Bunte Gnocchi-Suppe: Resterampe? Beste Rampe!

Von Hobbykoch Peter Wagner

2. Teil: Rezept für Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi Tricolore (Suppe für 4 Personen)

Tageskarte Küche: Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi Fotos
Peter Wagner

Vorbereitungszeit: 2 Stunden

Zubereitungszeit: 60 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten

Kartoffelschalensuppe
1 kg mehligkochende Kartoffeln (z.B. Bintje, Likaria, Arkula)
1 Liter kräftige, klare Gemüse- oder Hühnerbrühe
1 Prise Salz und frisch gemahlener Szechuanpfeffer

Gnocchi Tricolore & Garnitur
2 Stück Eigelb
50 g Hartweizenmehl (ital. Nudelmehl)
1 Prise Salz und Pfeffer aus der Mühle
1 Prise gemahlener Macis (Muskatnuss-Samenmantel)
50 g Baby-Blattspinat
2 El Olivenöl
1 Prise Salz
1 Stück gelbe Paprikaschote
0,5 TL Zitronensalz
1 Prise gemahlener Curcuma
1 Stück große Rote Beete
250 ml Gemüsebrühe
50 ml Portwein
1 Stück Sternanis
4 EL Küchenkresse

Zubereitung

Kartoffelschalensuppe
Die Kartoffeln mit Bürste unter fließendem Wasser sorgfältig reinigen. Noch feucht einzeln straff in Alufolie wickeln. Bei 160 Grad im Backofen 2 Stunden lang garen. Kartoffeln noch heiß pellen, dabei die Schalen auf einem Backblech verteilen. Kartoffeln für die Gnocchi bereit halten. Schalen bei 160 Grad (keine Umluft) 10 Min. backen, Ofen ausschalten, Schalen im Ofen etwas abkühlen lassen.

Brühe aufkochen lassen, die gerösteten Schalen zugeben und Herd auf kleinste Stufe schalten. Bei geschlossenem Topfdeckel 60 Min. ganz leise simmern lassen. Durch Feinsieb schütten, falls nötig mit Eiweiß klären und erst jetzt mit Salz und wenig frisch gemahlenem Szechuanpfeffer abschmecken.

Gnocchi Tricolore & Garnitur
Kartoffeln noch heiß mit Stampfer klein quetschen (oder durch Kartoffelpresse drücken), etwas abkühlen lassen. Erst die Eigelbe, dann das Mehl mit Gabel einarbeiten, mit Macis. Salz und Pfeffer abschmecken. In drei gleich große Teile portionieren.

Beete schälen und in Brühe und Salzwasser (50:50) mit dem Portwein und dem Sternanis weichkochen. Etwas auskühlen lassen, in grobe Stücke schneiden und im Mixer sehr fein pürieren.

Blattspinat in kochendem Salzwasser kurz blanchieren, in Sieb abtropfen lassen und mit dem Olivenöl und dem Salz in Mixer fein pürieren.

Paprikaschote vierteln, Strunk, Kerne und Stege entfernen. Fruchtfleisch grob zerkleinern, mit dem Zitronensalz und dem Curcuma im Mixer sehr fein pürieren.

In drei getrennten Schüsseln den Kartoffelteig mit den Pürees vermengen. Sollte der Teig zu flüssig werden, mit etwas Mehl abbinden. Alle drei Teige sollten die gleiche Festigkeit haben. Aus den Teigen mit kleinem Esslöffel jeweils acht Portionen abstechen und mit angefeuchteten Händen zu kleinen Kugeln formen. Der Rest des Teiges kann z.B. in klassische Gnocchi-Form (kleinere Bällchen formen, jeweils eine Seite mit Gabelzinken eindrücken) gebracht und als klassische Beilage eingefroren werden.

Gnocchi in der Kartoffelschalensuppe garziehen.

Anrichten

Pro Farbe je zwei Gnocchi in tiefe Teller geben, mit der Brühe auffüllen und der Kresse garniert servieren.

