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Schleichwerbung: WDR setzt 69 Sendungen ab

Wegen des Verdachts auf Schleichwerbung hat der WDR insgesamt 67 Filme und zwei Serien für Wiederholungen in ARD-Programmen gesperrt. Die Produktionen sollen auf unzulässige Produktplatzierungen überprüft werden, sagte Intendant Fritz Pleitgen.

Berlin - Bei den betroffenen Filmen und Serien werde zurück bis zum Jahr 1994 geprüft, ob unzulässige Produktplatzierungen enthalten seien, sagte Fritz Pleitgen, Intendant des Westdeutschen Rundfunks, der "Süddeutschen Zeitung". Es handele sich um Produktionen der in die Kritik geratenen Firma Colonia Media. Die Firma ist eine hundertprozentige Tochter der Bavaria Film, die für illegale Schleichwerbung in den ARD-Serien "Marienhof" und "In aller Freundschaft" verantwortlich war.

Pleitgen sagte, der WDR sei "schwer geschädigt", weil er Sendungen wie "Tatort" und andere Filme so lange nicht im dritten Programm oder im Ersten zeigen könne, bis alle Schäden entdeckt und beseitigt seien. Allein bei den Filmen liege ein Programmvermögen von "grob gerechnet 75 Millionen Euro brach". Der WDR habe Strafanzeige gegen den ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführer der Colonia Media, Frank Döhmann, erstellt.

Laut Pleitgen handelt es sich bei den gesperrten Produktionen um 38 Tatorte aus Köln und Münster, 13 Schimanski-Filme und 16 Fernsehfilme. Hinzu kämen die beiden Serien "Der Fahnder" mit 200 Folgen und "City-Express".

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff schlug vor, dass die anderen ARD-Anstalten den NDR-Staatsvertrag zum Vorbild nehmen sollten, um derartige Vorfälle künftig zu vermeiden. Der überarbeitete Staatsvertrag, der am 1. August in Kraft treten soll, erweitere die Prüfungsrechte der norddeutschen Landesrechnungshöfe auf die "Töchter- und Enkeltöchter" der Vierländeranstalt.

