Schönebergers Premieren-Panne: Das peinliche Timing der Raumfahrt-Gags

Von Marianne Wellershoff

Erst war gut gelaunt vom "Feuerwerk" die Rede, dann jagte ein Raumfähren-Gag den anderen: Die Talk-Premiere des blonden Gifts Barbara Schöneberger, nur Stunden nach dem "Columbia"-Desaster ausgestrahlt, hätte unglücklicher kaum sein können.

Barbara Schöneberger: "Der Aufprall entspricht dem Urknall mal vier"
DPA

Barbara Schöneberger: "Der Aufprall entspricht dem Urknall mal vier"

Hamburg - Es ist nie eine gute Idee, eine neue Show mit einer Schummelei zu beginnen: Da schien Barbara Schöneberger ("Blondes Gift") gestern live ins ZDF-Sportstudio geschaltet zu werden, um die erste Ausgabe ihrer "Schöneberger-Show" für 23.15 Uhr anzukündigen - doch in Wahrheit wurde nur ein vorproduzierter Einspielfilm gesendet.

Die Moderatorin versprach darin "ein kleines Feuerwerk der guten Laune", und an dieser Metapher wäre nichts auszusetzen gewesen ­ wenn nicht gerade auf allen Kanälen die tragische Explosion der Raumfähre "Columbia" zu sehen gewesen wäre.

"Bist du da nicht verglüht?"

Was für ein Pech, dass in der vorab aufgezeichneten Talkshow, zu der Schöneberger als Gast den Comedy-Star Anke Engelke eingeladen hatte, dann noch Raumfahrt-Gags zum Besten gebracht wurden: Michael "Bully" Herbig ("Der Schuh des Manitu") und der Popsänger Sasha spielten einen alten Anke-Engelke-Sketch nach, Sasha fragte: "Bin ich durch die Erdatmosphäre eingedrungen?", Herbig fragte: "Bist du da nicht verglüht?"

Und dann stieg auch noch Schöneberger selbst in eine Raumfähre, nachdem sie Engelke erklärt hatte: "Ich kann nicht nur Autofahren, ich kann sogar Raumschiff fliegen." In diesem Sketch musste sie eine Art riesige Tunfischdose zerstören, die auf die Erde zu stürzen drohte: "Der Aufprall entspricht dem Urknall mal vier." Auch das war ein Witz, über den gestern abend wohl niemand lachen konnte.

Noch mal von vorne, bitte!

Doch neben grausamen Zufällen gab es auch noch selbst gewähltes Unglück: Begleitet von ihrer Studio-Bigband sang Schöneberger den Prince-Hit "Kiss" (eines der Lieblingslieder von Engelke) und trat so in Konkurrenz mit den RTL-Superstars, die eine halbe Stunde zuvor ebenfalls mit einer Bigband alte Hits vorgetragen hatten ­ nur viel besser eben.

Das Beste ist: Die erste Schöneberger-Show einfach vergessen und noch mal von vorne anfangen. Aber bitte live.

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