Star der schwulen Kunst Finnische Post ehrt Tom of Finland mit einer Briefmarke

Die finnische Post würdigt den Künstler Tom of Finland mit einer Briefmarke. Seine Arbeiten gelten als Ikonen der homoerotischen Kunst und strotzen vor sexuellen Anspielungen.

Itella Posti Oy/ Tom of Finland Foundation/ USA

Die finnische Post bringt Briefmarken mit den Motiven des schwulen Künstlers Tom of Finland heraus. Finland, dessen richtiger Name Touko Laaksonen lautet, ist einer der bekanntesten Künstler des Landes. Bis zu seinem Tod im Jahr 1991 schuf er etwa 3500 Zeichnungen; besonders bekannt sind seine Männerstudien.

Die Schwarzweißzeichnungen strotzen nur so vor homoerotischen Motiven: muskulöse Oberkörper, Lederstiefel, maskuline Kerle in Uniform, mit einem verschmitzten Lächeln unter dem Schnauzbart.

Zwei dieser Zeichnung sollen jetzt die Briefmarken des finnischen Postunternehmens Itella Posti Oy zieren. Das Unternehmen ehrt Finland damit als "Ikone in seinem Genre". Mit den Briefmarken wolle man seine stolze und selbstbewusste Haltung zur Homoerotik würdigen, schreibt die Post auf ihrer Seite. Selbstironisch und humorvoll hätte Finland mit seinen Zeichnungen die Popkultur und Mode beeinflusst.

Der Grafikdesigner Timo Berry entwarf das Layout der Briefmarken. "Der Entwurf zeigt Männer voller einfühlsamer Lebenskraft und Selbstachtung - etwas, wovon man in diesem nordischen Land nie genug haben kann", sagte Berry.

Die Briefmarken erscheinen am 8. September 2014.

eba

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insgesamt 68 Beiträge
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Stefan Wenzel 15.04.2014
1. Nee, ist klar ....
... nackt kauert ein Subjekt vor einem breitbeinig dasitzenden, genüsslich rauchenden Uniformierten, der zudem seine Lederstiefel zwischen die Beine des Nackten presst. Kommentar: "Der Entwurf zeigt Männer voller einfühlsamer Lebenskraft und Selbstachtung" Wie wäre das Urteil wohl ausgefallen, wenn das "nackte Subjekt" eine Frau gewesen wäre?
kanadasirup 15.04.2014
2. Muss sowas sein?
Mami, Mami was macht denn der nackte Mann da auf der Postkarte? Und warum wird der von dem Nazi gefangengehalten?
Celestine 15.04.2014
3.
Zitat von Stefan Wenzel... nackt kauert ein Subjekt vor einem breitbeinig dasitzenden, genüsslich rauchenden Uniformierten, der zudem seine Lederstiefel zwischen die Beine des Nackten presst. Kommentar: "Der Entwurf zeigt Männer voller einfühlsamer Lebenskraft und Selbstachtung" Wie wäre das Urteil wohl ausgefallen, wenn das "nackte Subjekt" eine Frau gewesen wäre?
Und woher wollen Sie wissen, wie das Urteil in Finnland ausgefallen wäre, wenn das eine Frau wäre? Es geht um schwule Kunst. Können Sie die Frauen nicht aus dem Spiel lassen? @ Kanadasirup Ja, furchtbar, wenn ein Kind sowas sieht. Wenn im TV ein Krimi läuft und da geballert wird und Menschen eiskalt abgeknallt werden, stellen Sie sich dann auch so an? Die meisten Menschen tun das nicht. Das ist Normalität im TV: Morden, Krieg, Herumballern. Aber weh, man sieht einen nackten Po, ausgerechnet auf einer finnischen Briefmarke, und die Kinderseele ist in Gefahr. Sehr schön, dass meine Landsleute diese Briefmarken einsetzen. Aus den zwei ersten Kommentaren kann man schon ersehen, dass es auch hierzulande nützlich wäre. Frauen räkeln hier ja schon auf allen Plakaten, also: gleiches Recht für den Mann! Für mich gibt es da gar keinen Unterschied!
cucco 15.04.2014
4. Falsche Akzente
Das Zusammenleben von Mann und Frau ist deutlich schwieriger als das von Homosexuellen. Es wäre ein Dienst an der Öffentlichkeit gewesen, hätte der Künstler Zärtlichkeit zwischen liebenden Heteros als Thema aufgegriffen anstatt die vordergründige Geilheit sexueller Homo Szenen. Sind solche Abbildungen, dass was Menschen inspiriert eine gute Ehe oder ein erfülltes Leben anzustreben?
KnoKo 15.04.2014
5. Post ehrt schwule Kunst oder...
...wenn Political Correctness übers Ziel hinausschießt.
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