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Spar-Programm: Weniger Serien und Experimente bei der ARD

Angesichts der Medienkrise will die ARD im nächsten Jahr kräftig sparen: Der vorwiegend werbefinanzierte Vorabend soll gestrafft werden, die Bundesliga-Rechte nehme man nur, wenn sie kein anderer Sender haben will.

ARD-Intendant Struve: Keine Sonderrechte einräumen
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ARD-Intendant Struve: Keine Sonderrechte einräumen

München - "Wir werden im kommenden Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen und das Programm deutlich straffen", sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Donnerstagabend in München. "Es wird weniger Serien und weniger Experimente geben. Wir werden uns dabei auf eine bestimmte Zahl von Formaten konzentrieren." Angesichts der Geldknappheit rechnet Struve außerdem damit, dass das weitegehend gebührenfinanzierte Gemeinschaftsprogramm der ARD-Sendeanstalten im Jahr 2003 nicht die Marktführerschaft erkämpfen wird. Es fehle an sportlichen und politischen Höhepunkten in der Berichterstattung.

Mit den größten Bewegungen rechnet Struve auf dem Sportrechtemarkt. Sollte Sat.1 nach der nächsten Saison 2003 um die Rechte für die Formel 1 mitbieten, sei auch nicht auszuschließen, dass RTL sich um die Fußball-Bundesliga bemühen werde. "Wir nehmen die Bundesliga nur dann, wenn sie kein anderer will", sagte Struve. Auch wenn Rechteanbieter Günter Netzer der ARD sehr nahe stehe, werde er ihr keine Sonderrechte einräumen, so Struve.

Am vorwiegend werbefinanzierten Vorabend will die ARD sich auf das werktägliche "Quiz" mit Jörg Pilawa und etablierte Serien wie "Verbotene Liebe", "Marienhof", "Berlin, Berlin", "St. Angela" und das "Großstadtrevier" konzentrieren. In den Hauptabend jedoch werde die ARD voraussichtlich genau so viel Geld wie 2002 investieren. Da werde es auch im nächsten Jahr 33 neue "Tatort"-Krimis geben. Dazu kommen neue "Polizeiruf 110"-Fälle, zwei neue "Blochs" und die Reihe "Debüt im Ersten" mit zehn neuen Film-Produktionen.

Ein neues Format wird unterdessen für die ARD-Fernsehlotterie gesucht, laut Struve will man eine Show mit weniger Musikelementen. Neu im nächsten Jahr ist die Unterhaltungssendung "Klassentreffen" vom Westdeutschen Rundfunk (WDR), die zunächst im Dritten Programm ausprobiert wird. Im Sommer werden Sabrina Staubitz und Gerd Rubenbauer mit ihrer Show "Deutschland-Champions" Premiere haben. "Verstehen Sie Spaß?" und "Rekordfieber" haben eine gesicherte Zukunft, ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter Thomas Elstners neuer Show "Was passiert, wenn...?". Zu den Höhepunkten im ARD-Programm sollen ferner Dokumentationsreihen wie "Der U-Boot-Krieg im Atlantik" oder TV-Mehrteiler wie "Eine Liebe in Afrika" und das Willy-Brandt-Dokudrama "Im Schatten der Macht" gehören.

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