Moskau Museumsbesucher beschädigt weltbekanntes Gemälde

Ilja Repin zählt zu Russlands größten Malern, jeder Schüler kennt sein Bild von Iwan dem Schrecklichen. Jetzt wurde das Gemälde von einem Besucher attackiert - er hatte Wodka getrunken und griff zu einem Metallpfosten.

Repin-Gemälde "Iwan der Schreckliche und sein Sohn Iwan"
Getty Images

Repin-Gemälde "Iwan der Schreckliche und sein Sohn Iwan"


Das Bild, das in den Räumen der Moskauer Tretjakow-Galerie hängt, zeigt einen erschütternden Moment: Zar Iwan IV., den man im Ausland den Beinamen "der Schreckliche" gegeben hat, hält darauf seinen sterbenden Sohn Iwan im Arm. Der Herrscher hat ihn in seinem Wahn soeben selbst erschlagen.

Das Bild gehört zu den großen Meisterwerken des Malers Ilja Repin (1844 - 1930). In Russland kennt es allerdings auch deshalb jeder Schüler, weil das Fehlen eines Thronerben nach dem Ende der Herrschaft Iwans dazu führte, dass Russland in bürgerkriegsähnliche Zustände abrutschte - und Moskau zwischenzeitlich von polnischen Truppen besetzt wurde.

Das ist einer der Gründe, warum folgender Zwischenfall in der Tretjakow-Galerie in Russland so hohe Wellen schlägt: Ein Mann hat Repins Gemälde schwer beschädigt. Der Besucher hatte sich nach Polizeiangaben einen Metallpfosten aus einer Absperrung gegriffen. Dann habe er auf das Werk eingeschlagen, teilte die Museumsleitung mit.

Tatauslöser 100 Gramm Wodka?

Der Mann wurde festgenommen. Die Polizei veröffentlichte im Internet ein kurzes Videostatement des Verdächtigen, eine Art Miniverhör. Über das Tatmotiv machte er dabei keine Angaben. Er habe das Museum eigentlich schon verlassen wollen, dann aber noch einen Halt im Museums-Café gemacht (im Russischen "Buffet" genannt). Dort habe er "100 Gramm Wodka" zu sich genommen. Der Mann versichert in dem Video, eigentlich trinke er ja gar keinen Schnaps, dann aber sei "irgendetwas über mich gekommen".

Bei dem Angriff sei das Schutzglas zu Bruch gegangen, die Leinwand sei an drei Stellen zerrissen, so das Museum. "Durch einen glücklichen Zufall wurde das Wertvollste - die Darstellung von Gesicht und Händen des Zaren und des Zarewitsch - nicht beschädigt", hieß es.

Das Ölgemälde von 1885 zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken der Tretjakow-Galerie. Das aus seinem Nachlass entstandene Museum beherbergt heute eine der größten Sammlungen russischer Kunst.

Die Galerie teilte mit, Spezialisten hätten das Bild aus dem Rahmen genommen und Glassplitter entfernt. Es soll restauriert werden. Das Bild war schon 1913 schwer beschädigt worden. Damals hatte ein Mann drei Mal mit einem Messer auf die Leinwand eingestochen. Seit 1927 wurde es durch eine Glasscheibe geschützt.

beb/dpa

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