Rotierende Kunst Zwei New Yorker drehen am Hamsterrad

Ein siebeneinhalb Meter großes Hamsterrad - was viele als Sinnbild für ihr Berufsleben sehen dürften, haben zwei Kreative in New York jetzt als Kunstobjekt umgesetzt. Gemeinsam bewohnen sie das Rad seit neun Tagen und kämpfen dabei mit unerwarteten Problemen.


New York - Vom sprichwörtlichen Hamsterrad, in dem gestresste Büromenschen japsend ihre Runden drehen, hat man schon öfter gehört. Ganz wörtlich nehmen diese Metapher jetzt die Künstler Alex Schweder und Ward Shelley: In einer Galerie im New Yorker Stadtteil Williamsburg installierten sie ein siebeneinhalb Meter großes Hamsterrad aus Holz. Gemeinsam bewohnen sie das frei drehbare Objekt namens "In Orbit" - und zwar bereits seit Freitag vergangener Woche.

Dabei scheint es weniger problematisch zu sein, das Rad nach Nagerart am Laufen zu halten - stattdessen müssen die beiden Männer jede Kleinigkeit, die sie erledigen wollen, miteinander absprechen, damit das Konstrukt mitsamt eingebauten Schlafzimmern und Chemie-Toilette in der Balance bleibt.

"Mein Stolz steht der reibungslosen Funktion dieses Rads entgegen", sagt Shelley. "Ich bitte andere Menschen nicht gern um einen Gefallen. Aber jedes Mal, wenn ich meine Zähne putzen will oder etwas aus dem Schrank brauche, muss ich ihn fragen."

Lange werden sich Shelley und Schweder indes nicht mehr mit solchen Problemen herumärgern müssen. Ihr Experiment im Hamsterrad soll am kommenden Sonntag zu Ende gehen.

rls/Reuters



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