Auf Rezept - Basiskochen mit Peter Wagner: Meisterburger für Burger-Meister

Von Hobbykoch Peter Wagner

2. Teil: Rezept für die perfekten Hamburger (Snack für 6 Personen)

Tageskarte Küche: Im tiefen Tal der Super-Burger
Fotos
Peter Wagner

Vorbereitungszeit: 45 Minuten (plus Ruhezeiten für den Teig)

Zubereitungszeit: 20 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten

Patties (Hacksteaks)
900 g grobfasriges, nicht zu mageres Rindfleisch (z.B. Hals, Nacken, Hochrippe)
50 g geräucherter fetter Schweinespeck
1 Stück Ei
2 El sehr fein geschnittene Zwiebelwürfel
1 Tl Mikro-Brunoise vom frischen Ingwer (kleinste Würfelchen; alternativ: auf scharfer feiner Reibe reiben)
1 Tl spanisches Paprikapulver
1 Prise schwarzer Pfeffer aus der Mühle (beherzt würzen)
2 Tl feines Meersalz

Buns (Brötchen)
500 g Mehl (Type 550)
1 El Speisestärke
250 ml Milch, lauwarm
1 Würfel Frischhefe (42 g)
0,5 Tl Backpulver
10 g Salz
20 g Zucker
75 ml Traubenkernöl

Garnitur, Sauce & Beilagen

2 Stück Strauchtomaten
1 Stück große Zwiebel
1 Stück große Gewürzgurke
0,5 Kopf Eisbergsalat
50 g Dijonsenf
100 g Ketchup
150 g Mayonnaise
500 g große Kartoffeln
1 l Pflanzenöl zum Frittieren
etwas Salz

Zubereitung

Patties (Hacksteaks)
Rindfleisch und Speck in Würfel schneiden, mischen und durch die mittlere Scheibe des Fleischwolfes laufen lassen. Restliche Zutaten mit zwei Gabeln gut im Rinderhack verteilen, nicht kneten. Eine kleine Probe des Fleischteiges platt drücken und in Pfanne testbraten. Sollte das Hacksteak auseinanderfallen, ein zweites Ei in den Fleischteig verteilen.

Fleischteig auf einem mit Küchenfolie bespannten Brett mit Nudelholz auf 1,5 cm Dicke auswalzen, mit geeignetem Gegenstand (großer Servierring, Schüssel, runde Vase etc.) sechs Patties von je ca. 10 cm Durchmesser ausstechen und auf einen mit etwas Öl bestrichenen Teller legen. Von beiden Seiten je 2-3 Min. in der Pfanne oder auf dem Grill bei sehr hoher Temperatur rösten.

Buns (Brötchen)
Hefe in der handwarmen Milch auflösen, alle Zutaten zu einem festen Teig verkneten. Teig 45 Min. an einem warmen Ort (ideal bei ca. 30 Grad) gehen lassen. Teig in 6 Stücke schneiden, mit angefeuchteten Händen zu Kugeln formen. Backblech mit Backpapier auslegen, leicht bemehlen. Teigkugeln auflegen, leicht platt drücken. Blech in den kalten Backofen geben, Beleuchtung einschalten und Teig weitere 45 Min. gehen lassen. Blech herausnehmen, Teig mit weißem Sesamsamen bestreuen. Backofen auf 190 Grad (keine Umluft) vorheizen und die Burgerbrötchen 20-25 Min. goldgelb ausbacken. Brötchen auf Gitter umheben und frei aufgestellt abkühlen lassen.

Garnitur, Sauce & Beilagen
Für die Sauce die drei Zutaten mit einem Schneebesen verrühren. Tomaten, Gurken und zwei Drittel der geschälten Zwiebel in Scheiben schneiden, vom Eisbergsalat große Blätter abzupfen. Restliches Drittel der Zwiebel in feine Würfel schneiden.

Anrichten

Buns in der Mitte durchschneiden, Schnittflächen kurz auf Grill oder in Pfanne anrösten. Beide Schnittseiten mit der Sauce bestreichen. Auf die untere Hälfte zuerst ein paar Zwiebelwürfel streuen, darauf ein Salatblatt, dann je ein Patty legen, mit Gurke, Tomate und Zwiebelringen garnieren, zweite Brötchenhälfte aufdrücken und mit den Pommes und dem Rest Sauce zum Nachnehmen servieren.

