Werken entwickelte er eine Zeichensprache, die auch auf damals unkonventionelle Quellen zurückgriff.

Seine erste Einzelausstellung hatte der am 29. Oktober 1932 in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio geborene Künstler 1963 in der Marlborough Fine Art Galerie in London, der er mehr als 40 Jahre lang verbunden blieb. Einer seiner wichtigsten Beiträge zur britischen Kunstszene war die 1976 organisierte Ausstellung "The Human Clay" (Der menschliche Ton) in der Hayward Gallery in London. Die dort vertretenen figurativen Künstler Francis Bacon, Lucian Freud, Frank Auerbach und Leon Kossoff galten gemeinsam mit ihm seither als "Londoner Schule".

Die Kennzeichnung als Pop-Künstler lehnte Kitaj für sich ab. Er empfand sich als ein Künstler, der sich "nirgendwo zu Hause fühlt" und im Kunstbetrieb ein Außenseiter bleibt.

hoc/dpa

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