Sänger von "Feine Sahne Fischfilet" "Das Statement vom Bauhaus ist erbärmlich"

Im Streit um eine Konzertabsage an die Punkband Feine Sahne Fischfilet kritisiert der Sänger die Bauhaus-Stiftung - und bedankt sich ironisch für die Promotion.

Jan "Monchi" Gorkow
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Jan "Monchi" Gorkow


Im Streit um die Absage eines Konzerts der Punkband Feine Sahne Fischfilet in Dessau hat sich nun der Sänger der Gruppe, Jan "Monchi" Gorkow, zu Wort gemeldet. Er kritisierte die Bauhaus-Stiftung mit deutlichen Worten.

Den "Stuttgarter Nachrichten" sagte Gorkow: "Wir fanden das Statement vom Bauhaus sehr erbärmlich." Und: "Alles, was das Bauhaus Dessau von Anfang an gemacht hat, ist sehr peinlich."

Da reihe sich auch die Entlassung der Pressesprecherin ein. Helga Huskamp war freigestellt worden, die Entscheidung sei aber temporär, hieß es dazu am vergangenen Freitag aus der Stiftung. Gorkow betont nun, für ihn sei Huskamp ein Bauernopfer: "Wenn das Bauhaus es ernst meinen würde, hätten sie uns nochmals eingeladen und wären nicht einfach vor den Nazis eingeknickt. Jetzt Alibis zu suchen empfinde ich dem Bauhaus unwürdig."

"Beeindruckend, wie viele Leute sich positioniert haben"

Die Absage an Feine Sahne Fischfilet war als Einknicken vor der rechten Szene kritisiert worden. Kulturschaffende und Architekten protestierten mit einem Offenen Brief gegen die Konzertabsage. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hatte sie dagegen verteidigt. Dem Radiosender MDR Kultur sagte Robra, eine politische Konfrontation sei mit dem Bauhaus nicht vereinbar.

Claudia Perren, Direktorin des Bauhauses Dessau, hat nach der anschließenden massiven Kritik kommunikative Fehler eingeräumt. Für Jan Gorkow war die Diskussion aber auch hilfreich: "Für uns war es auch beeindruckend zu sehen, dass sich sehr viele Leute klar positioniert haben und tolle Aktionen gestartet haben."

Feine Sahne Fischfilet werden nun am 6. November in der Alten Brauerei in Dessau auftreten. Die Karten für das Konzert waren am Freitag in kürzester Zeit vergriffen. Für die "Promotion" bedankt sich Gorkow in dem Interview: "Den Präsentkorb würde selbstverständlich das Bauhaus bekommen."

kae/dpa



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