"Sonderzüge in den Tod" Ausstellung wird in Bahnhof gezeigt

Jüdische Kinder, deportiert mit Zügen der Reichsbahn - im Bahnhof Potsdamer Platz in Berlin eröffnet morgen eine umstrittene Ausstellung. Bahnchef Mehdorn musste sich Verkehrsminister Tiefensee beugen - und Bahnhöfe als Ausstellungsorte zur Verfügung stellen.


Nach langem Ringen um die Ausstellungsorte wird morgen am Bahnhof Potsdamer Platz in Berlin die Wanderausstellung "Sonderzüge in den Tod - Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn" eröffnet. Die Schau der Deutschen Bahn entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Centrum Judaicum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin und der Journalistin Beate Klarsfeld, die bereits in Frankreich eine ähnliche Ausstellung auf Bahnhöfen gezeigt hatte.

Zur Eröffnung sollen nach Bahn-Angaben Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Bahn-Personalvorstand Margret Suckale, die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, Klarsfeld und der Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin, Hermann Simon, sprechen.

Die Ausstellung zur Deportation von Juden zur Zeit des Nationalsozialismus soll die Rolle der Reichsbahn im Holocaust dokumentieren. Im Mittelpunkt steht das Leid der deportierten jüdischen Kinder. Während der Vorbereitungen für das Projekt hatte es Streit darum gegeben, ob die Schau auch auf Bahnhöfen gezeigt werden solle. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte dies unter Verweis auf Sicherheitsgründe zunächst abgelehnt.

Die Exposition ist bis zum 11. Februar in Berlin zu sehen. Anschließend soll sie nach Bahn-Angaben in weiteren Orten in Deutschland zu sehen sein.

lw/ddp



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