London - Den Angeklagten wird der Versuch vorgeworfen, Archivmaterial und Computerdaten verschwinden zu lassen: Die wegen ihrer Verwicklung in den britischen Medienskandal angeklagte frühere Murdoch-Verlagschefin Rebekah Brooks und ihr Ehemann Charlie Brooks kamen am Mittwoch zu einer Anhörung im Westminster Magistrates' Court in London. Bei dem Termin wurde zunächst nur entschieden, dass sie, ihr Mann Charlie Brooks und vier weitere Angeklagte zwei weitere Wochen auf Kaution auf freiem Fuß bleiben dürfen. Ende Juni steht der nächste Gerichtstermin an.
Die 44 Jahre alte Medienmanagerin und ihr 49 Jahre alter Ehemann Charlie sind enge Bekannte des britischen Premierministers David Cameron. Sie müssen sich wegen Irreführung der Justiz verantworten. Darauf stehen in Großbritannien je nach Lage auch Haftstrafen von mehreren Jahren. Sie sind die ersten, die in der neuen Untersuchung des Skandals, die vor 18 Monaten begonnen hatte, vor Gericht müssen.
Angeklagt sind außerdem vier Mitarbeiter von Brooks, die ihr unter anderem beim Beseitigen von Unterlagen geholfen haben sollen. Rebekah Brooks war von 2009 bis 2011 Chefin der britischen Zeitungsholding von Medienmogul Rupert Murdoch, News International. Zuvor war sie unter anderem Chefredakteurin des Murdoch-Blatts "The Sun". Journalisten der mittlerweile eingestellten "News of the World" sollen illegal die Telefone von 800 Menschen abgehört haben, vor allem von Prominenten aus der Politik und dem Showgeschäft. Auch Handy-Mailboxen von Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens sollen geknackt worden sein. Brooks gilt als Schlüsselfigur in dem Skandal, in dem es unter anderem um enge Beziehungen zwischen Medien und Politik geht. Auf dem Höhepunkt des Medienskandals trat sie im Juli 2011 zurück.
bos/dpa/AP
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