Küchen-Klang

Ähnlich wie jenes unserer Burger ist auch das Erfolgsrezept von Klangbastler Pit Baumgartner nicht sehr kompliziert: Der Mastermind des Jazzpop-Projektes De Phazz fischt sich gute, aber längst bekannte Zutaten aus dem Bauchladen der Musikgeschichte und bastelt daraus auch auf seinem nun schon neunten Album "Audio Elastique" (edel) eine Art klingende Haute Hausmannskost zwischen Lounge, Pop und Smooth-Jazz, die er von Pat Appleton, Karl Frierson, Barbara Lahr und Sandie Wollasch stimmlich veredeln lässt.

Getränketipp

Zum Burger passt natürlich immer ein frisches Pils. Wer lieber einen Roten trinkt, sollte sich hier mal an einen etwas wilderen Burschen herantrauen - wie den 2009 Los Dos aus Argentinien. Der Yello-Popstar Dieter Meier baut zusammen mit dem zweiten "Los Dos", Laurenz Moser (ein Zögling der österreichischen Wein-Zaren Moser), im Mendoza auf 1.000 Meter Höhe zu 100 % biologisch Malbec-Trauben an, die 16 Tage bei 28 °C in Edelstahltanks fermentiert und danach in französischen und amerikanischen Eichenfässern zu diesem für einen Malbec eher milden, würzig-beerigen Wein mit spannenden Tabak-Schokoladen-Noten veredelt werden.

