Sensationsfund Porträt von Georg Büchner auf Dachboden entdeckt

Es ist das einzige greifbare Bildzeugnis von Georg Büchner: Auf einem Dachboden in Gießen hat ein Professor ein Porträt des rebellischen Schriftstellers aus dem Jahr 1833 entdeckt. Ein Jahrhundertfund.

Bleistiftzeichnung von August Hoffmann, die den Schriftsteller Georg Büchner zeigt
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Bleistiftzeichnung von August Hoffmann, die den Schriftsteller Georg Büchner zeigt


Hamburg/Darmstadt - Der Blick ist starr, versunken fast. Georg Büchner sitzt an einem Tisch und hält einen Zettel in der linken Hand, ein Notenblatt. Der Schriftsteller trägt eine helle Bluse, eine dunkle Weste und um die Brust ein Band. Die Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 1833 ist ein spektakulärer Fund. Der Büchner-Forscher Günter Oesterle hat sie auf einem Dachboden in Gießen gefunden.

Nach Angaben des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt ist die Zeichnung das einzige greifbare Bildzeugnis von Büchner zu Lebzeiten. "Es ist ein Jahrhundertfund", sagte Institutsdirektor Ralf Beil, als er das Bild am Montag präsentierte. Die von einem Theatermaler stammende Zeichnung sei signiert und auf das Jahr 1833 datiert. Sie werde noch genau untersucht, sagte Beil.

"Es gibt Schriftsteller, die im Alter ihren Nachlass wohlgeordnet der Nachwelt übermitteln. Als Beispiel könnten Johann Wolfgang Goethe und Ernst Jünger gelten. Ganz anders verhält es sich mit der Hinterlassenschaft von Schriftstellern, die in jungen Jahren unerwartet sterben", sagte der Finder, Günter Oesterle. "Wenn sie dann auch noch in ungesicherten Verhältnissen, etwa in der Emigration, gelebt haben, ist die Gefahr groß, dass aus Unachtsamkeit, Unkenntnis, familiären Rücksichten und politischen Vorbehalten vieles verloren geht." Es sei umso überraschender, wenn unerwartet etwas Unbekanntes auftauche, ein Porträt von Georg Büchner aus Gießener Privatbesitz.

Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau geboren und starb mit nur 23 Jahren 1837 im Exil in Zürich an Typhus. Werke wie "Dantons Tod" (1835) und "Woyzeck" (1836/37) machten ihn zu einem der wichtigsten deutschen Autoren.

dpa/kha



insgesamt 13 Beiträge
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shaas 27.05.2013
1. Blick in die Zukunft
Sie schreiben, Büchner sei 1833 geboren, das Bild sei auf 1833 datiert, also ist dieses Bild ein Blick un die Zukunft - damals ging so was noch!
mactor2 27.05.2013
2. Glück!
Das man 2013 auf einem deutschen Dachboden in Gießen noch ein unbekanntes Dokument von 1833 findet- egal wie und wann es dort deponiert wurde grenzt wirklich an ein Wunder...
Tom E. 27.05.2013
3. Notenblatt?
Fragt sich nur, warum der Portraitierte ein Notenblatt in der Hand hält. Oder fanden sich auf dem Dachboden auch noch Belege, dass Büchner komponiert hat? Bislang war er dafür eher nicht bekannt.
Layer_8 27.05.2013
4. lol
Zitat von sysopDPAEs ist das einzige greifbare Bildzeugnis von Georg Büchner: Auf einem Dachboden in Gießen hat ein Professor ein Porträt des rebellischen Schriftstellers aus dem Jahr 1833 entdeckt. Ein Jahrhundertfund. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/portraet-des-schriftstellers-georg-buechner-in-giessen-gefunden-a-902159.html
Bild ist schon auf Wikipedia...
joke71 27.05.2013
5. lolouder
Zitat von Layer_8Bild ist schon auf Wikipedia...
Und mal nach der Quellenangabe geschaut? Vielleicht einen zweiten Blick riskieren, bevor man sich so weit aus dem Fenster lehnt.
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