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Rundfunkgebühren: Kommission rügt sparunwillige ARD

Deutliche Kritik von den Gebührenermittlern der KEF: Die Öffentlich-Rechtlichen verwalten ihre Gelder nicht effizient genug und sind zimperlich beim Sparen. Mit höheren GEZ-Gebühren dürfen die Sender vorerst nicht rechnen.

ARD-Kameramann in Hamburg: "Ernsthafte Anstrengungen zur Umsetzung der Wirtschaftlichkeitsauflagen" Zur Großansicht
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ARD-Kameramann in Hamburg: "Ernsthafte Anstrengungen zur Umsetzung der Wirtschaftlichkeitsauflagen"

Mainz - Die Erträge aus Rundfunkgebühren werden in der laufenden Periode wegen der Wirtschaftskrise um 310 Millionen Euro niedriger ausfallen als zunächst prognostiziert. ARD, ZDF und Deutschlandradio hätten erklärt, dass sie die Gebührenperiode 2009 bis 2012 dennoch mit einem ausgeglichenen Haushalt abschließen wollen, teilte die Kommission zu Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) am Montag in Mainz mit. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass dies nicht gelingen könnte.

Dennoch: Der KEF gehen die Sparpläne der Anstalten, mit denen die Mindereinnahmen kompensiert werden sollen, nicht weit genug. Besonders scharf rügten die Prüfer die ARD, deren Umsetzung der vereinbarten Einsparungen beim Personal völlig unzureichend seien. Den Forderungen der Kommission zufolge muss das ZDFinsgesamt 18 Millionen Euro und damit rund einhundert Stellen einsparen, bei der ARDsind es sogar 50 Millionen Euro, rund 300 Stellen. Die Kommission erwarte, "dass die ARD unverzüglich ernsthafte Anstrengungen zur Umsetzung der Wirtschaftlichkeitsauflagen unternimmt", heißt es im KEF-Bericht.

Heinz Fischer-Heidlberger, Vorsitzender der Kommission, sagte deutlich: "Die Anstalten müssen und werden mit dem Geld auskommen." Eine Erhöhung der GEZ-Gebührenhalte er bis 2013 für nicht erforderlich.

Von der KEF durchgeführte Vergleiche etwa von Sendungen müssten bei den Anstalten "Nachdenken auslösen, wie sie weiter sparen können", sagte Fischer-Heidlberger. Außerdem müssten die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender die Rundfunkgebühren effizienter einsetzen. Zwischen den Sendern gebe es teilweise sehr unterschiedliche Minutenpreise für vergleichbare Sendungen, sagte der Vorsitzende. "Da ist noch Potential, es besser zu machen", etwa bei verstärkten Kooperationen der Sendeanstalten.

Weiterhin regte die Kommission an, Gebührenmuffel konsequenter aufzuspüren und zur Kasse zu bitten. Vor allem in den Großstädten sei dies ein Problem, sagte der stellvertretende Vorsitzende Reiner Dickmann. "Die Politik sollte auch mehr zur Gebührenehrlichkeit aufrufen." Allerdings sei etwa wegen des Kurzarbeiterprogramms der Regierung die Zahl der Arbeitslosen nicht in dem Maße gestiegen, wie befürchtet. Dies sei auch dem Gebührentopf zu Gute gekommen.

Für die Periode ab 2013 gab die Kommission noch keine Gebühreneinschätzung ab.

