Skandalbilder Benetton trennt sich von Fotograf Toscani

Fotos blutverschmierter Militärkleidung, küssenden Nonnen oder Gesichtern von zum Tode Verurteilter - immer wieder erregten die Benetton-Werbekampagnen die Öffentlichkeit. Nach 18 Jahren beendeten der Kleidungshersteller Benetton und Hausfotograf Oliviero Toscani überraschend die Zusammenarbeit.


Das Aus zwischen Luciano Benetton und Oliviero Toscani kommt nach 18 Jahren
AP

Das Aus zwischen Luciano Benetton und Oliviero Toscani kommt nach 18 Jahren

Rom - Der Bruch wurde am Samstag in einer kurzen Stellungnahme bekannt gegeben, in der Benetton Toscani für seine Arbeit dankte. Der knappe Kommentar des Fotografen: "Nichts ist für immer".

"Man kann nie zu weit gehen", sagte Toscani einmal. Der Gründer des Unternehmens, Luciano Benetton, hatte dem Fotografen immer freie Hand gelassen. In der Stellungnahme wurde kein Grund für die Trennung angegeben. Toscanis Ehefrau Kristi erklärte, die Entscheidung sei in gegenseitigem Einverständnis getroffen worden. Sie habe nichts mit der neuesten Werbekampagne zu tun, in der zum Tode verurteilte Häftlinge zu sehen waren. Die Anzeigen kosteten Benetton in den USA viel Geld: einige große Kaufhäuser nahmen die Kleidung des Unternehmens aus ihrem Angebot. Toscani ist außerdem der künstlerische Leiter des US-Magazins "Talk".



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