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Forum - ARD-Skandal - Keine Werbung mehr in den Öffentlich-Rechtlichen?
insgesamt 72 Beiträge
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1.
Peter Königsdorfer, 11.07.2005
Ich würde jetzt mal im vollständigen Verzicht der Öffentlich-rechtlichen auf Werbung die einzige Gefahr für den fairen Wettbewerb sehen. Ich meine ich suche mir Sendungen nicht auf Basis des Sendernamens aus, sondern wo der grösste Gegenwert für Löcher im Programm=Werbung stattfindet. Topfilm auf Kabel 1(Filmwertung-Werbezeit )
2.
Pinarello, 11.07.2005
Diese Art der Schleichwerbung ist doch einfach zu durchschauen und sehr schwer abzuschaffen, denn wenn es um Güter des täglichen Bedarfs geht, dann gibts halt meist nur Artikel die halt jeder kennt, die PKW´s eingeschlossen. Viel schlimmer und penetranter ist die Art von Werbung, die während der eigentlichen Werbeverbotszeiten ausgestrahlt wird, egal ob ARD oder ZDF, siehe am vergangenen Samstag um 23.00 Uhr "Das aktuelle Sportstudio wird ihnen präsentiert von .....", hier wird eiskalt das Werbeverbot umgangen und der gebeutelte Gebührenzahler schlicht und einfach verunglimpft. Seit Monaten nimmt diese Art von Werbung in einem Maße über Hand, daß beinahe schon fast keine Sendung z. B. am Wochenende ohne diese Werbung läuft, denn auch wenn es die Verantwortlichen der Geldvernichtungsanstalten ARD und ZDF anders nennen, es ist schlicht und einfach Werbung. Was dann sonst noch an Schmiergeldsumpf in den öffentlichen-Rundfunkanstalten läuft, wollen wir Gebührenzahler schon gar nicht mehr wissen, es reicht wenn wir uns das auch nur annähernd vorstellen können, bei ca. 8 Mrd Euro die ARD und ZDF im Jahr ausgeben, kann man sich leicht ausmalen, wieviel da in dunklen Kanälen und Scheinfirmen verschwindet, von den märchenhaften Gehaltszahlungen und Sozialleistungen für die Mitarbeiter gar nicht erst zu reden, aber der GEZ-Zwangszahler hat es einfach zu haben und damit basta. Das ganze System ist genauso wie diese Republik, aufgebläht, veraltet, zu teuer und sowieso fest in der Hand der angeblich staatstragenden Parteien. Irgendwelche Reformen oder Änderungen nicht zu erwarten, außer reine Augenwischerei.
3.
Rene Wiermer, 11.07.2005
---Zitat von sysop--- Nach dem Schleichwerbungsskandal der ARD stehen die öffentlich-rechtlichen Medien und ihre Gebühren wieder in der Kritik. Vertreter privater Sender sehen in der Doppelfinanzierung aus Gebühren und Werbung von ARD und ZDF einen Verstoß gegen den fairen Wettbewerb. Sollten die öffentlich-rechtlichen Sender generell auf die Werbeeinnahmen verzichten? Oder rechtfertigt die Sicherung der Programmvielfalt von ARD und ZDF diese Finanzierung? ---Zitatende--- Ich bin überzeugt, daß öffentlicher-rechtlicher Rundfunk etwas Gutes ist, wenn er sich auf seine Kernaufgaben und -kompetenzen beschränkt. Doch die Glaubwürdigkeit leidet: Kürzung bei den politischen Magazinen, schwächelnde Unterhaltung mit fragwürdigen Werbepraktiken, seltsames journalistisches Selbstverständnis in den Sportredaktionen und dann der fehlende Wille, durchzugreifen. Jürgen Emig ist zwar vom Bildschirm weg, ein Hagen Boßdorf, der im letzten Jahr noch durch fragwürdige Verträge mit dem Team Telekom aufgefallen ist, darf weiter in verantwortlicher Position senden.
4. GEZ-Gebühr in freiwillige Spende umwandeln
cytux, 11.07.2005
Das würde den Leuten, die meinen, auf die Öffentlichen nicht verzichten zu können, den Erhalt gewährleisten und vor Korrumpierung schützen, weil im Falle der Aufdeckung sicher die Beiträge spärlicher fließen würden. Außerdem wäre eine freiwillige Spendengebühr wesentlich gerechter.
5. Fernseher abmelden.
Inorbit, 11.07.2005
---Zitat von sysop--- Nach dem Schleichwerbungsskandal der ARD stehen die öffentlich-rechtlichen Medien und ihre Gebühren wieder in der Kritik. Vertreter privater Sender sehen in der Doppelfinanzierung aus Gebühren und Werbung von ARD und ZDF einen Verstoß gegen den fairen Wettbewerb. Sollten die öffentlich-rechtlichen Sender generell auf die Werbeeinnahmen verzichten? Oder rechtfertigt die Sicherung der Programmvielfalt von ARD und ZDF diese Finanzierung? ---Zitatende--- Die ARD hat beschlossen, die Politmagazine PANORAMA, MONITOR, FAKT etc um jeweils eine viertel Stunde zu kürzen. Ich habe postwendend meinen Fernseher abgemeldet. Ein weiterer Grund dafür: Laut Gesetz ist Werbung nach 20 Uhr verboten. Inwischen wird aber so gut wie jede Sendung nach 20 Uhr von irgendjemandem "präsentiert". Der Tatort wird ihnen präsentiert von sowieso-Bier. Programmvielfalt kann ich zwar sehen, die gleicht sich jedoch zunehmend den unerträglichen Privatsendern an. ZUletzt habe ich 17 Euro und 3 Cent / Monat für den Müll gezahlt. Ohne mich.
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