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Magnum-Star-Fotograf: René Burri ist tot

Zum Tode von René Burri: Der Che, die Zigarre und das Foto Fotos
DPA

Che Guevara, Pablo Picasso oder Alberto Giacometti: René Burri fotografierte sie alle. Jetzt ist der Schweizer im Alter von 81 Jahren gestorben.

Che Guevara 1963: Die Zigarre im Mundwinkel, den Blick abschätzig am Fotografen vorbei gerichtet - mit diesem Bild wurde der Schweizer René Burri weltberühmt. Der Magnum-Fotograf war für ein amerikanisches Magazin nach Kuba gereist, um den damaligen Industrieminister und Direktor der Nationalbank zu portraitieren, wenige Monate nach der kubanischen Raketenkrise.

Im Interview mit einestages erzählte Burri 2008 davon, wie ihn der Revolutionsführer konsequent ignorierte - und dass ihm sein Che-Guevara-Bild nicht einmal besonders viel Geld einbrachte. Aber das war auch nie sein Antrieb gewesen.

Burri wurde 1933 in Zürich geboren. Bereits mit 13 Jahren fotografierte er Winston Churchill bei einer Rede in Zürich, die Kamera dafür hatte er sich von seinem Vater geliehen. Burri studierte ab 1949 das Fach Fotografie an der Züricher Kunstgewerbeschule.

Nach seinem Abschluss arbeitete Burri zunächst bis 1955 in der Schweiz als Kameramann für Walt Disney. Doch das reichte ihm nicht, er wollte die Welt entdecken. Also packte Burri seine Sachen und fuhr per Anhalter nach Paris, um sich mit seinen Arbeiten bei der Fotoagentur Magnum vorzustellen. Er hatte Erfolg: Von 1956 bis 1958 war Burri als "korrespondierendes Mitglied" für das Fotografen-Kollektiv tätig, 1959 ernannte man ihn schließlich zum Magnum-Vollmitglied.

Der Schweizer wurde zu Beginn seiner Karriere für seine Reisereportagen aus Ländern wie dem Irak, Syrien, Brasilien und Japan, später für seine Porträts berühmter Persönlichkeiten bekannt. Seine Fotografien erschienen in Magazinen auf der ganzen Welt.

1960 veröffentlichte Burri unter dem Titel "Die Deutschen" Porträts von Bürgern in der Bundesrepublik und in der DDR - erst als Reportage und Ausstellung, dann als Buch. Die Fotografien waren eine Sensation und gelten heute als wichtiges Dokument der Zeitgeschichte, wie so viele Bilder des Ausnahmefotografen.

Am Montag ist René Burri in Zürich an einem Krebsleiden gestorben, wie der "Tagesanzeiger" meldete. Burri wurde 81 Jahre alt.

sib

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