Satire-Ausstellung Mann verklebte Türschlösser – Ermittlungen eingeleitet

Das Kaaba-Motiv der satirischen Berliner Kunstschau "ZOG" animiert weiterhin zum Protest. Um die Ausstellung zu boykottieren, wurden heute morgen Türschlösser verklebt. Der Täter ließ sich allerdings erwischen.


Berlin - Einen Tag nach der Wiedereröffnung der wegen Drohungen zeitweise geschlossenen Satire-Ausstellung "ZOG" sind heute morgen die Türschlösser der Galerie verklebt worden. Zivilbeamte stellten einen 28-Jährigen dabei, wie er auf die Schlösser Klebstoff aufbrachte. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

"ZOG"-Plakat-Motiv: Satire als gesellschaftlicher Zündstoff
DPA

"ZOG"-Plakat-Motiv: Satire als gesellschaftlicher Zündstoff

Der Kunstverein Tiergarten hatte in der vergangenen Woche aus Sicherheitsgründen die Ausstellung vorübergehend geschlossen. Anlass waren Proteste von Muslimen gegen eines der 22 ausgestellten Plakate, auf dem die würfelförmige Kaaba in Mekka, das zentrale Heiligtum des Islams, zu sehen ist. Darüber steht "Dummer Stein" geschrieben.

Die Schließung hatte scharfe Kritik hervorgerufen, unter anderem von dem Politplakatkünstler Klaus Staeck, der zugleich Präsident der Berliner Akademie der Künste ist und die Ausstellung eröffnet hatte. Er hatte die Drohungen gegen Kunstwerke als "völlig unakzeptabel" und "außerhalb unserer Rechtsordnung" bezeichnet.

Die Künstlergruppe Surrend ist für ihre satirisch-politischen Karikaturen und Plakate bekannt. Die Abkürzung ZOG steht für Zionist Occupied Government (deutsch: zionistisch besetzte Regierung) und versteht sich als Persiflage auf Verschwörungstheorien.

dan/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.