Richtungswechsel "Zeit"-Herausgeber Naumann wird "Cicero"-Chef

Das Monatsorgan der deutschen Rechtsliberalen bekommt einen eher linken Chef: Der bisherige "Zeit"-Herausgeber Michael Naumann gibt sein Amt auf und wechselt als Chefredakteur zu "Cicero" nach Berlin.

Michael Naumann (hier 2008): Von der "Zeit" zu "Cicero"
DDP

Michael Naumann (hier 2008): Von der "Zeit" zu "Cicero"


Hamburg/Zürich - Spektakuläre Nachfolgeregelung bei "Cicero": Der bisherige "Zeit"-Herausgeber Michael Naumann wechselt als neuer Chefredakteur zu dem in Berlin erscheinenden politischen Monatsmagazin. Der ehemalige Kulturstaatsminister und SPD-Spitzenkandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl wird sein Amt am 1. Februar kommenden Jahres antreten. Das teilte der Schweizer Medienkonzern Ringier am Freitag in Zürich mit. "Cicero" erscheint bei der Ringier Publishing GmbH, der deutschen Tochter des Medienhauses.

Wolfram Weimer, der bisherige "Cicero"-Chef und Gründer des Blattes, wechselt als Nachfolger von Helmut Markwort nach München und wird dort Chefredakteur von "Focus".

Naumann gibt "Die Zeit" seit 2004 heraus. Zuvor war er seit Anfang 2001 Chefredakteur des Wochenblatts. Der Journalist und Verleger ist habilitierter Politikwissenschaftler.

Die Berufung Naumanns kann als Indiz dafür gewertet werden, dass sich im Ringen um die zukünftige Ausrichtung des Blattes die Befürworter eines stärker linksliberalen Kurses bei dem bislang relativ konservativ ausgerichteten "Cicero" durchgesetzt haben.

sha/AP



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