S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Der Mann will nur ihr Bestes!

Eine Kolumne von Silke Burmester

Wir wissen dank ihrer öffentlichen "Alkoholbeichte", dass Jenny Elvers-Elbertzhagen ein Suchtproblem hat. Zum Glück ist die Frau so stark, dass sie sich ihre Abhängigkeit eingestehen konnte. Und zum Glück hat sie einen Mann, der fest zu ihr steht. Ganz selbstlos. Wirklich. Echt jetzt.

Sehr geehrter Herr Elbertzhagen!

Nein, Sie haben es nicht leicht, im Moment. Vor ein paar Monaten hat sich Ihre Frau Jenny im Fernsehen so eigenartig benommen, dass man dachte: "Nanu, die hat doch was!" Und ja, sie hatte was. Zu viel getrunken.

Auch Ihnen war aufgefallen, dass Ihre Jenny oft so "traurig" war, aber da sie auf der anderen Seite auch immer so lustig drauf war und so unterhaltsames, wirres Zeug redete und von einer Party zur anderen hoppte, war ja alles in Ordnung. Erst der unschöne Auftritt auf dem roten Sofa der NDR-Sendung "DAS!" war dann von jener Qualität, die Sie als Ihr Manager in die Öffentlichkeit treten ließ, um zu sagen: "Meine Frau hat ein gesundheitliches Problem."

So etwas ist für alle schmerzhaft, vor allem für einen Ehemann.

Umso toller finde ich es, dass Sie noch immer an ihrer Seite sind, dass Sie zu ihr halten und auch jetzt, nach ihrem Entzug, dafür Sorge tragen, dass das Interesse an Ihrer Frau nicht erlischt. Denn darum geht es ja, bei einer Schauspielerin: Dass alle immer ganz doll an der Person interessiert sind. Dass das Interesse nicht erlahmt, damit die Angebote nicht ausbleiben.

Wer annimmt, es sei genau dieses Spiel aus öffentlicher Zurschaustellung und Ausverkauf des Ichs, wer meint, die Suche nach Anerkennung, das Sich-vor-jede-Kamera-stellen-Müssen, in der Hoffnung darauf, weiter "gefragt" zu sein, würde so etwas wie eine Alkohol- und Tablettenabhängigkeit begünstigen, ist schlichtweg ein Schlechtredner. Wie ein warmer Mantel wird Ihre Fürsorge Jenny Elvers-Elbertzhagen umhüllen, die, nur vier Monate nachdem sie sich in einer Klinik ihre Abhängigkeit eingestehen musste, über die Zeitschrift "Gala" - Claim: "Erlebe die Welt der Stars" - mit ihrer "Alkoholbeichte" an die Öffentlichkeit ging.

Eine ganze Sendung zur Alkoholsucht Ihrer Frau

Und eine ganze Sendung zur Alkoholsucht Ihrer Frau ist auch schon eingetütet, bei RTL, dem Sender für Menschenachtung und Respekt. RTL hat Ihre Frau zwei Monate lang begleitet, ist mit ihr an die Orte ihres Lebens, nach Amelinghausen, Hamburg und Berlin gereist und hat auch an Ihrem aktuellen Zuhause gefilmt. Auch Sie stellen sich vor der Kamera in einem "Paargespräch" der Situation und vielleicht ja auch einer möglichen Beteiligung an der Erkrankung, Stichwort: Co-Abhängigkeit. Schon Tage vor der Ausstrahlung "Die Alkoholbeichte! Jenny Elvers - die ungeschminkte Wahrheit" an diesem Montag wurden Ausschnitte durch Sendungen wie "Punkt 12" und "Exclusiv" gejagt.

Ich nehme an, ein Buch kommt bald, weitere Talk-Show-Auftritte, am Ende noch ein Panini-Album. Auch ließe sich die Geschichte Ihrer Frau - von der Heidekönigin über Detlev Bucks "Männerpension" und den RTL-Verkaufskanal zur "Let's Dance"-Kandidatin in die Suchtklinik und wieder hinaus - bestens verfilmen. Mit all den tollen Promipartys und den aufregenden Männern in Jenny Elvers Leben, wie Heiner Lauterbach und einem Big-Brother-Bewohner und Ihnen natürlich, ist das richtig heißer Stoff! Sex, Ruhm, Promis, Suff - alles drin, was das Publikum liebt. Und die Jenny könnte sich in Teilen ja sogar selbst spielen, was natürlich ganz toll für sie wäre und eine echte Chance. Zu zeigen, was sie kann, und um wieder ins Geschäft zurückzukehren.