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insgesamt 14 Beiträge
Mansour73 03.06.2012
Sorry Herr Wagner, aber Sie haben von Burgern soviel Ahnung wie ein Schreiner von Geophysik...von ausnahmen abgesehen... In ein Pattie gehört weder Ei, Schweinefett noch Zwiebeln oder Ingwer. Sondern nichts anderes als als [...]
Zitat von sysopEs muss nicht immer Gourmetkost sein: Nach dem Zartgaren bei hingehauchten Niedrigtemperaturen drehen wir im nächsten Kochschulenkapitel richtig auf. Es dampft und zischt, es flammt und raucht - auf dem brutal heißen Grill finden wir den Weg ins tiefe Tal der Super-Burger. Rezept für den perfekten Hamburger von Peter Wagner - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,836329,00.html)
Sorry Herr Wagner, aber Sie haben von Burgern soviel Ahnung wie ein Schreiner von Geophysik...von ausnahmen abgesehen... In ein Pattie gehört weder Ei, Schweinefett noch Zwiebeln oder Ingwer. Sondern nichts anderes als als S&P! Alles andere ist eine Frikadelle! Nun zum Kneten...warum zum Henker sollte man dies nicht tun? Erst durch das richtige Kneten bindet sich das Eiweiß und hält das Fleisch zusammen, dann kann man sich nämlich das Ei sparen. Und ein Pattie gehört über einem Holzkohle grill gegart und hat in einer Pfanne nichts zu suchen! Bleiben Sie mal bei Ihrer Pseudo-Hightclass-Cuisine und überlassen das echte Kochen/Grillen Leuten die es können. MfG, Mansour
Saïph 03.06.2012
Patties mit etwas anderem als 100% Rindfleisch, abgesehen von einer Prise Salz und Pfeffer, gehen G A R N I C H T!
Patties mit etwas anderem als 100% Rindfleisch, abgesehen von einer Prise Salz und Pfeffer, gehen G A R N I C H T!
Lorbeerblatt 03.06.2012
In weiten Teilen würde ich Ihren Beitrag ja unterstreichen. Zwiebel und Ei (und Speck) haben tatsächlich in einem Burger nichts zu suchen. Beides ist u.a. entscheidendes Kriterium, was einen Burger von der Bulette [...]
Zitat von Mansour73Sorry Herr Wagner, aber Sie haben von Burgern soviel Ahnung wie ein Schreiner von Geophysik...von ausnahmen abgesehen... In ein Pattie gehört weder Ei, Schweinefett noch Zwiebeln oder Ingwer. Sondern nichts anderes als als S&P! Alles andere ist eine Frikadelle! Nun zum Kneten...warum zum Henker sollte man dies nicht tun? Erst durch das richtige Kneten bindet sich das Eiweiß und hält das Fleisch zusammen, dann kann man sich nämlich das Ei sparen. Und ein Pattie gehört über einem Holzkohle grill gegart und hat in einer Pfanne nichts zu suchen!
In weiten Teilen würde ich Ihren Beitrag ja unterstreichen. Zwiebel und Ei (und Speck) haben tatsächlich in einem Burger nichts zu suchen. Beides ist u.a. entscheidendes Kriterium, was einen Burger von der Bulette unterscheidet. Allerdings kann ein Pattie sehr wohl gewürzt sein. Insofern ist Ingwer - zumindest ohne Gedöns - völlig in Ordnung. Und ein Pattie braucht auch nicht unbedingt vom Holzkohlegrill zu kommen. Diese puristisch ausschließliche Einstellung ist nichts anderes als Wagners elitäres Gesummsel - nur von der anderen Seite. Aber es gibt noch ein handwerkliches Manko in dem Rezept, was ich meine, aber auch schon mal angemerkt zu haben: Herr Wagner, Sie haben ein Problem mit Backen, besonders mit Hefeteig. Das, was Sie da zubereitet haben, ist ein Hefebrötchen, kein (Burger-)brötchen. Bei 1 Würfel Hefe auf 500 g schmeckt das Brötchen so intensiv nach Hefe wie ein Hefezopf. Im Übrigen liefert die vorgestellte Zubereitungsweise ein "Schnellbrötchen" mit relativ mauer Konsistenz. Hier mal ein Rezept für ein weiches, aber nicht labbriges, sondern herzhaftes Burgerbrötchen: Goccus Rezept: Weiche Burgerbrötchen (Soft Burger Buns) (http://goccus.com/rezept.php?id=2828)
Lorbeerblatt 03.06.2012
Noch ein Nachtrag zum Kneten. Durch das Kneten wir die Konsistenz fester. Probieren Sie mal aus: Frisch gewolftes oder noch besser nicht gewolftes, sondern gehacktes Fleisch gerade so zusammendrücken, dass es Pattieform [...]
Zitat von Mansour73Nun zum Kneten...warum zum Henker sollte man dies nicht tun? Erst durch das richtige Kneten bindet sich das Eiweiß und hält das Fleisch zusammen, dann kann man sich nämlich das Ei sparen.
Noch ein Nachtrag zum Kneten. Durch das Kneten wir die Konsistenz fester. Probieren Sie mal aus: Frisch gewolftes oder noch besser nicht gewolftes, sondern gehacktes Fleisch gerade so zusammendrücken, dass es Pattieform hat. Und dann auf den Grill. Bis zur Maillard-Reaktion muss man den Pattie zwar etwas vorsichtig behandeln und eine Unterlage wählen, die nicht klebt, aber der Saftigkeit des Fleischs ist diese Behandlung nur zuträglich! Und man erhält wesentlich intensiveres Fleischaroma.
Reg Schuh 03.06.2012
Das klingt in der Tat nach Bouletten/Frikadellen/Fleischküchle/Klopse/Fleischpflanzerl etc. - je nach Lokalkolorit benannt. Und das Brötchen ist in der Tat ein Milchbrötchen - mit Traubenkernöl! Interessante Kombination. Und [...]
Das klingt in der Tat nach Bouletten/Frikadellen/Fleischküchle/Klopse/Fleischpflanzerl etc. - je nach Lokalkolorit benannt. Und das Brötchen ist in der Tat ein Milchbrötchen - mit Traubenkernöl! Interessante Kombination. Und dann ist außer der Hefe auch noch Backpulver drin??! Der vorangegangene Ausflug in die Lebensmittelchemie ist da schon aufschlußreicher. Das was die wunderbare Kruste unseres geliebten deutschen Brotes ausmacht, vor allem denke ich da an "Holzofenbrot" oder "Bauernbrot", sind die "leckeren Röstaromen" darin. ---Zitat--- Am besten klappt das, wenn zuvor im gleichen Fett bereits anderes Fleisch gebraten wurde. ---Zitatende--- Das ist mit Pommes ganz ähnlich, die werden am besten, wenn ein Teil altes Fett drin ist. Der Wirtschaftskontrolldienst ist anderer Meinung, aber der kümmert sich auch nicht um den Geschack. ---Zitat--- Wenn unser Bratgut wirklich "Poren" hätte, würden wir ein lebendes Tier in die Pfanne hauen. Und das wäre moralisch, juristisch und auch kulinarisch doch ziemlich fragwürdig. ---Zitatende--- Tja, wie war das mit dem Hummer?
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  • Sonntag, 03.06.2012 – 07:23 Uhr
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Auf Rezept - Basiskochen mit Peter Wagner
  • Gunter Glücklich
    Im Küchenkursus "Basiskochen" von unserem "Tageskarten"-Hobbykoch geht es 20 Sonntage lang um die Geheimnisse, Grundlagen und Anwendungstricks der zehn wichtigsten Kochtechniken.

    Es geht ums Braten, Frittieren oder Rösten und um die feinen Unterschiede zwischen Dünsten, Dämpfen und Schmoren.

    In jedem Teil werden zwei Rezepte vorgestellt, in deren Zentrum die jeweilige Gartechnik steht: ein leichtes und ein raffiniertes.

  • Alle bereits erschienenen Rezepte des "Basiskochen" finden Sie hier.
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Heft 6/2012 Kunst kommt von Kassel Es ist so weit: endlich wieder Documenta

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