Skandal-Theater Strafanzeige gegen "Corpus Christi"

Das Erzbistum Köln befürchtet, dass das Bühnenstück "Corpus Christi" die religiösen Gefühle vieler Bürger verletzen könnte - und hat daher gegen das Kölner "Theaterhaus" Strafanzeige gestellt.


"Corpus Christi"-Bühnenszene: Schon bei der Aufführung in Heilbronn im Juni 2000 gab es heftige Proteste
Stadttheater Heilbronn

"Corpus Christi"-Bühnenszene: Schon bei der Aufführung in Heilbronn im Juni 2000 gab es heftige Proteste

Wenn die Theaterbesucher am Dienstagabend zur ausverkauften Premierenveranstaltung ins "Kölner Theaterhaus" kommen, werden sie voraussichtlich schon erwartet: Die Polizei rechnet mit rund 250 Teilnehmern an einer "Protestandacht", zu der katholische Priester und Laien aufgerufen hatten. Durch das Stück würden die "innersten Überzeugungen der Gläubigen in den Schmutz gezogen", wird von Seiten des Erzbistums Köln argumentiert. Die Anzeige gegen das Theater stütze sich auf den Tatbestand der Religionsbeschimpfung, sagte Bistumssprecher Carsten Horn. Im dem Bühnenstück von Terence McNally - Pulitzer-Preisträger und bekennender Homosexueller - wird der Verrat an Christus auf dessen gescheiterte homosexuelle Beziehung zu Judas zurückgeführt.

Auch der Islamrat für die Bundesrepublik äußerte sich besorgt: Es sei gerade nach den Terroranschlägen in den USA zweifelhaft, ob die Freiheit der Kunst höher zu bewerten sei als die Preisgabe der religiösen Gefühle gläubiger Christen.

"Corpus Christi" war 1988 am Broadway uraufgeführt worden.



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