Vertipper auf SPIEGEL ONLINE Vorne hui, hintern Pfui

Tippfehler kommen vor - und manchmal kann man über sie schmunzeln. Dann tauchen plötzlich Mördergranaten auf oder duzende Seehunde. Wir haben unsere Prachtstücke für Sie gesammelt.

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2014 - was für ein Jahr! Die Ukraine-Krise ließ einem kaum Zeit, Luft zu schlappen. Auf der Krim ging der Trend zur Zweitstaatenlösung. Dackelfreund Waldimir Putin berief sich auf sein historisches Anrecht auf die sagenumwobene Urkraine. Und setzte auf Konfrontation. Er drohte mit seinen tödlichen Mördergranaten. Oder noch schlimmer: Mit Infratotlicht.

Einseitige Waffenrufe aus Kiew verhallten dagegen ungehört. Immerhin konnte Russland mit Sanktionen an den Rand einer Rezension gebracht werden. Wahrscheinlich ein gepfefferter Verriss. Erzfeind Chodorkowski hingegen, als hätte er in zehn Jahren Knast nicht genug gesessen, setzte sich in der Schweiz nieder. Auf ein Höckerli vielleicht?

Die deutsche Politik war dagegen zum Einschlafen. Das könnte an der morbiden Stimmung liegen, die Sigmar Grabriel verbreitete, als er den finalen Haushaltsschuss abgab. Apropos Haushalt: Wir mussten lernen, was für eine Herausforderung es ist, einen Bart wachen zu lassen. Und dass es Konsequenzen hat, wenn man den Scheusaal mit dem Flash-Mop reinigt. Dann wird nämlich der Staubsauer.

Eine schöne Schlagzeile kam im Sommer aus dem Promi-Bereich, in dem es gleichberechtigter zugeht als gedacht: "Christian Aguilera bringt Tochter Summer Rain zur Welt." Kein gutes Jahr war es offenbar für Lehrer. Sie mussten sich zunehmend mit Stresshasen herumquälen. Auch die neuartigen, zur Meditation angefertigten Honkgongs können da kaum Abhilfe schaffen.

Ein Top-Ereignis war natürlich die WM in Brasilien. Der Heimmannschaft entlief allerdings fatalerweise früh der WM-Gruppenhase, was im Gastgeberland natürlich nicht gerade die Freuquenz erhöhte. Deutschland spielte hingegen stark auf. Wohl auch deshalb, weil Jogis Team bereits in der Quali auf Schottland, Georgien, Gibraltar, Polen und Irland trat und somit einige Gegner bereits im Vorwege ausschaltete. Selten war der Ausgang eines Spiels so deutlich vorherzusehen wie bei der Partie Niederlage gegen Spanien. Und Luis Suárez? Der wurde doch wegen dieser Lappalie tatsächlich biss November gesperrt!

In der Bundesliga schockierte das desaströse Auftreten der Dortmunder Borussia. Laut einem Brachenmagazin war das Management früher im Baugewerbe aktiv. Anders ist auch nicht zu erklären, warum der Klub in den völlig unbeweglichen Stürmer Ciro Immobilie investierte. Der im entscheidenden Spiel dann auch noch den Flüchtlingselfer verschoss. Vielleicht sollte man ihn an Erzgebirze Aue ausleihen. Ein großer Ballerverlust wäre es nicht.

Über den HSV müssen wir nicht reden. Für ihn ging und geht es letztlich allein um den Kassenerhalt. Zur Sicherheit sollte der Verein schon mal die Handtücher auf den unteren Profi-Liegen ausbreiten.

Aus Finanzkrisen war zu erfahren, dass es um die Online-Reisbranche nicht gut bestellt ist. Das sich dank Mund-, Kiefer- und Gerichtschirurgie immer weiter ausdifferenzierende Justizsystem erfordert hingegen inzwischen schon Arbeitsrechtsrechtler. Und die Kriminaltechnik geht neue Wege: "Die Polizei nahm Fingerabdrücke des Reifens…". Ob es sich bei dem Fahrzeug um einen Fußabtruck handelte?

Und dann waren da noch die vier glücklichen Häftlinge, die "Haftstrafen von bis zu einem Jahr und Schadensersatzzahlungen in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro" erhielten. Diese Anwälte hätte Uli Hoeneß sich gewünscht.

Und was wird 2015? Wird Heidi Klum zum Auslaufmodel? Hat sie ausreichend Alstervorsorge betrieben, falls sie mal eine Alterspanne hat? Zu hoffen ist jedenfalls, dass es in diesem Jahr entscheidende Fortschritte gibt, was die Behandlung einer Terrormilz angeht.

Bleiben noch zwei wichtige Fragen: Flieht ein Eigentürmer vor sich selbst? Und hilft eine Mundwindel bei Sprachdurchfall?

Zum Autor
Isabel Kiesewetter
Sebastian Hofer leitet das Korrektorat von SPIEGEL ONLINE.

E-Mail: Sebastian_Hofer@spiegel.de

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
koenigludwigiivonbayern 20.01.2015
1. Meer Trafon!
Schreiben Sie mal mit einem französischen Handy mit aktiviertem T9 eine deutsche SMS. Pfiel Spatz!
fastclick 20.01.2015
2. Muss ich mir unbedingt ausdurcken
;-=)
atemlos9 20.01.2015
3. Ist das nicht eher peinlich?
Sicher sind einige der vielen Rechtschreipfehler bei SPON lustig, aber insgesamt ist es ein Armutszeugnis aller Beteiligten. Jetzt eine lustige Nummer daraus zu machen, darüber kann ich nur müde grinsen ...
Thunder79 20.01.2015
4. Tippfehler sind menschlich
auch im Profi-Journalismus. Auch wenn hier einige Forumsschreiberlinge über Spon gerne meckern.... Und dennoch hier tagtäglich lesen und posten. Von meiner Seite daher: Dickes Lob und nicht umsonst ist Spon meine Startseite!
Celestine 20.01.2015
5.
Zitat von atemlos9Sicher sind einige der vielen Rechtschreipfehler bei SPON lustig, aber insgesamt ist es ein Armutszeugnis aller Beteiligten. Jetzt eine lustige Nummer daraus zu machen, darüber kann ich nur müde grinsen ...
Sie sind ein Scherzkeks! "Einige der vielen Rechtschreipfehler", ja ja ... ;-)
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