Reichstag Streit um russische Graffiti

Einige Bundestagsabgeordnete sind empört über Reichstags-Architekt Foster, weil er etliche russische Soldaten-Inschriften im neuen Parlamentsgebäude hat stehen lassen hat.


Inschriften der Roten Armee im Reichstagsgebäude
DPA

Inschriften der Roten Armee im Reichstagsgebäude

Berlin - "Ich fühle mich verschaukelt", sagte der Vorsitzende der Bundestagsbaukommission, Dietmar Kansy (CDU), dem Hamburger Wochenblatt "Woche". Statt nur an sechs Stellen habe Architekt Norman Foster die Inschriften von Soldaten, die den Reichstag 1945 gestürmt hatten, flächendeckend wiederhergestellt. Bei den Renovierungsarbeiten am Berliner Reichstag waren kyrillische Schriftzeichen aufgetaucht. "Moskau", die Jahreszahl "1957" sowie Namensinitialen sind in die Wand eingeritzt.

"Ich gehe davon aus, daß wieder etwas weggenommen wird", sagte die Grünen-Politikerin Franziska Eichstädt-Bohlig dem Blatt. Ihre Bundestags-Kollegen seien irritiert über die Graffiti gewesen. Ob eine Beseitigung politisch angeraten sei, bezweifelte allerdings FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Heinrich.

Der CSU-Abgeordnete Wolfgang Zeitlmann forderte, nur zwei Quadratmeter der Inschriften zu erhalten. Notfalls müsse man "hingehen und das mit schwarzer Farbe übermalen, das ist dann auch Graffiti". Architekt Foster hielt sich dem Zeitungsbericht zufolge an Auflagen des obersten Berliner Denkmalschützers Helmut Engel.



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