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Schlechte Zeiten: Ex-Soap-Star verklagt ihre Produzenten

Die Frage, ob man Seriendarsteller einfach aus ihrer Soap herausschreiben und dann nicht mehr bezahlen darf, muss nun das Bundesarbeitsgericht klären. Schauspielerin Stefanie Julia Möller verlangt nach ihrem vorzeitigen Ende bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ rund 30.000 Euro Gage.

Das waren noch gute Zeiten: Stefanie Julia Möller wirbt für die Soap "GZSZ"
RTL

Das waren noch gute Zeiten: Stefanie Julia Möller wirbt für die Soap "GZSZ"

Erfurt - Sie hat eigentlich alles überstanden. Charlotte Bohlstädt, dargestellt von Stefanie Julia Möller, fand nach ihrem Umzug in die RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" sofort viele Freunde, später besiegte sie sogar den grauen Star. Als sie sich dann allerdings die Brust vergrößern ließ, endete ihr schönes Seifenoper-Leben. Nicht, weil Charlotte am Tod ihres Bruders verzweifelte und nach Südfrankreich zog, sondern, weil sich die Zuschauerquote negativ entwickelte - nach einer Medienanalyse wurde ihre Rolle gestrichen.

Stefanie Julia Möller erhielt ihre Kündigung zum 2. März 2001, obwohl ihr Vertrag nach Angaben ihres Anwalts rund vier Monate zuvor um ein Jahr verlängert worden war. Die 23-Jährige verklagt daher ihren ehemaligen Auftraggeber, die Produktionsfirma "Grundy Ufa" auf rund 30.000 Euro Gehalt. Diese Summe stehe ihr zu, weil ihre Rolle als Charlotte Bohlstädt vor Vertragsende aus "GZSZ" herausgeschrieben wurde.

"Es geht nicht darum, meine Mandantin zurück auf den Bildschirm zu holen", erklärte Möllers Anwalt. Ziel sei vielmehr, auch in der Serienbranche einen ordentlichen Kündigungsschutz zu erreichen. Bislang beruft man sich bei der Bertelsmann-Tochter "Grundy Ufa", die für RTL auch "Unter uns" und für die ARD "Verbotene Liebe" produziert, auf eine Klausel, wonach der Vertrag endet, wenn die Rolle entfällt. "Grundy Ufa" begründet dies damit, dass sie flexibel auf Zuschauerinteressen reagieren müsse.

Der Klage Möllers war 2001 in erster Instanz vom Arbeitsgericht Potsdam stattgegeben worden, die Richter sprachen ihr das Geld zu. Im Berufungsprozess folgte das Brandenburger Landesgericht jedoch den Argumenten der Produzenten. Nun muss also das Bundesarbeitsgericht entscheiden. Stefanie Julia Möller hat angekündigt, zum Prozessauftakt nach Erfurt zu kommen.

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