Quoten-Flop ProSieben feuert "Hire or Fire"

Die mit großem Pomp angekündigte TV-Show "Hire or Fire" ist nach nur einer Sendung selbst Opfer ihres Titels geworden: Heute stellte ProSieben die Show mit sofortiger Wirkung ein. Als Grund nannte der Sender die geringe Zuschauerquote von sechs Prozent in der werberelevanten Gruppe von 14 bis 49 Jahren.


John de Mol: Atem nur für eine Sendung
DDP

John de Mol: Atem nur für eine Sendung

Hamburg - Der Start der neuen ProSieben-Reihe verlief für den Münchner Privatsender äußerst enttäuschend. Lediglich 950.000 Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 2,2 Prozent, verfolgten gestern Abend um 20.15 Uhr nach Senderangaben den Auftakt der Reihe. "Wenn das Interesse der Zuschauer an diesem Thema derart gering ist und sie wenig Lust haben einzuschalten, muss man der Wahrheit ins Auge sehen", sagte Produzent John de Mol.

Der Milliardär wollte persönlich unter zehn Kandidaten Ausschau nach einem Kreativdirektor für eine TV-Produktionsgesellschaft halten. "Hire or Fire" wurde von Donald Trumps Erfolgssendung "The Apprentice" abgekupfert.

Bereits in der ersten Folge musste Kandidat Anthony die Show verlassen. Dabei hatte er vor seiner Teilnahme bei "Hire or Fire" eigens seinen Job als Manager bei einem Fernsehsender gekündigt. Anthony war einer von zwei Teamleitern, die mit ihrer jeweiligen Gruppe ihre Kreativität unter Beweis stellen mussten.

Als erste Aufgabe sollten die zehn Kandidaten in zwei Teams der Presse eine Schlagzeile liefern. Anthonys Team versuchte es mit einer Autoputzaktion mit freizügig gekleideten Frauen. Das Geld sollte den Terroropfern von Beslan zu Gute kommen. Das Konkurrenz-Team schaffte es, Schlagersänger Jürgen Drews dazu zu bewegen, Geld an Arbeitslose zu verteilen.

Deutlich besser als "Hire or Fire" schnitt gestern Abend Platzhirsch Günther Jauch ab, dessen RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" zur selben Zeit 8,45 Millionen Menschen (26,3 Prozent) sahen. An zweiter Stelle platzierte sich der ZDF-Film "Deine besten Jahre" mit 5,18 Millionen Zuschauern (16,5 Prozent).

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.