Ich habe die deutsche Sprache gelernt, weil sie ein Wohlklang für mein feines Gehör ist. (Trotz der amerikanischen Zweiteweltkriegsfilme, in denen die deutschen Soldaten immer böse und laute Befehle gaben.)
Außerdem wollte ich auch verstehen, welche sind die Zutaten der deutschen Biere. Prost!
Nelly D., USA
Deutsch ist eine poetische Sprache. Ich kenne keine Sprache, die aus der Verbindungen verschiedener Wörter (Komposita) Wörter mit neuen Bedeutungen zaubert.
Zum Beispiel "Sehnsucht" - die Sucht des Sehnens. Oder "Querdenker", auch eine herrliche Zusammensetzung!
Für manche Leute sind die vielen Begriffe im Deutschen ein Zeichen von Pedanterie, für mich ist es ein Zeichen dafür, die Welt in all ihren Feinheiten erlebbar zu machen.
Jasmin Grakoui
Obwohl ich auf dem Gymnasium sehr gute Noten in Deutsch hatte, habe ich mich für ein Englisch-Studium entschieden. Danach bekam ich jede von meinen (etwa zehn) Arbeitsstellen - dank meiner Deutschkenntnisse!
Veronika Mišura
Ständige Gerichtsdolmetscherin für Englisch und Deutsch
Drei Gründe für Deutsch:
1. Der deutsche Humor
Während eines Auslandssemesters zeigten sich viele meiner internationalen Freunde begeistert vom bissig-derben Humor der deutschen Studenten.
2. Das Fluchen
Die deutsche Knattermelodie eignet sich besonders gut, um seinen Ärger auszudrücken, und macht manchmal sogar Spaß.
3. Die Deutschsprechenden selbst
Für alle, die ein Wohlgemisch aus Ordnung, Missmutigkeit und Kultur zu schätzen wissen, kann der Beitritt in die Deutschsprechergemeinschaft Heimat bedeuten.
Kim
Am wichtigsten ist das Vermeiden falscher Freunde des Niederländischen. So bedeutet beispielweise "verzoeken" (gesprochen "versuke") nicht etwa "versuchen", sondern "bitten", und "durven" (gesprochen "dürwe") bedeutet "wagen, sich trauen" und keinesfalls "dürfen", und "klaar" steht für "fertig". Ein weiterer falscher Freund treibt sich in der Ornithologie herum: Ein Vorstandsmitglied unseres bikulturellen Regionalverbands erklärte die Abwesenheit eines Kollegen mit den Worten: "Er ist am Vögeln". Das war die Eins-zu-ein-Übersetzung von "Hij is aan het vogelen". Gemeint war freilich "Er ist beim Vögelbeobachten".
Willem Kuiper, Assen, Niederlande
Um mich zu verstehe un mit mir babble zu kenne, muss mer vorher Deutsch lerne. In diesem Sinne: "Uff em Türmsche sitzt e Würmsche mit em Schermsche unnerm Ermsche.
Kimmt e Stürmsche, bläst es Würmsche mit em Schirmche unnerm Ermsche vom Türmsche."
Egmont Baumann, Frankfurt
Zehn Gründe für Deutsch:
1. Weil diese Sprache doch zu schön ist, um sie Politikern, Bürokraten und Demagogen zu überlassen (von anderen Inhalten ganz zu schwelgen ...)
2. Weil es sicher spannende neue Wortgetüme gibt, wenn die gängigen Anglizismen demnächst von "Mandarinismen" (oder wie es halt schwarz auf gelb heißt) abgelöst werden.
3. Weil sich mittels einer komplizierten Grammatik (wie der deutschen) eine komplizierter werdende Welt erstaunlich genau beschreiben lässt. (Wenn das jetzt mal nicht zu kompliziert war ...)
4. Weil die englischsprachige Popmusik immer noch einen erheblichen quantitativen Vorsprung hat, den neue deutschsprachige Lieder erst mal aufholen müssen - was aber nur Sinn hat, wenn die noch jemand versteht.
5. Weil man die Österreicher jetzt nicht allein lassen darf, zumal die jemanden brauchen, über dessen Sprachgewohnheiten sie ihren Schmäh blühen lassen können (I love it - wie sagt man das auf Mandarin?;-)
6. Weil das Siezen eine Distanzwaffe des Anstands darstellt, die sprachlich ihresgleichen sucht - und sich kaum übersetzen lässt.
7. Weil die einstige Sprache mancher "Dichter und Denker" auch fürderhin nicht endgültig und ausschließlich in Verbindung gebracht werden sollte mit dem historischen Gebell gewisser "Richter und Henker".
8. Weil die deutsche Sprache deutsch ist, ohne dass man sich als Deutscher an und pfirsich ihrer schämen muss.
9. Weil die jüngste Rechtschreibreform nicht die beste war - künftige aber der Lebendigkeit derselben Sprache bedürfen.
10. Weil die komplett irrationale Zuordnung von "der - die - das" beweist, dass dem deutschsprachigen Geist ein Hang zum Chaos innewohnt - auch wenn es die von ihm Begeisterten nicht immer zugeben.
Duke Meyer
Ich las mal von einem gescheiten Herrn, dass nach Latein und Griechisch nur Deutschlernen intelligenzbildend sei, weil die Grammatik gelernt werden müsse und dies im Gehirn Verknüpfungen herstelle.
Deutschlernen ist also so etwas wie Krafttraining für das Gehirn.
Eduardo Schilling
Drei Gründe für Deutsch:
1. Meine Frau ist deutsch. Früher, als ich sie noch auf italienisch beschimpfte, fragte sie mich, was ich wohl ihr mit zorniger Miene gesagt hätte, und so war mein Wutanfall vergebens.
2. Ich kann besser den Papst verstehen.
3. Mir ist Berlusconis Sender RAI zu unzuverlässig, so schalte ich immer häufiger nach Berlin um oder lese "Die Zeit" und atme wieder auf!
Giovanni Corsini, Italien
Sich freuen über die Zwiebelfische und daraus wieder neues lernen.
E Gruess us der Schwyz - gneuuer us em Bärnbiet!
Christine Jenni, Schweiz
Meine 10 Gründe für Deutsch:
1. Ein Suahelischnurrbarthaar
2. Ein Fräulein am Meere
3. Mindernickel, Schweigestill und Weichbrodt
4. Arnold Hau
5. Franz, die Canaille
6. Gregor, der Käfer
7. Der bitterböse Friederich
8. Ein Lied in allen Dingen
9. Hiddigwardermoor
10. Staatsangehörigkeitsfragen-Regelungsgesetz
U. Hedenkamp, Bremen
Anmerkungen des Zwiebelfischs: Das ist ja ein regelrechtes Literaturquiz! Mal sehen, ob wir da ein bisschen Licht hineinbringen:
1. Gedicht von Joachim Ringelnatz
2. Gedicht von Heinrich Heine
3. Figuren aus Romanen Thomas Manns
4. Kunstfigur von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt und F.K. Waechter
5. Figur aus Friedrich Schillers "Die Räuber"
6. Figur aus Franz Kafkas Werk "Die Verwandlung"
So weit, so eins bis sechs. Den Rest, liebe Leser, könnt ihr selbst herausfinden!
Deutschlernen bietet französischen Schülern die angenehme Möglichkeit, in kleinen Gruppen unterrichtet zu werden. (Meistens sind es weniger als 15, während es im Englisch- oder Spanischkurs bis zu 36 sind.)
Florence Fischer, Frankreich
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