Protest gegen dänisches Asylrecht Ai Weiwei schließt Ausstellung in Kopenhagen

Ai Weiwei, Chinas wohl bekanntester Künstler, beendet seine Ausstellung in Kopenhagen vorzeitig. Grund ist eine Verschärfung der Asylregeln in Dänemark.

Künstler Ai: Protest gegen Asylgesetze
REUTERS

Künstler Ai: Protest gegen Asylgesetze


Das Thema Flüchtlinge ist ihm wichtig: Aus Protest gegen die Verschärfung des dänischen Asylrechts hat der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei nun seine Ausstellung in Kopenhagen geschlossen. Das teilte der Künstler auf Instagram und Facebook mit.

Ai habe sich dazu nach einem Votum des dänischen Parlaments entschieden, wonach Flüchtlingen Geld und Wertsachen abgenommen und die "Vereinigung von Familien verzögert" würden.

Ais Ausstellung "Ruptures" ("Brüche") in der Faurschou-Stiftung wäre eigentlich bis Mitte April gelaufen. Wie Stiftungschef Jens Faurschou gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte, unterstütze er Ais Entscheidung, in der es "um Freiheit und Menschenrechte" gehe. Das sei alles "sehr traurig".

Das dänische Parlament hatte am Dienstag trotz internationaler Kritik eine Verschärfung der Asylregeln beschlossen: Demnach können Flüchtlingen künftig Bargeld und Wertgegenstände ab 10.000 Kronen (umgerechnet etwa 1340 Euro) abgenommen werden, um ihre Unterbringung mitzufinanzieren. Der Familiennachzug wird erschwert, die Dauer von Aufenthaltsgenehmigungen verkürzt. Ziel der Regierung ist es, Flüchtlinge abzuschrecken.

skr/afp



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.