Satire-Aktion Wie Herr S. die WM nach Deutschland holte

Muss die Vorgeschichte der Fußball-WM 2006 neu geschrieben werden? Martin Sonneborn, bis vor kurzem Chefredakteur des Satire-Magazins "Titanic", behauptet: "Ich ganz alleine habe die WM nach Deutschland geholt." Das Verrückte daran: Er kann es sogar beweisen.


Er darf die politische Elite durch den Kakao ziehen und Kulturträger verspotten, den Boulevard ebenso verunglimpfen wie das Feuilleton. Doch Martin Sonneborn war das noch nicht genug. Als der Redakteur des Satireblatts "Titanic" das große Finale um die Vergabe der Fußball-WM 2006 im Fernsehen verfolgte, beschlich ihn das ungute Gefühl: Das wird nichts mit der deutschen Bewerbung.



Dann kam ihm eine verhängnisvolle Idee: Mit einem großzügigen Bestechungsangebot ("leckere Würste, Kuckucksuhr") per Fax wollte er die in einem Schweizer Grandhotel tagenden Delegierten dazu bringen, Deutschland und den Kaiser zu unterstützen. Das Fax irritierte den neuseeländischen Delegierten Charles Dempsey so sehr, dass er sich tags darauf enthielt und damit Deutschland einen 12:11-Sieg bei der Abstimmung bescherte.

Jetzt hat der intellektuelle Heckenschütze die Geschichte seines folgenreichen Schabernacks aufgeschrieben. In seinem Buch "Ich tat es für mein Land" protokolliert er die Ereignisse des Sommers 2000. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Beweisstücke des Satire-Attentats auf die Fifa in einer Fotostrecke.


Martin Sonneborn: "Ich tat es für mein Land. Wie TITANIC einmal die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte. Protokoll einer erfolgreichen Bestechung. bombus-Verlag, 125 Seiten, 12,90 Euro



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