can/ddp/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
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1. Ja, Titel muss sein.
unterländer 25.01.2010
Zitat von sysopDeutliche Kritik von den Gebührenermittlern der KEF: Die Öffentlich-Rechtlichen verwalten ihre Gelder nicht effizient genug und sind zimperlich beim Sparen. Mit höheren GEZ-Gebühren dürfen die Sender vorerst nicht rechnen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,673898,00.html
Bin keiner, der sich im Rundfunk gut auskennt. Trotzdem frage ich mich, warum sich etliche ARD-Sender in ihren Morgen-Programmen gleichzeitig zwei Moderatoren, einen Nachrichtensprecher und einen Sprecher für Verkehrsdurchsagen leisten. Oder warum sich im ZDF ein Herr Kienzle noch ein Zubrot durch absolut überflüssige Reisebeiträge in der Sendung WISO verdienen darf. Der Herr müsste seine Schäfchen eigentlich im Trockenen haben. Das scheint mir allgemein das Problem des ÖRR zu sein. Da werden Versorgungspöstchen vergeben wie in der Politik auch. Grund ist bei beiden gleich. Da muss nicht erst Geld erwirtschaftet werden. Nein, es kommt geflossen wie Milch und Honig. Durch Gebührenzahler bzw. Steuerzahler.
2. GEZ und die ÖRs abschaffen
gambrosch 25.01.2010
mehr ist dazu nicht zu sagen. Mindestens: Raus mit den ÖR's aus dem Internet!
3. Mit Steuern gemäßtete Politiker-Pensionsverein
bürgerschreck 25.01.2010
Zitat von sysopDeutliche Kritik von den Gebührenermittlern der KEF: Die Öffentlich-Rechtlichen verwalten ihre Gelder nicht effizient genug und sind zimperlich beim Sparen. Mit höheren GEZ-Gebühren dürfen die Sender vorerst nicht rechnen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,673898,00.html
Die Öffentlich-Rechtlichen sind so sehr mit der Politik verwoben (man denke nur an die Geburtstagsfeier eines gewissen ehemaligen SPD-Vorsitzenden in Mainz auf Gebührenkosten), daß sich kaum etwas ändern wird. Die Parteien benutzen die Sender als Freiwild und bringen dort verdientes Personal unter, daß sonst nicht in der Lage wäre sich zu finanzieren.
4. Grundlegende Reformen müssen her!
danielschneider 25.01.2010
Meines Erachtens ist der ÖR vom Grundgedanken her gut und richtig. Unabhängige Berichterstattung (ok - wenns so wäre ;) ) und qualitativ hochwertiges und anspruchsvolles Fernsehen kann gerne gefördert werden. Probleme habe ich allerdinsg mit der aktullen Ausprägung des ÖR. Für Nachrichten, Magazine und Kultur (Arte, 3SAT und Co) geht sicherlich nur der kleinste Teil der Gebühren drauf. Darüber hinaus wird jede Menge flacher Kram angeboten, den die privaten ja doch besser können. Wenn ich daran denke, dass meine Gebühren dazu verwendet werden irgendwelche SOAPS und Schmonzetten zu produzieren könnte ich kotzen. Daher wäre meine Forderung das System gründlcih zu überdenken. Auf das wesentliche Beschränken und das dann gut machen. GEZ in der Form abschaffen (reiner Overhead und inneffizient) und meinethalben die Finanzierung direkt aus Steuergeldern druchführen.
5. ...
mörk 25.01.2010
Zitat von sysopDeutliche Kritik von den Gebührenermittlern der KEF: Die Öffentlich-Rechtlichen verwalten ihre Gelder nicht effizient genug und sind zimperlich beim Sparen. Mit höheren GEZ-Gebühren dürfen die Sender vorerst nicht rechnen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,673898,00.html
Es ist nicht mehr fassbar. Beim Personal soll also gespart werden. Wie wäre es, bei der Produktion von Entertainment-Müll zu sparen, am verschwenderischen Luxus der Sendeanstalten selbst oder bei den gigantischen Ausgaben für Sportsenderechte? Oder beim Ausbau des ungefragten und überflüssigen Onlineangebots? Nein, der ganze Mist wird fortgesetzt, nur die Mitarbeiter müssen wieder dran glauben. Wir haben ja nicht schon genug Arbeitslose aufgrund eben dieses asozialen Verhaltens der Unternehmen gegenüber der Gemeinschaft.
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