Semperoper Skandal um "Csardasfürstin"

Peter Konwitschnys Inszenierung der Operette "Die Czardasfürstin" von Emmerich Kálmán hat bei der Premiere in der Dresdner Semperoper für einen Theaterskandal gesorgt. Lautstark störte ein Teil des Publikums die Aufführung. Sänger und Orchester waren mitunter kaum noch zu verstehen.


Sabine Brohm und Klaus Florian Vogt in "Die Czardasfürstin"
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Sabine Brohm und Klaus Florian Vogt in "Die Czardasfürstin"

Dresden - Der 54-jährige Konwitschny, der in diesem Jahr von der Fachzeitschrift "Opernwelt" erneut zum "Regisseur des Jahres" ernannt worden war, hatte Teile des Geschehens um die Chansonnette Sylva Varescu (Sabine Brohm) auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges und damit in die Entstehungszeit des Werkes verlegt. Mit expressiven Bildern erteilte Konwitschny jeglicher "Operettenseligkeit" eine Absage. Dass er damit die Erwartungen festlich gestimmter Besucher nicht erfüllen konnte, war absehbar. "Der Skandal ist gelungen", zog eine Zuschauerin ihr Fazit.

"Sollte die Inszenierung zum Jahrhundertwechsel nicht mit dem zu tun haben, was dieses Jahrhundert und Deutschland geprägt hat?", begründete Konwitschny vorab seine Version des Werkes. Es habe mit Krieg und dem persönlichen Kampf zwischen Menschen zu tun. Auch am Silvesterabend erscheint die "Czardasfürstin" auf der Opernbühne. Dann wird die Inszenierung in einer Live-Schaltung auf den Theaterplatz übertragen, wo tausende Menschen auf den Jahreswechsel warten.



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