Küchen-Klang

In erdigen Traditionen tief verwurzelt und dennoch kunterbunt schillernd - zu unserer Suppe passt so manches Elaborat neudeutschen Bardentums, sei es die Gefühlsachterbahn des Heidelberger Songwriters Patrick Bischler, der mit kleiner, akustischer Band auf "zwischendrin" (Broken Silence) über die Höhen und (viel lieber) Tiefen des zeitgenössischen Lebens sinniert - oder, mit mehr Witz und Wahn, das neue Album des Duisburger Sängers Tom Liwa, der auf "Ich liebe Menschen wie ihr" (Intergroove) mit seinen alten Indie-Recken der Flowerpornoes näselnde Konsumkritik rockt.

Getränketipp

Der Lagerfeuergeschmack dieser ansonsten eher feinziselierten Suppenaromatik schießt die meisten Weißweine, die man sonst zu Suppe trinken könnte, ratzfatz aus der Bahn. Besser ist hier prozyklisch zu kombinieren wie mit dem 2007 Cuvée Wilhelm* vom Pfälzer (Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße) Winzer Wageck-Pfaffmann - ein aus den klassischen vier Rebsorten des Bordelais (Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot) im Holzbottich vergorener und 18 Monate im Barrique gereifter straffer Roter, der in der Nase deutliches Röst-Schalen-Aroma trägt, und neben dunkler, eher holzig dominierter Beerenfrucht auch leicht kartoffelige Noten am Gaumen mitbringt.


*Bezugsquelle:
2007 Cuvée Wilhelm.

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
L.Gardiner 25.11.2012
Zitat von sysopWas vom Mahle übrig bleibt, muss nicht gleich in den Müll wandern. Intelligente Küchenlogistik kann Abfall bereits vor dem Kochen vermeiden. Bestes Beispiel: Unsere kunterbunte Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi. Rezept für Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi Tricolore - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rezept-fuer-kartoffelschalensuppe-mit-gnocchi-tricolore-a-868782.html)
Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs. Ihre Schalen enthalten Alkaloide. Vom Genuss wird dringend abgeraten.
2. Gute Idee,
Milmo 25.11.2012
Zitat von sysopWas vom Mahle übrig bleibt, muss nicht gleich in den Müll wandern. Intelligente Küchenlogistik kann Abfall bereits vor dem Kochen vermeiden. Bestes Beispiel: Unsere kunterbunte Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi. Rezept für Kartoffelschalensuppe mit Gnocchi Tricolore - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rezept-fuer-kartoffelschalensuppe-mit-gnocchi-tricolore-a-868782.html)
aber auch dieses Gericht hat als Grundlage schon allein vom Volumen her Geflügel- oder Gemüsebrühe. Der Autor, der den Leuten das Selbermachen nahebringen möchte, sie zum bewußten Umgang mit Lebensmitteln anhält und neben dem Sparen die natürlichen Aromen von Radieschengrün preist, sollte hier unbedingt auch erklären, wie die zugrundeliegende Brühe selbst herzustellen ist. Sonst beschränkt sich das auf mehrere Stunden angesetzte Köchen aufs Garnieren einer Glutamatbrühe aus dem Glas. Und das kann nicht das Ziel des Artikels sein, oder?
3. ...
king.woita 25.11.2012
solange man sich nicht ausschließlich von kartoffelschale ernährt, kann ich mir kaum vorstellen, dass man sich vergiftet.. alkohol ist auch gift. alo bloß keine halbe mehr trinken. oder ein glas wein...
4. Armeleuteküche...
rai1 25.11.2012
mit Portwein? Dann Rote Beet und Blattspinat. Da wird das Süppchen aber doch nicht so billig wie suggeriert wird.
5. @L.Gardiner
mayazi 25.11.2012
Die Schalen werden nur ausgekocht, und bleiben dann im Feinsieb hängen. Schönes Rezept!
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  • Sonntag, 25.11.2012 – 09:31 Uhr
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Zum Autor
Foto: Gunter Glücklich
Der in Hamburg lebende Autor Peter Wagner, Jahrgang 1960, kocht länger, als er für Geld schreibt: Seit seinem 16. Lebensjahr ist das Schnibbeln, Simmern und Sautieren sein liebstes Hobby. Als furchtloser Esser mag der hauptberufliche Musikkritiker im Grunde alles, solange es mit Liebe und Verstand aus frischen Zutaten gekocht wird. Weitere Wagner-Rezepte finden Sie auf seiner Männerkochseite www.kochmonster.de

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