Finanzministerium Experten empfehlen Abschaffung der Rundfunkbeiträge

17,98 Euro zahlt jeder deutsche Haushalt im Monat, um das Programm von ARD, ZDF und Deutschlandfunk zu finanzieren. Geht es nach einem Gutachten im Auftrag des Bundesfinanzministeriums, soll damit bald Schluss sein.

Abrechnung des Rundfunkbeitrags: Unabhängig von den Nutzungsgewohnheiten
DPA

Abrechnung des Rundfunkbeitrags: Unabhängig von den Nutzungsgewohnheiten


Berlin - Im Bundesfinanzministerium gibt es nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung Überlegungen über eine Abkehr von der generellen Rundfunkgebühr. Es gebe "gute Gründe für eine Reform des Rundfunksystems", berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Ministeriums.

Der Beirat schlage vor, die öffentlich-rechtlichen Sender statt über generelle Gebühren und Werbung künftig durch Steuern und eine "moderne Nutzungsgebühr" zu finanzieren. Diese soll demnach nur noch erhoben werden, wenn öffentlich-rechtliche Sender auch tatsächlich genutzt würden.

2015: Beitrag sinkt erstmals in der Geschichte

Daneben sollten die öffentlich-rechtlichen Sender laut "Bild"-Informationen nur noch für Sendungen zuständig sein, die Private "nicht von sich aus anbieten würden". Hintergrund sind die hohen Kosten für den Rundfunk, die mit 94 Euro pro Person und Jahr dem Bericht zufolge weit über dem internationalen Durchschnitt liegen.

Eine Reform der Beiträge gehört jedoch nicht zu den Zuständigkeiten des Bundes, sondern wäre Ländersache. Die Höhe der Beiträge bestimmt aktuell eine unabhängige Kommission, sie wird anschließend von den Parlamenten der Bundesländer gesetzlich festgelegt.

2015 sollen die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender erstmals in ihrer Geschichte sinken: Die Ministerpräsidenten der Länder haben beschlossen, den Rundfunkbeitrag um 48 Cent zu reduzieren. Nach der Senkung werden noch 17,50 Euro im Monat fällig. Im Jahr bedeutet das eine Ersparnis von 5,76 Euro pro Haushalt.

Derzeit muss jeder Haushalt im Regelfall 17,98 Euro Rundfunkgebühr pro Monat zahlen, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung. Die Einnahmen der Sender betragen pro Jahr etwa 7,3 Milliarden Euro.

irb/dpa



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insgesamt 239 Beiträge
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Seite 1
lupidus 24.12.2014
1.
und das zu weihnachten, super idee. aus meiner perspektive genügen 3 bundesweite sender.
Rido 24.12.2014
2.
Zitat von lupidusund das zu weihnachten, super idee. aus meiner perspektive genügen 3 bundesweite sender.
Und aus meiner Perspektive braucht man überhaupt kein Fernsehen.
pefete 24.12.2014
3. Hört sich gut an
- aber, wie finanziert sich das dann? Über Werbung? Dann sind die Öffentlich Rechtlichen wirklich auf dem Niveau der Privaten und ihrer Werbung angekommen :-(
Mancomb 24.12.2014
4. Ein schönes Weihnachtsgeschenk!
Endlich einmal eine gute Idee, die auch hoffentlich bald umgesetzt wird. Ich freue mich schon, wenn ich nicht mehr den Musikantenstadl, schlechte Seifenopern und die tausendste Talk-Runde mitfinanzieren muss. Dass der bisherige Rundfunkbeitrag auch im internationalen Vergleich viel zu hoch ist, glaube ich gerne. Den ÖR stehen jedes Jahr gut dreimal so viele Mittel zur Verfügung als der russischen Weltraumagentur. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
HollowPoint 24.12.2014
5. Wird auch Zeit
Der zwangsfinanzierte Staatsrundfunk mit seinen 16(?) Landesmedienanstalten und der damit einhergehenden Kosten sollte bis auf eine Ausnahme abgeschafft werden. Schon jetzt gibt es genügend private Sender, die sich durch Werbung oder Abonnementgebühren finanzieren. Warum nicht auch der Staatsrunfunk mit seinem angeblichen Bildungsauftrag. Vom Programm her ist wenig Unterschied zu den Privaten zu spüren. Eine Koch-, Back- und Schwätzshow nach der anderen, einseitig berichtende Entertainment"nachrichten" und Unterhaltung für Zielgruppe "Vor- und Nachmittags viel Zeit". Unterschiede stellt man oft nur noch durch die Senderlogos fest.
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