Theater Mobbingvorwürfe am Schauspiel Köln

Schauspieler und Regisseure berichten dem SPIEGEL von einer "Atmosphäre der Angst" am Kölner Theater. Grund dafür sei die Frau des Intendanten.

Schauspiel Köln
DPA

Schauspiel Köln

Von und


Ehemalige und aktuelle Ensemblemitglieder und Regisseure des Schauspiel Köln werfen dem Intendanten, Stefan Bachmann, nach Informationen des SPIEGEL vor, sich nicht für sie eingesetzt zu haben, als sie gemobbt worden seien. Stattdessen soll er sich auf die Seite der Beschuldigten gestellt haben; es geht um Melanie Kretschmann, Bachmanns Ehefrau. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 22/2018
Wie Fahnder nach Jahrzehnten rätselhafte Mordfälle lösen

Bachmann und Kretschmann lassen auf Anfrage über ihren Anwalt allgemein mitteilen, dass der SPIEGEL "mitunter falsch und/oder nicht vollständig informiert" und "mit den Gepflogenheiten am Theater nicht hinreichend vertraut" sei. Die Arbeitsatmosphäre sei hervorragend.

Der Regisseur Adam Traynor spricht dagegen von einer "toxischen Atmosphäre". Kretschmann habe Proben torpediert, sei immer wieder ausgerastet, hätte Requisiten zerstört, ihn beschimpft oder sei nicht aufgetaucht. Der Anwalt von Bachmann und Kretschmann schreibt auf Anfrage, es sei "nachweislich unwahr", dass Kretschmann Requisiten zerstört habe beziehungsweise nicht zu Proben erschienen sei.

Angela Richter, bis 2016 Hausregisseurin in Köln, sagt, es herrsche eine "Atmosphäre der Angst" am Schauspiel Köln. Kretschmann hätte erzählt, Richters Lebensgefährte sei heroinabhängig. Bachmann habe dies nicht gestoppt.

Acht Personen berichten dem SPIEGEL außerdem, dass Kretschmann aggressiv und manipulativ mit der Schauspielerin Julia Riedler umgegangen sei. Sie habe Riedler fertiggemacht, sie beschimpft oder vor versammelter Mannschaft angebrüllt. Bachmann habe die Schauspielerin aber wegen ihrer "Undiszipliniertheit" gerügt.

Ein Schauspieler sagt, er habe sich von Kretschmann gemobbt gefühlt. Der Intendant habe ihn dann vorgeladen, gesagt, er zeige zu wenig Demut, er sei ein Nichts. Der Anwalt teilt mit, dass es "im Rahmen eines künstlerischen Schaffensprozesses zwischen der Regisseurin und einem Schauspieler zu Kontroversen" kommen kann. Dass der Intendant da vermittle, sei übliche Praxis. Bachmann habe den Schauspieler aber nicht als "ein Nichts" bezeichnet.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.