Wer weiß, was Liebe ist, weiß, dass es schwierige Monate sein müssen, die Sie durchleben und ich bin mir sicher, dass Sie alles dafür tun, Ihre Frau zu stabilisieren. Und das bei der Doppelbelastung. Ehemann und Manager zugleich zu sein! An dieser Aufgabe sind schon ganz Andere gescheitert. Wie schnürt sich mir das Herz zu, wenn ich an die armen Ehemänner von Lolo Ferrari und Sexy Cora denke. Auch zwei Männer, die als Manager alles dafür getan haben, dass ihre Partnerin "am Markt bleibt", Erfolg hat und die Kasse füllt und die doch als Ehemann und Mensch den Verlust ihres Liebsten beklagen müssen.

Nein, an der Seite eines abhängigen Menschen zu leben und ihn durch die schwierige Zeit zu begleiten, ist keine Butterfahrt. Vor allem, ihn davor zu schützen, sich gleich wieder in die Sphäre zu begeben, die mit dem Übel verknüpft ist, vielleicht sogar ursächlich, und wo die Droge, die Versuchung an allen Ecken lauert, ist eine Aufgabe, die nicht jeder Partner zu übernehmen bereit ist.

Umso mehr imponiert es mir, wenn ich sehe, dass der alte Song "Stand By Your Man" in unseren modernen Zeiten auch in umgekehrter Rollenzuschreibung Bedeutung hat!

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insgesamt 45 Beiträge
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1. jenny
violadaugs 03.02.2013
ich habe ihren beitrag gelesen.ich kenne diese dame nur aus der ersten staffel von big brothers,wie sie mit dem alex herumgemacht hat und wie udo walz ihr die haare frisiert hat.für mich ist diese frau keine schauspilelerin,sondern ein sternchen
2.
abita 03.02.2013
Wenn die beiden so weitermachen nach dem Strickmuster "business as usual" ist der nächste Absturz von J.E-E vorprogrammiert.
3. schlimm
helgamaus 03.02.2013
vor allem für den Sohn. Er muss er seine Mutter besoffen im Fernsehen erleben, jetzt auch noch ihr "Geständnis" in allen Zeitschriften lesen. Was soll das denn, warum vermarktet sie ihre Sucht? Ich find das unter aller Sau. Sie hat nichts aber auch gar nichts aus ihrem TV-Absturz gelernt.
4. Bitte bedenken Sie:
habmeinemeinung 03.02.2013
Eine Jenny Elvers hat nichts anderes gelernt, und nie etwas anderes gemacht, als sich durch Boulevardmedien und erfolgreiche Männer ernähren zu lassen. Jetzt, wo die Haut nicht mehr ganz so straff und das Lächeln nicht mehr ganz so blütenweis und unverbraucht ist, muss man das Interresse eben durch eine neue Lifestory aufrecht erhalten. Ihr Mann wird sein "bestes Pferdchen im Stall" doch nicht einfach zuhause auf der Couch verstecken, wo es nur noch Geld und Zeit und Geduld kostet und vor Selbstmitleid eingehen würde. Hier hab ich kein Mitleid, hier kriegt ausnahmsweise jeder mal was er verdient. Selbst die Zuschauer, die sich diesen Mist gerne ansehen.
5. Menschenverachtend
majestic12 03.02.2013
Ich bin selbst Alkoholiker und weiss, wie schwer das ist, trocken zu werden und zu bleiben. Das man dann vom eigenen Ehemann in dieselbe Maschinerie zurückgetreten wird, die die Sucht zumindest begünstigt und gefördert hat, und das alles nur wegen Geld, ist geradezu menschenverachtend. Der Rückfall ist so vorprogrammiert, und niemand weiss, ob ein Alkoholiker den nächsten Rückfall überlebt. Ich frage mich, was für windige und wahrscheinlich selbst nur geldgeile Therapeuten solche Promis bekommen? Meine Therapie hat stationär 4 Monate gedauert und ambulant 1 Jahr. Eine Sucht kriegt man nicht eben in 4 Wochen in den Griff, dazu gehören Zeit, Geduld und grundlegende Änderungen in seinem Leben. Mein Therapeut würde mir die Hölle heiss machen, wenn ich dem erzählen würde, dass ich morgen auf Mitleidstour durch die Republik gehen würde, angestachelt von meinem "Partner" / "Manager"...
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