Online-Zeitung Sebastian Matthes wird Chefredakteur der deutschen "Huffington Post"

In einem Monat soll es losgehen: Die deutsche Version der US-Online-Zeitung "Huffington Post" startet am 10. Oktober. Eine mit Spannung erwartete Personalentscheidung ist schon gefallen.

Künftig an der Spitze der "HuffPost"-Redaktion: Sebastian Matthes
Wirtschaftswoche

Künftig an der Spitze der "HuffPost"-Redaktion: Sebastian Matthes


München - In nur fünf Jahren soll der deutsche Ableger der US-Online-Zeitung "Huffington Post" zu den fünf größten Nachrichtenportalen hierzulande gehören. Chefredakteur wird Sebastian Matthes, bislang Ressortleiter der "Wirtschaftswoche". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hatte die Personalie zusammen mit dem 10. Oktober als Starttermin bekanntgegeben.

Auch die ökonomischen Ziele für das Nachrichtenportal sind hoch gesteckt: Es soll einen operativen Gewinn im Millionenbereich machen. "Aufgrund der Erfolge in den Vereinigten Staaten und Ländern wie Frankreich fühlen wir uns bestens gerüstet, um diesen wirtschaftlichen Fahrplan einzuhalten", sagte Christoph Schuh, Vorstand der Tomorrow Focus AG, der "FAZ".

Tomorrow Focus wird die deutsche Ausgabe der "Huffington Post" betreiben und gehört mehrheitlich dem Münchner Verlag Hubert Burda Media mit Titeln wie "Focus" oder "Bunte". "Mit der 'Huffington Post' starten wir jetzt einen komplett neuen Ansatz", sagte Oliver Eckert, Tomorrow-Focus-Geschäftsführer der "FAZ". Die "HuffPost" sei kein reines Nachrichtenportal, sondern eine Plattform zur Interaktion.

Die "Huffington Post" in den USA erhält nach Angaben Schuhs Lizenzgebühren von der deutschen Ausgabe und liefert die Technik. Tomorrow Focus will demnach mehr als drei Millionen Euro investieren. Für das Portal sollen in München 15 Redakteure arbeiten.

Die Erfolgschancen der deutschen Version der Online-Zeitung werden in der Branche eher zurückhaltend bewertet. Anders als in der US-amerikanischen Heimat der "HuffPost" ist der Markt hierzulande stark von traditionellen Verlagsmarken geprägt.

Zudem ist das Portal nicht unumstritten: Oft schmückt sich die "Huffington Post" mit fremden Geschichten, die unter knalligen Überschriften zusammengefasst oder direkt verlinkt werden. Garniert wird der Nachrichtenmix oft mit Geschichten und Kommentaren Tausender Blogger und Nutzer - die für ihre Arbeit meist kein Geld sehen.

Namensgeberin Arianna Huffington hat die Online-Zeitung 2005 gegründet; 2011 kaufte sie AOL für 315 Millionen Dollar und startete eine internationale Expansionsstrategie.

vks/AFP



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Seite 1
jocheno.b. 12.09.2013
1. Geldverdienen
scheint bei diesem Projekt wohl im Vordergrund zu stehen. Ich hoffe nur die dt. HuffPost wird nicht so rechts, lächerlich und bedeutungslos wie der Rest des Burda Ladens.
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