Säuberung Arbeiter übermalen Banksy-Kunstwerk

Fans und Kunstliebhaber können es nicht fassen, die Londoner Transportbehörde verteidigt die Tat als Säuberung des Stadtbildes: Arbeiter überstrichen ein weltbekanntes Gaffito des Kult-Künstlers Banksy. Geschätzter Schaden: Bis zu 440.000 Euro, wenn man so will.


Dass Bilder des britischen Kult-Graffiti-Künstlers Banksy einen hohen Wert haben, ist inzwischen eine ausgemachte Sache. Einige transportable Stücke erzielten beachtliche Preise bis zu 150.000 Euro. Problematischer ist es, den Wert seiner echten, von ihm selbst Outdoor-Graffitis genannten Werke festzulegen. Eines davon steht zurzeit zum Verkauf - mit samt des Hauses, auf dessen Wand es gesprüht ist, denn ohne Haus geht es nicht.

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London ist voll von Banksys Werken und eines der bekanntesten war bis letzte Woche "Pulp Fiction" aus dem Jahre 2003, das ein berühmtes Filmmotiv mit John Travolta und Samuel L. Jackson mit Hilfe einiger Bananen variiert. Auf bis zu 300.000 Pfund (441.000 Euro) wurde der Wert des Bildes geschätzt. Dann kam der Graffiti-Reinigungstrupp der Londoner Verkehrsbehörde.

Sprecher von Transport of London verteidigten das Übermalen des berühmten Bildes: Da Graffitis ein "Klima des sozialen Niedergangs" und dadurch Kriminalität beförderten, müsse man eine "harte Linie" dagegen fahren. Zwar sei wohl auch einigen der Arbeiter aufgefallen, dass sich Leute das Bild angesehen hätten, aber "unsere Graffiti-Entfernungs-Teams setzen sich aus professionellen Reinigungskräften zusammen, nicht aus Kunstkritikern".

George Thomas, Besitzer eines Ladens in Sichtweite des entfernten Graffito, will das nicht gelten lassen. Das Bild sei eine echte Sehenswürdigkeit gewesen, die "Menschen von überall her anzog, die kamen, um es zu fotografieren". Thomas: "Auf keinen Fall hätte man das irrtümlich für eine Wandschmiererei halten können. Wer auch immer das Bild zerstört hat, war ein Idiot."

pat/AFP

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