Private Konkurrenz: Quoten von ARD und ZDF stürzen auf historisches Tief

So schlecht lief es für ARD und ZDF noch nie: Nach SPIEGEL-Informationen rechnen die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für 2007 mit den niedrigsten Marktanteilen ihrer Geschichte. Die Sender selbst sprechen von "Schönheitsfehlern".

Hamburg - Für das Erste und das ZDF war das Jahr 2007 gemessen an der Zuschauergunst aller Voraussicht nach das erfolgloseste ihrer Geschichte. Nach den Prognosen der TV-Sender wird das Erste trotz Quotenbringern wie Volksmusikmoderator Florian Silbereisen dieses Jahr nur mit einem Marktanteil von 13,4 abschließen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 14,2 Prozent. Bisher war der Tiefpunkt das Jahr 2005 mit 13,5 Prozent.

Noch düsterer sieht es für das ZDF aus. Der Sender kommt voraussichtlich nur auf 12,8 Prozent - nach 13,6 Prozent im Vorjahr. Bislang lag der Minusrekord bei 13,0 Prozent im Jahr 2001. Beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten fehlte die Fußball-WM als Zuschauermagnet.

ARD-Programmchef Günter Struve sieht dennoch keinen Anlass zur Sorge: "Das Erste bleibt das meistgesehene Vollprogramm im deutschen Fernsehen." Der geringere Marktanteil sei ein "Schönheitsfehler", aber "nicht hausgemacht". Das Problem ergebe sich daraus, dass beim TV-Konsum der gesamte Kuchen unter immer mehr Sendern aufgeteilt werde.

Ähnlich sieht es ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut: "Die Zahl der Piranhas, die die großen Fische jagen, nimmt zu." 1991 gab es in Deutschland laut ZDF erst 83 Sender, die einen Marktanteil unter 0,5 Prozent hatten, 2007 waren es 482. Das insgesamt schwache öffentlich-rechtliche Auftreten erklärt Bellut auch damit, dass "2007 kein Jahr der Information war".

Für die Privatsender ist die Bilanz eher gemischt. RTL ist mit 12,5 Prozent (Vorjahr: 12,8) so schlecht wie seit 1990 nicht mehr. Sat.1 und ProSieben liegen mit 9,6 Prozent und 6,5 Prozent (Vorjahr: 9,8 und 6,6) unter dem Niveau von 1991. Nur Vox kann mit 5,7 Prozent (Vorjahr: 4,8) einen neuen Rekord aufstellen. Die Dritten kommen auf 13,3 Prozent (Vorjahr: 13,5).

wal

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