Promi-Hochzeit Jauch muss mit Fotografen rechnen

TV-Moderator Günther Jauch muss damit rechnen, dass seine für den 7. Juli geplante Hochzeit nicht so privat bleibt wie er das wünscht. Ein Gericht hob heute eine von Jauch erwirkte Einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung teilweise und vorläufig wieder auf.


Berlin - Das Berliner Kammergericht hat das Berichterstattungsverbot, das Jauch vor rund drei Monaten per einstweiliger Verfügung zum Schutz seiner Privatsphäre erwirkt hatte, teilweise aufgehoben - "vorläufig", wie eine Gerichtssprecherin heute Nachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte. Wann das Gericht endgültig entscheiden wolle, stand noch nicht fest.

Moderator Jauch: "Überragende Prominenz"
AP

Moderator Jauch: "Überragende Prominenz"

Angesichts von Jauchs "überragender Prominenz" als Moderator und Werbeträger sei ein vorrangiges Berichterstattungsinteresse daran anzuerkennen, dass er in bekannten Sehenswürdigkeiten heiraten wolle, "selbst wenn dadurch Schaulustige angelockt werden könnten". So darf - "vorläufig" - mit richterlicher Erlaubnis berichtet werden, was schon in der Zeitung stand: Jauch und seine langjährige Lebensgefährtin Thea Sihler wollen im Potsdamer Belvedere heiraten, sich in der Sacrower Heilandskirche kirchlich trauen lassen und anschließend in der Orangerie von Sanssouci feiern.

Darüber hinaus gehende Details der Hochzeit am 7. Juli sind indes auch weiterhin tabu. Dennoch begrüßte die klagende "Bild"-Zeitung den richterlichen Beschluss. Das Kammergericht habe Jauchs Begehren, die Berichterstattung über seine Hochzeit vollständig zu unterbinden, eine "klare Absage" erteilt, erklärte Nicolaus Fest, Mitglied der Chefredaktion. "Wer die Medien fast täglich zur Steigerung seiner Prominenz und seines Marktwertes nutzt und in weltbekannten touristischen Sehenswürdigkeiten heiratet, kann die Presse nicht ausschließen."

Jauchs Rechtsanwalt Christian Schertz hob hervor, dass das Kammergericht den Schutz der Privatsphäre Jauchs und seiner Familie bestätigt habe. So sei dem Beschluss zufolge "kein vergleichbares öffentliches Interesse" an den Details der Hochzeit ersichtlich. Die erstinstanzliche Entscheidung sei vom Kammergericht "lediglich in einer Nuance" korrigiert worden, sagte Schertz. Gegenüber SPIEGEL ONLINE betonte der Anwalt, das Gericht habe sich in seiner Rechtsprechung "in keiner Weise" zu Fotos geäußert. Paparazzibilder seien "selbstverständlich unzulässig", betonte Schertz.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) begrüßte die aktuelle Entscheidung des Kammergerichts "als Etappensieg der Pressefreiheit". Das Berliner Kammergericht folge damit der bewährten Linie des Bundesverfassungsgerichtes zur Berichterstattung über prominente Persönlichkeiten, betonte der VDZ.

Jauch, zurzeit bei RTL unter anderem als Show-, Ratespiel-, Magazin- und WM-Moderator zu sehen, übernimmt nächstes Jahr mit einem noch nicht näher bekannten Konzept die ARD-Talkrunde von Sabine Christiansen. Bei aller Medienpräsenz schafft es der 49-Jährige, sein Familienleben vor dem Zugriff der Medien weitgehend zu schützen.

bor/AP/ddp



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