Schauspieler Christoph Luser Total von der Schurkenrolle

Der Schauspieler Christoph Luser sucht die Extreme - und den Reiz fieser Charaktere. Ob als Shakespeare-Schurke oder Goethe-Querulant: Der Jungstar begeistert Zuschauer und Kritiker. Klar dass er demnächst auch noch die Leinwand erobert.


Er habe "sehr früh angefangen", sagt Christoph Luser, und tatsächlich ist ihm ein toller Karriere-Schnellstart gelungen. Mit 20 hat man ihn mitten aus der Ausbildung in Graz fest ans Düsseldorfer Schauspielhaus geholt, schon ein Jahr später kürte ihn eine Kritikerjury zum "Nachwuchsschauspieler des Jahres", bald brillierte er im Ensemble der Münchner Kammerspiele.

Schauspieler Luser: Sanfter Kämpfertyp
DDP

Schauspieler Luser: Sanfter Kämpfertyp

Dann aber "wollte ich selber entscheiden", sagt Luser heute, mit 28, deshalb wechselt er seit einiger Zeit als Freier zwischen Film-, Fernseh- und Theaterrollen. Luser ist spezialisiert auf flirrende, äußerlich sanfte, stets rätselhafte Kämpfertypen.

Er ist ein Kerl, der die Extreme sucht. In der Kölner "Faust"-Meditation des strengen Regie-Eierkopfs Laurent Chétouane ließ er sich jüngst zu einem super präzise sprechenden, mal fiesen, mal netten Schlafwandler abrichten; in München tritt er nun in einer fast basisdemokratisch erarbeiteten "Maß für Maß"-Version des Regisseurs Stefan Pucher als korrupter Machtmensch Angelo an.

Pucher schreibe nichts vor, "man gräbt sich gemeinsam in das Stück", sagt Luser, "und fährt zusammen in einem Boot statt im Schlepptau einer Theorie".

Der schurkische, am Ende geläuterte Angelo ("Reue durchdringt mein wundes Herz") dürfte eine Glanzrolle werden für ihn.

Und auch im Kino wird Christoph Luser demnächst in einem spektakulär finsteren Machwerk ziemlich groß herauskommen: in der im Februar startenden Verfilmung des Wolf-Haas-Krimibestsellers "Der Knochenmann".


"Maß für Maß", Premiere 17.1., Münchner Kammerspiele. Tel. 089/23 39 66 00.



© KulturSPIEGEL 1/2009
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