Pritzker-Preis Chilene Alejandro Aravena ausgezeichnet

Er gilt als der Oscar unter den Architektur-Preisen: Alejandro Aravena erhält den Pritzker-Preis. Der Chilene gebe den Unterprivilegierten Chancen, hieß es in der Urteilsbegründung. Sehen Sie hier seine wichtigsten Bauten.

Cristobal Palma

Der chilenische Architekt Alejandro Aravena hat den diesjährigen Pritzker-Preis gewonnen. Sein Werk "verkörpert das Wiederaufleben einer sozial engagierten Architektur", hieß es in der Begründung.

Aravena konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Gestaltung kostengünstiger Sozialwohnungen sowie auf den Wiederaufbau von Städten nach Naturkatastrophen.

Tom Pritzker, der Vorsitzende der Hyatt-Stiftung, die den Preis organisiert, verkündete das Ergebnis am Mittwoch. Aravena ist der erste chilenische Preisträger. Aravenas Arbeit "gibt den Unterprivilegierten ökonomische Chancen, lindert die Auswirkungen von Naturkatastrophen, reduziert den Energieverbrauch und stellt öffentlichen Raum zur Verfügung", sagte Pritzker in der Urteilsbegründung.

Unter den Gebäuden, die die Jury hervorhob, sind fünf, die Aravena für seine Universität, die Universidad Católica de Chile, gestaltete. Dazu gehören die Fakultäten für Mathematik und Medizin sowie das Angelini Innovation Center, eine Betonstruktur mit einem Atrium aus Glas.

Der Pritzker-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung der Architektur.

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siekschoepper 13.01.2016
1. und sie lebt doch!
es ist schon etwas beschaemend, dass die soziale Philosophie des Bauhaus in ihrem eigentlichen Heimatland beinahe zur bedrohten Spezies verkommen ist. Architekten von effektheischenden Hochbauten fuer neureiche Firmenkunden in London, Dubai oder Shanghai bringen es auf die Titelseiten von Lifestyle Magazinen, solche mit sozialer Motivation landen auf der Watchlist von Kommunistenjaegern. Deswegen haben die USA ja heute auch nur Hot Dogs von Oscar Meyer, aber keine Architektur von Oscar Niemeyer. Der war auch Suedamerikaner. Ich freue mich nicht nur fuer Chile, sondern fuer ganz Suedamerika. Dort wird ja nicht erst seit gestern intelligente Architektur verwirklicht. Bravo!
movfaltin 13.01.2016
2. Warum?
Zur Leistung des Architekten kann ich mich nicht besonders fachkundig äußern. Mir erschließt sich nur nicht, warum einem "reinen Architekturpreis" wieder solche sozialromantischen Kriterien zugrundeliegen. Bauen für "Unterprivilegierte" ist doch nicht per se gut. Ich hätte mir lieber eine unabhängige Bewertung der Bauten gewünscht; freilich auch der Frage nachgehend, wie funktional die Bauten sind - aber eben nicht, wie wünschenswert sie gesellschaftlich sind. Ich selbst sehe als Laie eine Menge nichtalltägliche Formgebungen im Werk des Architekten - aber ich finde die Bauten zu 90% potthässlich. Nun lässt sich argumentieren, dass mein Geschmack dem Zeitgeist entspreche und man zeitlosere Kriterien anwenden solle - aber das ließe sich dann genausogut einem Juryurteil vorwerfen. Ich gehe weiter davon aus, dass es auch recht zeitlose Komponenten von Ästhetik gibt ("Goldener Schnitt" und so). Ich sehe da vor allem Innovation im Werk des Pritzkerpreisausgezeichneten. Kann und soll das denn das Hauptkriterium "guter" Architektur sein?
haraldstrauß 13.01.2016
3. Beeindruckend
Eine Architektur, die dem deutschen Wesen ganz und gar fremd ist. Man sehe sich nur in deutschen Städten um - Vergleichbares würde man nicht vorfinden. Gleichwohl: Aravena hat Beeindruckendes geschaffen. Man wünschte sich die Aufgeschlossenheit für eine solche Architektur hierzulande. Also, im Land der Fachwerkhäuser und Einfamileinbutzen im Ferigbaustil.
anonymousx 13.01.2016
4. Waaaaaaaas?
Ganz ehrlich, das innovation Center (2.Foto) sieht so derbst nach Bunker und dystopischer Zukunft oder wie so ein Knast wie Askaban aus... Ka warum sowas architektonischer Schick ist. Aber viele Architekten können heutzutage nur noch Sichtbeton und weiße Gipskartondecke... Sekbst Schulen sehen wie Bunker aus. Sollen wir an irgendwas gewöhnt werden? Ich finde das alles übelst hässlich. Schöne Architektur ist für mich z.B. die aus der Hansezeit, Stralsunds Hafenstadt hat sehr schöne alte Gebäude, wäre da nicht die riesengroße Toilettenrolle...
Mertrager 13.01.2016
5. Schön ?
Erinnert mich an Mies van der Rohe. Dessen Plattenbauten verfolgen mich noch heute. Und im Dämmerling höre ich sie rufen "Caterpillar komm".
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